Am 8. Mai jährte sich die Befreiung vom Faschismus in Deutschland zum 81. mal.
Seit über 8 Jahrzehnten ist die Deutung über diesen Tag umkämpft. Er war der Sieg der Alliierten, die Niederlage des deutschen Faschismus und seiner Unterstützer und er war Befreiung!
Am 8.Mai gedenken wir all denen, die im Kampf gegen den Faschismus ihr Leben gelassen haben. Wir gedenken den Millionen Soldat:innen und Partisan:innen, die für den Sieg über Nazi Deutschland sterben mussten und wir gedenken den gefangenen und ermordeten Antifaschist:innen und Widerstandskämpfer:innen, die nicht aufgehört haben zu kämpfen, selbst als die Faschisten an die Macht kamen.
Traditionell versammelten wir uns in Schwenningen am 8. Mai auf dem Waldfriedhof. Dort besuchten wir die Gräber der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter:innen und legten Blumen nieder. Vor allem ab Mitte des Krieges waren viele Zwangsarbeiter:innen und Kriegsgefangene aus dem Raub- und Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion in Schwenningen.
Ihnen zur Erinnerung steht dort ein Mahnmal mit der Inschrift: „Den unsterblichen Opfern aller Nationen im Kampf gegen nazistische Barbarei. Verfolgt. Gemartert. Erschlagen. Den Toten zur Ehre, den lebendigen zur Mahnung.“
Erinnern heißt kämpfen!
Nach ihrer Selbstbefreiung sagten die Gefangenen des KZ Buchenwald: „Die endgültige Vernichtung des Faschismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ideal.“ Diese Worte sehen wir als ihr Vermächtnis an uns, sie geben uns Orientierung und sind unser Auftrag.
Wenn wir auf die Welt sehen, sehen wir wieder, wie sich die Barbarei Bahn bricht: Krieg, Hunger, Flucht, Umweltzerstörung, Mauern, die höher werden und Gräben, die immer tiefer werden.
Die Sozialkassen werden geplündert und die Wehrpflicht wird wiedereingeführt, um in Deutschland den nächsten großen Krieg vorzubereiten und als angeblicher Sündenbock für das ganze Elend wird auf Minderheiten gezeigt. Beflügelt von dem rechten Wind aus den Parlamenten, versuchen Faschisten sich auf der Straße zu formieren und ihre Ideologie aus Abwertung und Gewalt in die Praxis umzusetzen.
Im gemeinsamen Gedenken richten wir den Blick in die Vergangenheit, um den Mut, die Kraft und die Ausdauer zu schöpfen, gegen diese Barbarei zu kämpfen.
„Ich war 19“
Nach dem Gedenken am Waldfriedhof, zeigten wir im Rahmen der Filmwerkstatt Sergej Eisenstein einen thematisch passenden Film im Linken Zentrum Schwenningen, um den Abend gemeinsam zu beenden.
Der Film erzählt die Geschichte des jungen Deutschen Gregor Hecker, der im April 1945 als Leutnant der Roten Armee nach Deutschland zurückkehrt, 11 Jahre zuvor waren seine Eltern mit ihm aus Köln nach Moskau emigriert. Als Angehöriger einer Propagandaeinheit soll er unmittelbar vor Ende des Zweiten Weltkriegs die letzten noch kämpfenden Wehrmachtssoldaten zur Kapitulation überreden.










