Was den Attentäter von Schongau antrieb

Der 16-jährige, der am 8. Juli 2026 zwei Mädchen auf dem Gelände des Welfen-Gymnasiums in Schongau mit Messerstichen schwer verletzte, hat zuvor sein Attentat in einem langen Text öffentlich begründet. Das Pamphlet strotzt in kaum steigerbarer Weise vor Misogynie, Rassismus, Antisemitismus, Queer-, Trans- und Polyamorie-Feindlichkeit, Behindertenfeindlichkeit sowie vor Fat- und Bodyshaming. 8. Juli 2026. Am Mittwochnachmittag taucht der 16-jährige V. auf dem Gelände des Welfen-Gymnasium auf. V. war hier bis vor kurzem selber Schüler. Er flog zum Halbjahr von der Schule, nachdem er im Dezember 2025 an Mitschüler_innen Nachrichten mit pornografischem und gewaltverherrlichendem Inhalt sowie Morddrohungen verschickt hatte. Von der Polizei bekam V. eine sogenannte Gefährderansprache. Er wechselte auf die […]

Faschistischer Angriff auf Antifaschistin

Diese Woche kam es mitten am Tag zu einem vorbereiteten Angriff von Faschisten auf eine Antifaschistin in Bad Bramstedt. Dieser Angriff reiht sich damit in zahlreiche Übergriffe auf Antifaschist:innen, Migrant:innen und alle die, die die Rechten als Feindbild markieren ein. Göttingen, Stuttgart, die Angriffe auf CSDs und viele mehr verdeutlichen, dass im Fahrwasser der gesellschaftlichen Rechtsentwicklung auch militante Faschist:innen zunehmend erstarken. Auch in Schleswig-Holstein ist dies längst Realität. Bei aller Besorgnis gilt es sich als antifaschistische Bewegung darauf einzustellen. Die Räume und Bedingungen für die Rechten sich zu formieren und Straßenmacht zu entwickeln werden fruchtbarer. Sie setzen immer selbstbewusster auf Konfrontationsbereitschaft und direkte Angriffe auf Migrant:innen und politische Gegner:innen. Ihre […]

Identitäre frustriert Heim geschickt

Doch erst mal alles von vorn: Heute fand in der Stadtbücherei eine Kinderbuchlesung der Drag Queen Vicky Voyage statt. Schnell wurde ein Gegenprotest von einer Gruppe namens ALJUZA angemeldet. Wer ist das überhaupt?Wer ist das überhaupt? ALJUZA – Alternatives Jugendzentrum – ist eine neue Jugendgruppe in Augsburg. Formell gibt sie sich als „parteiunabhängig“ und als „normaler“ Verein, der Themen wie Freizeitgestaltung, Bildung und Zusammengehörigkeit unter Jugendlichen fördern will. Ein kurzer Blick auf die Strukturen und Organisator*innen des Vereins zeigt jedoch schnell, dass es sich de facto um die Jugendgruppe der AfD handelt. Der Gegenprotest erwies sich als überschaubar. Wir konnten viele Flyer verteilen und die Augsburger Zivilgesellschaft über die AfD-Jugend […]

Support your local CSD – Den Nazis keine Chance

Am Freitag, den 24. Juli haben auch wir als Offenes Antifaschistisches Treffen (OAT) Villingen-Schwenningen unter dem Motto “Support your local CSD – Den Nazis keine Chance“ zum ersten CSD in Tuttlingen mobilisiert. Zur Demonstration aufgerufen hatten u.a. Tuttlingen ist bunt. Zum Auftakt der Demo kamen circa 300 Menschen auf dem Marktplatz zusammen, was sich im Laufe der Zeit sichtlich steigerte. Neben verschiedenen Gruppen und Demonstrant:innen fiel vor allem der Stand der CDU auf dem Marktplatz auf, welche immer wieder gegen queere Menschen hetzt und ein reaktionäres Frauen- und Familienbild propagiert, sich aber offensichtlich nicht zu fein war auf dem CSD auf Sympathie- und Stimmenfang zu gehen. Noch vor Beginn der […]

