Kandidaten der AfD zur Landtagswahl unter der Lupe

Die Kandidaturen der AfD in Baden-Württemberg zur Landtagswahl am 8. März 2026

Die extrem rechte Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) tritt am 8. März 2026 zur Landtagswahl in Baden-Württemberg an.

Nach Umfragen im Dezember 2025 könnte die AfD mit 21% der Stimmen zur zweitstärksten Partei werden.

Am 31. Mai und 1. Juni 2025 wurde in Heilbronn auf einem Delegierten-Landesparteitag eine Landesliste mit 60 Plätzen gewählt. Darüber hinaus gibt es auch noch in jedem der 70 Wahlkreise Kandidat/innen und Ersatz-Kandidat/innen der AfD.

Im Folgenden porträtieren wir als „Antifaschistisches Dokumentations- und Informations Zentrum Baden-Württemberg“ (ADIZ BaWü) kritisch die 60 Listen-Kandidat/innen und die 70 Direktkandidat/innen der AfD.

Nach den derzeitigen Umfrage-Ergebnissen würden die ersten 25 Listen-Kandidat/innen in den Landtag einzuziehen. Dazu kommen noch mögliche Direktmandate.

Von diesen 25 Listenkandidat/innen sind acht aktuell Landtagsabgeordnete und mindestens vier weitere Mitarbeiter/innen der Abgeordneten. Lediglich drei der Listenplätze 1 bis 25 sind mit Frauen besetzt.

Nicht auf der Liste taucht der AfD-Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier auf, der zwar Ministerpräsidenten-Kandidat der AfD ist aber selber gar nicht für den Landtag kandidiert.

Unsere Überblick macht klar, dass die AfD-Kandidat/innen auch über das Parteiprogramm hinaus extreme rechte Inhalte vertreten. Zum Beispiel Geschichtsrevisionismus: Mindestens vier der 60 Kandidat/innen versuchen den Nationalsozialismus als linke Ideologie darzustellen. Ebenso positionierten sich vier Kandidat/innen sich queerfeindlich.

Um es deutlich zu schreiben: Unsere Zusammenstellung soll nicht zeigen, dass einzelne AfD-Kandidat/innen Kontakte in die extrem rechte Szene haben oder extrem rechte Positionen vertreten. Wer Mitglied der AfD ist, die oder der ist Mitglied einer extrem rechten Partei.

Uns geht es vielmehr darum, aufzuzeigen dass die einzelnen Kandidat/innen sich in einem extrem rechten Netzwerk bewegen, welches über die AfD hinaus reicht, und sich auch entsprechend äußern. Diese verbürgten Informationen können dazu verwendet werden die einzelnen Kandidat/innen zu konfrontieren.

Wenn ihr mehr Informationen habt, dann schickt sie uns gerne zu.

60 Listenkandidat/innen

Landtagswahl Baden-Württemberg

1. Emil Sänze – der Völkische

Emil Sänze, Jahrgang 1950, ist Erstplatzierter der AfD zur Landtagswahl 2026. Sänze lebt im Rottweiler Ortsteil Refrizhausen. In Rottweil betreibt er auch ein Bürgerbüro.

Er ist bereits seit 2016 Landtagsabgeordneter, zudem ist er Schatzmeister der „Gustav-von-Struve-Stiftung e.V.“.

Über den Hardcore-Antisemiten und ehemaligen AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon meinte Sänze ernsthaft: „Ich habe von Herrn Gedeon nie etwas Antisemitisches gehört“[1] Und weiter wusste er über Gedeon: „Er ist ein respektabler Mann, weil er die anderen auch respektiert.“[2]

Über die Causa Gedeon kam es kurzfristig zur Spaltung der AfD-Landtagsfraktion. Nach der Fraktions-Wiedervereinigung im Oktober 2016 wurde er zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Kaum verwunderlich stimmte Sänze im September 2019 für die Wiederaufnahme von Wolfgang Gedeon in die Fraktion.

Laut der AfD-Aussteigerin Claudia Martin soll Sänze einen Plan in Auftrag gegeben haben, der vorsieht Asylbewerber in Sonderlagern zu kasernieren und sie dort als Aufbauhelfer für die Rückkehr in ihre Heimat vorzubereiten.[3]

Bereits am 11. September 2019 verwendete Sänze den neurechten Remigrations-Begriff:

„Unsere Devise heißt: Remigration statt Integration.“

In einem Pressegespräch am Rande eines AfD-Bürgerdialogs am 9. Januar 2020 meinte Sänze:

„Wir denken nicht in Parteiideologien. Wir denken völkisch.”[4]

Völkisch bezeichnet eine Variante von rassistischen Nationalismus, der sich auf die Herkunft bezieht.

