Erfolgreicher Protest gegen AfD-Stand

Die AfD wollte gestern mit einem Infostand auf dem Marktplatz unter dem Deckmantel von Naturschutz ihre rechte Hetze verbreiten. Nachdem wir bereits angekündigt hatten, dies nicht umkommentiert geschehen zu lassen, standen bereits ab vormittags an jedem Eingang zum Marktplatz etliche Polizeiautos und -beamt:innen, während halbherzig getarnte Zivilbeamte um das Café Gegendruck herumschlichen. Trotzdem gelang es 50 Antifaschist:innen, mit Bannern und Fahnen direkt am AfD-Stand aufzutauchen und lautstark zu protestieren. Die AfD war merkbar aufgebracht, da sich auch die wenigen Menschen, die sich in der Nähe des Standes aufgehalten hatten, mit Beginn des Gegenprotests von dort entfernten.

Die Polizei begann nach einiger Zeit die Gruppe Antifaschist:innen mit Tritten und Schlägen vom Platz zu drängen. Kurz darauf kesselte sie ca. 30 Antifaschist:innen auf dem Marktplatz ein. Bereits zu diesem Zeitpunkt war niemand mehr am Stand der AfD, wohingegen sich mit dem eingekesselten Protest viele Menschen auf dem Marktplatz solidarisierten. Über die Lautsprecher einer Kundgebung von Fridays for Future neben der Heiliggeistkirche konnte ein Genosse eine Rede verlesen, die sich gegen die AfD und die Politik der Reichen und Mächtigen richtete. Die Polizei, der die Solidarität der Außenstehenden ein Dorn im Auge war, drohte dem Genossen mit Platzverweis und Gewahrsam, obwohl er lediglich auf einer angemeldeten Kundgebung eine Rede hielt. Trotz Hitze und stundenlangem Kessel blieb die Stimmung mit Parolen und Liedern ungebrochen, entschlossen und laut. Die 30 Antifaschist:innen wurden nach und nach mit Gefangenentransportern in die nächste Wache gefahren, teilweise erkennungsdienstlich behandelt und mit Platzverweisen für die gesamte Altstadt belegt, obwohl ihnen lediglich eine Ordnungswidrigkeit vorgeworfen wurde.

Nachdem alle Genoss:innen aus dem Revier entlassen und empfangen wurden, verfolgten mehrere Polizeiautos und Zivilbeamte die Antifaschist:innen noch über einige Zeit. Wir konnten die AfD gestern erfolgreich stören. Kaum jemand kam nach Beginn unseres Protests an ihren Stand, wohingegen die Aufmerksamkeit des Marktplatzes über mehrere Stunden vollständig auf dem Gegenprotest lag. Wir konnten mit unseren Parolen, Liedern und Reden unsere Inhalte auf dem Marktplatz verbreiten und klarmachen, dass die AfD nicht unser einziges Problem ist. Die Kriminalisierung unseres Protests wird uns nicht einschüchtern und schon gar nicht davon abhalten, wieder für eine bessere Zukunft auf die Straße zu gehen. Wann, wie und wo wir es für richtig halten.