Frankfurter Reichs­bürger­prozess

Ex-KSK-Soldat gesteht Im Frankfurter Prozess um die Putschpläne von Reichsbürgern legt der Ex-Elitesoldat Peter Wörner mit Beschuldigungen ein unfreiwilliges Geständnis ab. Ein überbordendes Mitteilungsbedürfnis kann man Peter Wörner eher nicht unterstellen. Mehr als zwei Jahre und 135 Verhandlungstage hat der ehemalige Elitesoldat des Kommandos Spezialkräfte (KSK) vor Gericht geschwiegen. Wörner verlor kein Wort zu den Vorwürfen von Terrorismus und Hochverrat, die ihn zusammen mit acht weiteren Männern und Frauen vor den Staatsschutzsenat des Frankfurter Oberlandesgerichts geführt haben: die Vorbereitung eines gewaltsamen Reichsbürger-Putsches, angeführt von dem Immobilienunternehmer Heinrich XIII. Prinz Reuß. Jetzt hat der 58-Jährige, der zuletzt als Survivaltrainer und Militariahändler tätig war, überraschend sein Schweigen gebrochen. Es sollte wohl eine Art Befreiungsschlag […]

Rechte im Krieg

Stärkung der Rechten auf beiden Seiten der Front Beide Seiten im Ukraine-Krieg behaupten gegen „Faschisten“ zu kämpfen. Doch rechte Gewalt wird nicht weniger, sondern mehr. Vier Jahre Krieg haben in Russland, der Ukraine, sowie in den russischen Exilkreisen die rechten Strukturen gestärkt, die Akzeptanz für extrem rechte Inhalte erhöht und den Nährboden für die extreme Rechte geschaffen. In Form von enttäuschten Kriegsrückkehrern, Verrat an die Nation witternden Befürwortern der Fortsetzung des Kampfes bis zum wie auch immer definierten Sieg, opportunistischen Politikern, die extreme Rechte als nützlichen Faktor tolerieren oder Heranwachsende, die Hasspropaganda verinnerlichen und weiter denken. Denis Kapustin lebt Denis Kapustin (Денис Капустин), der unter dem Nachnamen „Nikitin“ (Денис Никитин) […]

Gedenken an die Betroffenen und Opfer des Anschlags auf den CSD in Berlin

Der Anschlag auf den CSD in Berlin ist ein erschütterndes Beispiel dafür, wohin Queerfeindlichkeit führen kann. In Gedenken an die Betroffenen und Opfer des Anschlags kamen wir deshalb gestern zusammen. Sowohl der Anschlag als auch die darauf folgenden Aussagen von Politiker:innen lassen uns traurig und wütend zurück. Was sich einmal mehr zeigt, ist, dass der Schutz queeren Lebens dann hochgehalten wird, wenn er sich für rassistische Narrative missbrauchen lässt. Wir müssen uns daher einmal mehr bewusst machen: Ein befreites Leben werden wir niemals gegeneinander erkämpfen, sondern nur miteinander. Und damit dieser Kampf gelingt, können kollektive Momente wie der gestrige einen Beitrag leisten. Sie zeigen, dass man in Zeiten der Rechtsentwicklung […]

Statement von BASC Jena zu den Einlassungen vor dem OLG Düsseldorf

Vorbemerkung Gerne hätten wir als BASC bereits unmittelbar nach den Einlassungen vom 14. Juli 2026 vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf eine politische Einordnung veröffentlicht. Doch auch uns haben die Einlassungen überrascht. Wir hatten das Thema der Einlassungen vor Gericht in der Vergangenheit zwar schon häufiger allgemein diskutiert. Nun müssen wir aber unvorbereitet auf die aktuellen Ereignisse reagieren. Uns ist es dennoch wichtig, dass wir uns als BASC, also als die für den Budapest-Komplex zuständigen Soli-Gruppen, zu den Einlassungen der Angeklagten äußern, nicht zuletzt deswegen, weil sich in den letzten anderthalb Wochen zahlreiche Genoss*innen irritiert an uns gewandt und nach unserer Einschätzung gefragt haben. Auch wissen wir, dass Einlassungen innerhalb der radikalen […]

