Weltweit kämpfen feministische Aktivistinnen für eine Welt ohne Frauenunterdrückung, für Selbstbestimmung, gegen Ausbeutung, für Gerechtigkeit und ein gutes Leben für Alle. Dabei ist der Kampf gegen das Patriarchat unmittelbar verbunden mit dem Kampf gegen ein Wirtschaftssystem, das auf Profitmaximierung basiert und nicht an den Interessen der Menschen orientiert ist. In den letzten Jahren wurden Kampfformen wie z.B. der Frauenstreik neu belebt und das ist auch bitter notwendig, denn bereits erkämpfte Frauenrechte werden wieder offen in Frage gestellt.
Rechtsruck bekämpfen ist für uns Frauen Überlebenssache.
Rund um den Globus stellen wir seit Jahren eine deutliche Rechtsentwicklung bis weit in die Mitte der Parteienlandschaft und der Gesellschaft fest. Zu den Grundüberzeugungen rechter bis faschistoider Gesinnung gehört ein religiös-reaktionäres Frauenbild. Das bedeutet die Absage an alle emanzipatorischen Lebensformen, die Verpflichtung für Frauen, möglichst viele Kinder zu bekommen, die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen wird weiter verschärft, die Gewalt an Frauen nimmt zu und die Zahl der Femizide steigt.
Gleichzeitig werden erkämpfte Rechte im Arbeitsleben und soziale Errungenschaften abgebaut. Frauenarmut bleibt ein Grundproblem, während alles getan wird, um die Profitraten der Aktionäre zu sichern, damit die Reichen immer reicher werden können. Machen wir uns keine Hoffnungen, dass die Regierungen des Kapitals an diesen Zuständen etwas ändern. Das müssen wir schon selber tun!
Kriegsregime und Spardiktat: Nicht mit uns!
Deutschland soll wieder kriegstüchtig gemacht werden und bei der Aufrüstung und Kriegsvorbereitung in Europa eine Spitzenfunktion einnehmen. An vielen Kriegen um wirtschaftliche und militärische Einflusssphären ist die BRD seit Jahren direkt oder indirekt beteiligt durch militärische Interventionen, Waffenlieferungen, Wirtschaftsboykotte und mediale Einflussnahme. Für die neu ausgerufene Kriegstüchtigkeit, den Ausbau der Bundeswehr, Waffenproduktion und -lieferungen in Kriegsgebiete werden Sondervermögen kreiert und immer neue Ausgaben bewilligt.
Die Schulden und die Kreditlasten werden aus den öffentlichen Haushalten refinanziert. Das heißt, dass letztendlich wir als Beschäftigte und Menschen, die auf die öffentliche Leistungen angewiesen sind, dafür zahlen müssen. Diese Sparmaßnahmen finden schon jetzt statt, auch hier in Karlsruhe. Öffentliche Gelder für z.B. Frauenberatungsstellen, den Geschwisterkindzuschlag für die Kita oder die Jugendhilfe werden gestrichen.Diese Folgen werden als alternativlos darstellt und treffen wie immer uns Frauen ganz besonders. Vor diesem Hintergrund hat der “Internationale Frauenkamptag” 2026 für uns eine besondere Bedeutung. Wir sind nicht bereit, unsere zunehmende Verarmung, Einkommensverluste und Abbau von sozialen Errungenschaften hinzunehmen, um den Ausbau eines Kriegsregimes zu unterstützen. Sparen wir uns die Parteien des Kapitals! Verweigern wir uns der Kriegspolitik! Streiken und sabotieren wir! Werden wir Teil einer breiten kämpferischen Frauenbewegung!
Frauenkampf ist international!
Die Politik der Herrschenden führt auf der ganzen Welt zu kriegerischen Konflikten. Dabei werden die Körper von Frauen zum Schlachtfeld. Systematische Vergewaltigungen, sexuelle Sklaverei und weitere grausame Ausbeutung sind dabei nicht die Tat von Männern, die ihre Triebe nicht beherrschen. Sie sind ein gezielter Akt der Demütigung und Zerstörung von Frauenleben und sollen die soziale Ordnung brechen.
Doch mutige Frauen, ob im Sudan, in Afghanistan, im Kongo oder in Palästina und an vielen anderen Orten zwingen uns hinzusehen. Sie riskieren täglich ihr Leben, indem sie Öffentlichkeit zu den Kriegsverbrechen herstellen und sich wehren. Diese kämpferischen Frauen machen Mut und fordern zum Widerstand auf.
