Protest gegen AfD-Veranstaltung in Villinger Theater

Zahlreiche Menschen demonstrierten am Sonntag (22.02.) in Villingen gegen die AfD Wahlkampfshow im Theater am Ring. Das Theater am Ring war großzügig von der Polizei abgeriegelt und mit Gittern gesichert worden. Die Ring-Straße wurde für den Verkehr gesperrt, um der AfD einen möglichst reibungslosen Ablauf ihrer Veranstaltungen zu ermöglichen. Ganz reibungslos lief es, wie bereits in der Vergangenheit schon, für die extremen Rechten nicht.

Bis zu 300 Menschen protestierten ab 18 Uhr, dem offiziellen Einlass Beginn der Rechten, lautstark vor dem Theater am Ring und direkt an den Gittern. Die AfD war gezwungen den Großteil ihrer Besucher:innen über einen Hintereingang in die Räume zu leiten. Antifaschist:innen blockierten zeitweilig den Vordereingang, mit dem Einschreiten der Bullerei kam es hier zu kleineren Rangeleien. Immer wieder musste im Laufe des Abends einzelnen Rechten und Faschisten, die versuchten sich durch die Proteste zu schlängeln, von Antifaschist:innen entgegengetreten werden, um ihnen deutlich zu machen, dass sie abhauen sollen. Neben lauten Parolen und klarem Widerspruch fanden auch ein paar Eier ihren Weg über die Polizeiabsperrung in Richtung der Afdler:innen.

Die Proteste begannen vom Offenen Antifaschistischen Treffen Villingen-Schwenningen um 17 Uhr am Bahnhof in Villingen. Unter der Parole „AfD heißt Merz ²“ hatten wir zu einer eigenen Demonstration aufgerufen. Vom Bahnhof aus liefen wir nach Auftakt und Rede mit einer kleinen, aber lauten und ausdrucksstarken Demo durch die Innenstadt zum Riettor. Entlang des Weges durch die Innenstadt sicherte und blockierte die Polizei jede mögliche Seitenstraße in Richtung des, im letzten Herbst, eröffneten AfD Büros in der Villinger Färberstraße.

Am Riettor fand eine Kundgebung statt zu der „VS ist Bunt“ unter dem Motto „Kuchen gegen Hass“ aufgerufen hatte. Viele der Menschen, die sich zuvor bei der Kundgebung von „VS ist Bunt“ gesammelt hatten, gingen dann mit uns die 100 Meter vom Riettor über die Straße direkt zur AfD Veranstaltung und beteiligten sich an den direkten Protesten.

Zu der AfD bleibt noch zu sagen, dass es ihnen mit ihrem stramm rechten „Spitzenkandidaten“ für die Landtagswahl 2026, Markus Frohnmaier, gelang etwas mehr als 200 Leute zu ihrer Veranstaltung zu locken. Neben Markus Fohnmaier waren weitere angekündigte Redner:innen der Rechten: Anna Nuguyen von der AfD Hessen, sowie Martin Rothweiler und Sebastian van Ryt von der lokalen AfD Villingen-Schwenningen.

Am 28. Februar auf nach Reutlingen gegen die AfD Veranstaltungen mit dem Faschisten Björn Höcke!

Und am 5. März nach Rottweil gegen die angekündigte AfD Veranstaltung, die einnmal mehr in der Rottweiler Stadthalle stattfinden soll.

Raus auf die Straße – keinen Raum der AfD!

 

Unsere Rede die wir vom Offenen Antifaschistischen Treffen VS zum Auftakt der Demonstration gehalten haben:

Hallo Antifaschistinnen und Antifaschisten, hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ich bin Meike vom Offenen Antifaschistischen Treffen.

Wieder sind wir auf der Straße gegen die AfD, rassistische Stimmungsmache und die Lügen von Rechtsaußen.

Wieder sind wir einige, die heute hier sind, um klare Kante zu zeigen gegen den Rechtsruck. Doch seien wir ehrlich: wir sind viel zu wenige.

In zwei Wochen wird in BaWü gewählt – sicher nicht das alles Entscheidende, aber dennoch ein Stimmungsbarometer über die politische Situation hier: Aktuelle Umfragen nennen die CDU mit knapp 30% und die AfD mit 20% – nehmen wir noch die FDP dazu, dann ist das eine ordentliche Mehrheit für das Rechte Lager. Die CDU unter dem Kanzler Merz und seiner rechten Hand Thorsten Frei, der im übrigen sein Büro hier in Villingen hat, machen eine straff rechte Politik. So groß sind die Unterschiede zur AfD nicht mehr. Bis AfD und CDU zusammen koalieren, ist doch eine Frage der Zeit – da brauchen wir uns nichts vor zu machen.

