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Schulstreik gegen Wehrpflicht und Tag der Befreiung vom Faschismus

Seit sechs Jahren findet in Landau jährlich am 8. Mai die Demonstration zum Tag der Befreiung vom Faschismus statt. Seit sechs Jahren gehen wir auf die Straße, gedenken den Opfern der faschistischen Gewaltherrschaft und demonstrieren gegen wiedererstarkende rechte Positionen in Staat und Gesellschaft. Unter dem Motto „Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg“ war und ist es uns dabei auch immer wichtig, eine klare Haltung gegen den Krieg einzunehmen.

„Kampf dem Faschismus“ heißt „Kampf dem Krieg“ – und umgekehrt.

Dass das Wiedererstarken der (militanten) Rechten mit Kriegsvorbereitungen und Krise zusammenfällt, ist kein Zufall. Ganz im Gegenteil: Wenn von den Grünen bis zur CDU wahlweise zur Verteidigung Europas oder zur Verteidigung der Nation aufgerufen wird, ist es klar, dass sich die Verhältnisse nach rechts bewegen. Wenn sich Bundestagsdebatten und Wahlkämpfe nur noch darum drehen, wer am meisten abschiebt, ist es klar, dass sich die Verhältnisse nach rechts bewegen. 20 % für die AfD bei den letzten Landtagswahlen und immer selbstbewusster auftretende Jung-Faschos untermauern diese Entwicklung.

Die Vorbereitungen für einen neuen, großen Krieg wirken wie ein Brandbeschleuniger für die ohnehin schon bescheidenen Aussichten des Großteils der Bevölkerung. Während die Politiker über Nacht hunderte von Milliarden zur Aufrüstung locker machen, sollen wir die Rechnung dafür zahlen. Katastrophale Zustände im öffentlichen Nahverkehr, kaputtgesparte öffentliche Einrichtungen, Angriffe gegen unsere Arbeitszeiten oder die angedrohte Streichung des Pflegegrad 1 – all das sind nur ein paar Beispiele dafür, wie uns einfachen Menschen für die Hochrüstung Deutschlands in die Tasche gegriffen wird.

Das greifbarste Beispiel für die Militarisierung Deutschlands, ist die schrittweise Wiedereinführung der Wehrpflicht. Wo der Großteil der Bevölkerung noch „nur“ dazu aufgerufen wird, für den Krieg Einschränkungen in Kauf zu nehmen, wird jungen Männern heute schon klar gemacht: Wer sich nicht freiwillig meldet, um für die Interessen des deutschen Staates und seiner Kapitalisten in den Krieg zu ziehen, der wird zur Not auch dazu gezwungen. Dass zehntausende Schüler:innen mit den Füßen abstimmen und gegen die Wehrpflicht protestieren, ist dabei ein wichtiges Zeichen, das Mut macht. Die Bewegung gegen die Wehrpflicht kann dabei auch ein Grundstein für spätere Streiks gegen den Krieg sein, was sich schon heute darin zeigt, dass sich die jungen Menschen nicht von staatlicher Repression unter Druck setzen lassen.

Am 8. Mai wollen wir den Zusammenhang von Krieg und Faschismus auf der Straße präsent machen. Deshalb rufen wir zum Aktionstag auf: Kommt schon morgens um 9:30 Uhr zur dritten Runde des Schulstreiks gegen die Wehrpflicht und um 17:00 Uhr zur 8. Mai Demonstration – beide Aktionen starten jeweils am Untertorplatz. Auch dazwischen und drumherum wird es sicher noch einige Aktionen geben. Bauen wir an einer Bewegung, ob jung oder alt, die sich gemeinsam gegen Krieg und Faschismus wehrt – am 8. Mai und allen Tagen im Jahr! Eine Bewegung, die es schafft, sowohl den Kriegsplänen der Herrschenden, als auch den rechten Rattenfängern von AfD und Co., einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Heraus zum 8. Mai!

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau eine neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.”

– Aus dem Schwur von Buchenwald, den die befreiten Häftlinge am 19. April 1945 auf dem Appellplatz bei der Gedenkfeier für die Toten des Konzentrationslagers Buchenwald in verschiedenen Sprachen gesprochen haben.

Wann? Am 8. Mai 2026 um 09:30 Uhr Wo? Untertorplatz