Für eine lebendinge Gedenkkultur & antifaschistischen Widerstand

Um den Opfern des Holocausts zu gedenken, haben wir gestern [27.01.2026], 81 Jahre nachdem das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit wurde, gemeinsam mit der VVN BdA vor der Münze 13, dem ehemaligen Gestapo-Revier, eine Kundgebung abgehalten.

Das Gedenken begannen wir mit einer Rede, in der wir beschrieben, wie der Antisemitismus ein „zentrales ideologische(s) Fundamente war, um die Herrschaft der Kapitalisten zu sichern“ und wie die Nazis Jüdinnen und Juden verantwortlich für die schweren Krise des Kapitalismus machten, während es stattdessen „die räuberischsten und reaktionärsten Teile des deutschen Finanzkapitals (waren) die eine großes Interesse an der Machtergreifung der Nazis hatten“.

Danach wurde auf den aktuellen Antisemitismus in der neuen Rechten eingegangen. Dieser zeige sich in einem Strategiewechsel der Rechten. „Anstatt zu leugnen, relativieren sie (…) Täter werden zu Opfern gemacht, Verantwortung wird verwischt. So werden der Holocaust und die Verbrechen verharmlost“. Zum Ende der Rede wurde die Notwendigkeit des antifaschistischen Kampfes betont und wie wichtig es ist, das Leben und die Geschichten der der im Holocaust Ermordeten niemals zu vergessen.

Danach wurde eine Rede der Holocaust-Überlebenden, Antifaschistin und Kommunistin Esther Bejarano abgespielt, die sie während eines Nazi-Aufmarsches in Hamburg hielt. Sie betonte die Notwendigkeit, sich Rechten und Nazis in den Weg zu stellen, denn „wer nicht durch die Hölle von Auschwitz gegangen ist, kann sich nicht vorstellen was es für uns bedeutet, wenn Nazis banden in allen Städten maschieren dürfen“. In einem Appell richtete sie sich an die Jugend: „Das bedeutsamste und kostbarste aus der deutschen Geschichte, ist und bleibt der Antifaschismus“. Auch heute müssten die Menschen Widerstand leisten, wie auch damals Widerstand gegen den Faschismus geleistet wurde.

Im Anschluss hielt die VVN-BdA eine Rede, in der sie auf die Grausamkeiten der deutschen Faschisten eingingen und sich mit der Biographie von Esther Bejarano sowie ihrem Engagement in der VVN auseinandersetzen.

Zu Abschluss der Kundgebung haben wir an der Stiftskirche gemeinsam einen Gedenkort aufgebaut, bei dem die Namen der aus Tübingen deportierten und ermordeten Jüdinnen und Juden und einige Lebensgeschichten von Tübinger Jüdinnen und Juden gezeigt werden. Dazu wurden Blumen und Grabkerzen abgelegt. Im Anschluss wurden, nach jüdischer Tradition, Steine als Gedenken an die Ermordeten abgelegt.