Die Antifaschistische Bewegung und das ganze klassenkämpferische linke Lager sind schwach – auch da brauchen wir uns nichts vor zu machen. Den Kopf in den Sand stecken, sollten wir dennoch nicht – Kämpfen lohnt sich immer.

Und wir haben dazu einige Gedanken auf was es da ankommt, um den Widerstand gegen die extreme Rechte zu stärken. Diese Gedanken will ich mit euch teilen:

Nichts Neues, aber grundlegend:

Die Situation in Deutschland ist seit Jahren geprägt durch eine tiefe Krise.
Weltweit steckt der Kapitalismus in der Krise.

Die Auswirkungen hier: zehntausende Arbeitsplätze in der Industrie sind verloren gegangen, Schulen, Bildung, öffentlicher Verkehr, Schwimmbäder, kommunale Versorgung, der Gesundheitsbereich und vieles mehr wird der militärischen Aufrüstung Deutschlands -zur stärksten Militärmacht Europas- geopfert. Es wird unter der aktuellen Merz CDU/CSU und SPD Regierung massiv bei den Arbeiter:innen und Lohnabhängigen gekürzt und angegriffen: die Debatten um Rentenkürzungen, länger arbeiten, mehr arbeiten, selber zahlen vom Zahnarzt, Feiertage streichen…. Das sorgt für Verunsicherung, das ist ein Angriff gegen alle, die tagtäglich diese Gesellschaft am Laufen halten.

Da sind wir gefordert:

Da können wir keinen Bogen drumrum machen. Das ist der Hintergrund vor dem sich die AfD als Opposition und angebliche Alternative inszeniert.

Die Lösung der Rassisten und Faschisten: Migrant:innen als Sündenböcke darstellen – für alles. Was die AfD als Angebot hat, ist so einfach wie falsch. Wenn vom Tisch der Großkonzerne und Reichen nur Krümel abfallen, dann ist die Lösung der extremen Rechten, nicht dafür zu kämpfen, dass wir mehr vom Kuchen bekommen, dass der Reichtum umverteilt wird, sondern dass manche gar nichts bekommen.

Hier liegt es an uns:

Es kommt darauf an der AfD ihr Mäntelchen der Opposition herunter zu reißen. Die Alternative zu Kapitalismus, Ellenbogen, Egoismus und Konkurrenz ist eine Antifaschistische, sie ist links. Punkt.

Die Antifaschistische Aktion als Antwort um dagegen zu halten:

Antifa ist keine jugendliche Subkultur, nicht die schwarze Regenjacke, sondern Antifaschismus ist die klare Haltung und der Kampf gegen die faschistische Gefahr, die sich da aufbaut.

Wir werden gegen die extreme Rechte, ihre Gewalt und Drohungen bestehen, wenn es uns gelingt den Widerstand, unsere Seite zu organisieren. Es wird uns gelingen den Aufstieg des faschistischen Lagers zu stoppen, wenn wir es schaffen, den Menschen, die in diesem Land leben, arbeiten, studieren und zur Schule gehen, eine Perspektive zu zeigen.

Was ich meine:

Wir müssen den Kampf um die Köpfe führen – wir müssen um die Menschen kämpfen. Wir können die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Lohnabhängigen, die Menschen um uns herum nicht den rechten Heuchlern überlassen. Das bedeutet: wir müssen uns streiten, einmischen, Solidarität und Zusammenhalt begreifbar machen – vielleicht noch viel mehr als wir es jetzt schon machen.

Das ist eigentlich kein Hexenwerk:

Antifaschistin und Antifaschist zu sein als grundlegende Haltung, als Teil des eigenen Ichs.

Antifaschistin und Antifaschist sein als selbstverständlicher Teil des eigenes Lebens.

Antifaschistisch handeln und organisiert sein, zusammengeschlossen mit Anderen – gemeinsam.

Was ich sagen will: Nicht gegen unseren Lebensalltag – nicht gegen Familie, dem Hobby, nicht gegen den Arbeitsalltag und 40 Std. Woche – sondern als Teil davon.

Antifaschismus und aktiv sein gehört dazu – nach den eigenen Möglichkeiten und mit unseren unterschiedlichen Erfahrungen und Fähigkeiten. Zu tun gibt es genug.

Antifaschismus ist kein Vollzeitjob, sondern Teil des Lebens.

Und:

Antifaschistisch organisieren, um den Nazis und Faschisten da die Stirn zu bieten, wo sie sich breit machen wollen.

Auf der Familienfeier, in der Schule, bei der Arbeit, im öffentlichen Raum, auf der Straße.

Was wir euch direkt anbieten können:

Organisierung – kommt zum Offenen Antifaschistischen Treffen. Gemeinsam diskutieren, planen und handeln.