Widerstand, den wir bei uns fortsetzen müssen. Wehren auch wir uns gegen Krieg und Wehrpflicht. Denn die Debatte um Einbeziehung von Frauen in die Bundeswehr ist kein emanzipatorischer Fortschritt. Krieg bedeutet auch immer Krieg gegen uns Frauen. Unsere Perspektive ist auf der Seite unserer Schwestern auf der ganzen Welt. Ihnen gilt unsere Solidarität.
Sie zeigen uns nicht nur, dass Widerstand notwendig ist, sondern auch, was wir erreichen können.
Frauenbefreiung ist möglich – lassen wir uns unsere Träume nicht zerstören.
Die Frauenbewegung in Rojava/Nordsyrien hat es trotz massiven Widerstands geschafft, eine Frauenrevolution einzuleiten. Mit Doppelstrukturen, autonomen Fraueneinheiten, Schaffung von Frauenhäusern und gesellschaftlicher und juristischer Gleichstellung haben sie sich ihren Platz in der Gesellschaft erkämpft. Aber auch mit den aktuellen Entwicklungen in der Region ist der Kampf gegen die Islamisten noch nicht vorbei. Egal, ob sie von der Türkei kommen oder die neue Regierung in Damaskus bilden. Die Frauen in Rojava haben bereits angekündigt, dass sie sich nicht unterordnen und ihre erkämpften Rechte verteidigen werden im Vertrauen auf ihre Fähigkeiten und die eigenen Möglichkeiten, Geduld und Ausdauer bei der weiteren Entwicklung und der Veränderung patriarchaler Gesellschaftsstrukturen.
Auch in Deutschland müssen wir unsere Wut über die bestehenden Verhältnisse in Widerstand verwandeln. Nur gemeinsam, organisiert und unbeherrschbar können wir die Welt verändern. Wir müssen unseren Kampfformen um Befreiung eine neue Qualität geben. Der Internationale Frauentag kann dazu ein Auftakt sein und ein Schritt, indem wir deutlich machen, dass wir uns durch angesetzte Landtagswahlen an diesem Tag nicht von Protesten abhalten lassen und am Aufbau einer kraftvollen Bewegung mit internationaler Zusammenarbeit weiterarbeiten werden.
Machen wir das Jahr 2026 zu einem neuen Schritt in eine Zukunft ohne Frauenunterdrückung, Ausbeutung und Krieg!
Natürlich findet nicht nur in Karlsruhe eine Demonstration statt:
Weitere Möglichkeiten zum 8. März aktiv zu werden:
Basel:
Demonstration: 14 Uhr – Ni Una Menos Platz → Aufruf
Bern:
Demonstration: 15 Uhr – Bahnhofplatz → Aufruf
Frankfurt:
Demonstration: 14 Uhr – Hauptwache → Aufruf
Freiburg:
Kundgebung: 16:30 Uhr – Platz der Alten Synagoge
Demonstration: 16:30 Uhr – Platz der Alten Synagoge → Aufruf
Landau:
Demonstration: 14 Uhr – Untertorplatz → Aufruf
München:
Infostände: 13 Uhr – Marienplatz
Kundgebung: 15 Uhr – Marienplatz
Demonstration: 16 Uhr – Marienplatz → Aufruf
Rosenheim:
Demonstration: 16 Uhr – Salingarten → Aufruf
Schwenningen:
Demonstration: 14 Uhr – Hockenplatz → Aufruf
Stuttgart:
Demonstration: 14 Uhr – Schlossplatz → Aufruf
Tübingen:
Demonstration: 15 Uhr – Europaplatz → Aufruf
Winterthur:
Demonstration: 07.03. – 10:30 Uhr → Archhöfe – Aufruf
Zürich:
Demonstration: 07.03. – 13:30 Uhr → Paradeplatz – Aufruf
Zur geschichtlichen Einordnung möchten wir an der Stelle auf unseren Redaktionsbeitrag „Gemeinsam auf die Straße am Frauen*kampftag“ hinweisen:
„Der 8. März ist seit über hundert Jahren ein Tag des feministischen Widerstands, der seine Wurzeln in der internationalen Arbeiter:innenbewegung hat. Weltweit wird an diesem Tag für ökonomische Gleichberechtigung, für gleiche Rechte aller Geschlechter und gegen sexistische Diskriminierung und Gewalt demonstriert. Am 27. August 1910 schlug die Sozialistin Clara Zetkin1 auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentags vor. […]
Den Kampf FÜR eine befreite Gesellschaft schaffen wir nur Seite an Seite: Frauen*, Antifaschist:innen, Revolutionär:innen. Geht also heute mit auf die Straße, unterstützt den Frauen*kampftag und seid Teil davon. Eine befreite Gesellschaft können wir nur gemeinsam erkämpfen und aufbauen und daher ist der feministische Kampf antifaschistisch und der antifaschistische Kampf muss feministisch sein.“