Widersetzen, nach Hause fahren, weiter kämpfen

Der AfD-Bundesparteitag ist vorbei. Der Antifaschistische Protest geht weiter. Am Abend des 3. Juli 2026 steigen aus dem gesamten Bundesgebiet Aktivist:innen in Busse. Abfahrt zwischen 21 und 23 Uhr – je nachdem aus welcher Region kommend. Ziel der Reise: die Bundesstraßen, Autobahnen und Zufahrtswege rund um die Messe in Erfurt blockieren. Ziel der Aktion: den AfD-Bundesparteitag verhindern. Als Bündnis Zeit zu Handeln sind auch wir (mit grob 700 Aktivist:innen) Teil des Protests seit den frühen Morgenstunden gewesen. Mit Antifaschist:innen von Kiel bis München. Circa 10.000 Aktivist:innen schlossen sich den Blockaden und knapp 50.000 der Kundgebung an den Messehallen an. Man könnte sagen, die Zahlen stimmen: Massenprotest gegen den AfD-Bundesparteitag – […]

Compact provoziert, Antifaschist wird verurteilt

Am 29. Juni fand vor dem Amtsgericht Donaueschingen ein Prozess gegen einen Schwenninger Antifaschisten statt. Vorgeworfen wurde ihm im Vorfeld einen Polizisten verletzt zu haben. Dieser Vorwurf stand im Kontext von Gegenprotesten gegen eine AfD Veranstaltung in Donaueschingen im letzten Herbst als auf der Kundgebung Nazis vom rechten Compact Magazin gefilmt und provoziert haben. Auch wenn sie sich als ganz normale Journalisten ausgeben, es sind und bleiben rechte Streamer und Hetzer, die auf unseren Kundgebungen nichts zu suchen haben! Genau darum ging es als Antifaschist:innen sich den Nazis in den Weg stellten und klarmachten, dass sie auf unserer Fläche nichts verloren haben. Die Polizei ging dazwischen und schütze die Nazis, […]

6 Monate Beugehaft für Lina

Auch wenn es zu erwarten war, liegt es schwer auf dem Herzen. Nach 5 Wochen in Freiheit sitzt Lina wieder hinter Gitter. Der Vorsitzende Richter vom OLG Dresden hatte die Freiheit auf Bewehrung im Mai für Lina entschieden. 5 Wochen später verhängt er für sie Beugehaft mit sofortiger Wirkung. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte es fast wie ein Witz vorkommen. Lina wurde das Recht auf vollumfängliche Aussageverweigerung aberkannt. Weder der Senat noch die Bundesanwaltschaft haben einsehen wollen, dass jede Aussage genutzt werden könnte um neue Verfahren einzuleiten. Der vorsitzende Richter stellte drei mal Lina die Frage ob sie doch aussagen möchte. Nachdem klar wurde, dass ihrer vollumfängliche Aussageverweigerung […]

Neue Runde im Fretterode-Prozess

Fast acht Jahre sind seit dem Angriff durch zwei Neonazis aus dem Umfeld von Thorsten Heise auf die beiden freien Journalisten im thüringischen Fretterode vergangen. Die juristische Aufarbeitung fordert den Betroffenen, ihren Anwälten und Unterstützer_innen enorme Ausdauer ab. Nach schleppenden Ermittlungen, einem zähen ersten Prozess mit skandalösem Urteil des Landgerichts Mühlhausen und der erfolgreichen Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH), bei dem das Urteil aufgehoben wurde, wird der Fall nun seit Ende 2025 vor einer anderen Kammer des gleichen Landgerichts neu verhandelt. Der BGH hatte kritisiert, dass den Betroffenen nicht ausreichend Glauben geschenkt und die Tat nicht als schwerer Raub verurteilt worden war. Der juristische Sieg bedeutet nun, dass der gesamte […]