Gedenktag für die Opfer des Faschismus

Am vergangenem Totensonntag haben wir an dem, traditionell von der VVN-BdA Karlsruhe veranstalteten, Gedenktag für die Opfer des Faschismus teilgenommen. Der erste Gedenktag fand 1946 statt. Seither wird jährlich der millionenfach Ermordeten, aber auch der Widerstandskämpfer:innen erinnert.

Der Totensonntag ist ein Feiertag, der in Deutschland am letzten Sonntag vor dem ersten Advent begangen wird.Insbesondere im Kontext des Zweiten Weltkriegs und des Faschismus in Deutschland gewinnt dieser Tag für uns eine Bedeutung.

So haben wir uns unter anderem an während dem Faschismus ermordete Widerstandskämpfer:innen gedacht. Diese Widerstandskämpfer.innen spielten eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Faschismus in Deutschland. Sie organisierten Sabotageakte, verteilten Flugblätter, halfen Verfolgten und leisteten auf vielfältige Weise Widerstand gegen den Faschismus.

Gedacht haben wir im ersten Teil der Veranstaltung auch den über 450 Karlsruherinnen und Karlsruhern, die wegen ihrer Behinderung oder psychischen Erkrankung zwischen 1939 und 1945 von den Nationalsozialisten umgebracht wurden.

Nachdem die anwesenden Gruppen und Vereine sowie Gewerkschaften Gedenkblumen niederlegten, zogen wir auf einen anderen Teil des Hauptfriedhofes um dort noch den sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter:innen zu gedenken.

Es ist wichtig, dass wir die Geschichte nicht vergessen und aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Die Gedenkveranstaltung ermöglicht es uns, uns mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und gleichzeitig für unsere Kämpfe im Hier und Jetzt zu lernen.

ERINNERN HEIßT KÄMPFEN

OAT Karlsruhe


OAT Pforzheim:

Am Totensonntag den 26.11. beteiligten wir uns mit der VVN-BDA Pforzheim an dem Gedenktag für die Opfer des Faschismus. 1946 eingeführt findet dieser jedes Jahr statt, um an die Ermordeten, aber auch den Widerstandskämpfer*innen zu erinnern. Im Anschluss noch unsere Rede.

Liebe Genoss*innen, liebe Antifaschist*innen, Liebe Zuhörer*innen,

Wieder stehen wir hier am Totensonntag, versammelt am Denkmal und gedenken denen, die die Augen vor einem faschistischen Regime nicht geschlossen haben.

Wir gedenken all denen, die sich trotz dem hohen Preis gegen die Massen gestellt haben und keinen einzigen Schritt zurück getreten sind.

Wir gedenken denen, die ihr Leben verloren haben, da ein Regime, welches auf Hass, Blutlust und Vernichtung basiert, die Oberhand ergriff.

Wir gedenken all denen, die die Hände vor dem Kopf zusammenschlagen würden, wenn sie die heutige Welt sehen könnten. Mit der Erstarkung rechter Gruppierungen in ganz Deutschland. Die Revolte, die sich in Pforzheim immer wohler fühlt, mit den Reichsbürger*innen, die sich in Deutschland weiterhin vernetzen, den antisemitischen Angriffen auf Juden und Jüd*innen in Berlin, mit den Faschist*innen, die in Italien Politik machen, mit dem rechtspopulisten Geert Wilders, der die Wahl in den Niederlanden gewonnen hat und dem Sieg des rechtspopulisten Javier Milei aus Argentinien. Um nur ein paar Grausame Dinge aufzuzählen, mit denen man im heutigen Kampf gegen Hetze, Hass und Faschismus schnell den Kopf verlieren kann. Ich kann es verstehen, wenn Menschen sagen: „Wieso weiter kämpfen?“ Es wäre einfach, sich durch den Rechtsruck auf der ganzen Welt, die 101 Femizide, die in diesem Jahr in Deutschland passiert sind, dem Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine, dem Genozid im Sudan, den Konflikten im Gazastreifen, den Kriegen in Yemen, dem Klimawandel und dem Artensterben entkräftet zu fühlen, den Kopf eigentlich in den Sand stecken zu wollen und zu warten, bis es sich schon was ändern wird. Ich verstehe es, wenn man das Gefühl hat, die unsägliche Schwere der aktuellen Nachrichten würde einen erdrücken, die Luft zum Atmen rauben und in die Kniee zwängen.

DOCH, liebe Genoss*innen und Zuhörer*innen, egal wie grau die Welt auch scheint, wir dürfen nicht aufhören für das Gute zu kämpfen, wir dürfen unseren antifaschistischen Kampf nicht erschwächen lassen, wir dürfen nicht wegschauen, wenn es ungemütlich wird! Denn es weht immer eine rote Fahne am Horizont der Hoffnung. Gerade jetzt müssen wir weiterhin auf die Straße gehen, gegen die AFD oder den dritten Weg demonstrieren. Wir müssen antifaschistische Verbände stärken, den Kampf zusammen führen, wir müssen gegen Ausländer*innenfeindlichkeit laut werden, auf die rassistischen Strukturen in der Polizei und der Bundeswehr aufmerksam machen. Wir müssen an das Erinnern, was war und es nie wieder so weit kommen lassen. Unsere Solidarität mit Menschen, die für ihr Recht kämpfen darf nicht bei einer Landesgrenze abbrechen, wir müssen international für Gerechtigkeit kämpfen und uns gemeinsam den Rücken stärken. Der Kampf ist schwer, aber gemeinsam sind wir nicht alleine. Eine Genossin von uns hat immer gesagt: „Wo noch Luft ist, da ist Hoffnung. Also immer weiter atmen.“ Also lasst uns zusammen für eine bessere Welt kämpfen und an die Menschen denken, die leider nicht mehr unter uns sind.

„Hoch die internationale Solidarität!“
Dankeschön.