Ansonsten übt er sich in dem traditionellen rechten Antikommunismus. So verbreitete er etwa 2020 ein sharepic auf dem die damalige Bundeskanzlerin dargestellt ist, die als Kommunistin nach der Weltkugel greift.

In Bezug auf den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) fabulierte Sänze im September 2021 in einem sharepic von „Der Grün/Schwarze Corona-Faschismus“.

Auch das Feindbild Islam bedient Sänze kräftig. So meinte er am 14. Oktober 2022:

„Köln gibt sich auf?! Religionsfreiheit oder Machtdemonstration des politischen Islam? […] Die Europäer verhinderten vor Wien die Islamisierung Europas, jetzt werden wir ohne Gegenwehr über Einwanderung islamisiert.“[5]

Auf Facebook beklagte sich Sänze am 19. September 2024 in Weidel-Tonlage: „’Der Deutsche wird aus dem öffentlichen Raum gestochen!‘ […] Nirgends ist mehr Sicherheit, überall sind Messermänner. Das aufdringliche Diversitätsmarketing der Lebensmittelkrämer, Modisten oder Bewegt-Mobilitäts-Dienstleister, ja staatlicher Stellen, sehe ich als gewissenlos, opportunistisch, bedrückend und verantwortungslos. Die Realität sehen wir doch. Das tägliche mediale Aufdrängen und brutale Vergewaltigen der Normalität erinnert mich fast schon an das ‚Einheitlichkeitsmarketing‘ derjenigen Leute, die der Gesellschaft vor 90 Jahren, der Politik liebedienernd, in Geltungs- und Profitsucht einen vermeintlichen Norm-Typus aufgenötigt haben.“

Partei-intern ist Sänze zum Teil als autoritär verrufen und wird von Gegner/innen als „Kim Jong Emil“ bezeichnet.


Quellen:

[1] Rüdiger Soldt, Justus Bender: Felix Klein kritisiert die baden-württembergische AfD, FAZ, 01.08.2018

[2] Rüdiger Soldt: Die Handschrift des „Flügels“, FAZ, 27.12.2019

[3] Michael Sapper: AfD-Politikerin tritt aus Partei aus und rechnet mit ihr ab, „Der Merkur“, 18.12.2016

[4] Martin Himmelheber: AfD-Versammlung in Rottweil: Handzahm mit Verschwörungstheorien, NRWZ, 30. November 2023

[5] Wikipedia

2. Martin Rothweiler – der Fraktions-Nachwuchs

Auf Listenplatz 2 folgt mit Martin Rothweiler, Jahrgang 1978, eine Person, die bisher noch nicht im Landtag sitzt. Intern wird er aber bereits als neuer Landtagsfraktionschef gehandelt.[6]

Rothweiler ist Sprecher des AfD-Kreisverband Schwarzwald-Baar und wohnt in Villingen.

Der ehemalige Betriebswirt und freiberufliche Unternehmensberater für kleine und mittlere Unternehmen „mit Schwerpunkt Italien“ ist aktuell Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Marc Bernhard.

Rothweiler ist seit 2013 AfD-Mitglied und nahm für den aus der Partei ausgetreten Jan-Christoph Uhl das Stadtrat-Mandat in Villingen-Schwenningen an.

Er trat als Gastredner beim ersten Bundesparteitag der neuen Partei „Alternative für Italien“ am 1. Oktober 2016 in Rom.


Quellen:

[6] dpa Baden-Württemberg: Das soll der neue starke Mann der AfD im Südwesten werden, Die Zeit, 20. November 2025

3. Anton Baron – der Nicht-Intellektuelle

Auf Listenplatz 3 kandidiert der AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron, Jahrgang 1987. Der Russlanddeutsche kam im Alter von vier Jahren von Kasachstan nach Deutschland.

Der Wirtschaftsingenieur und Produktmanager wohnt seit 2018 in Öhringen.

Er ist nicht nur AfD-Landtagsabgeordneter, sondern auch Mitglied im 24-köpfigen Kuratorium der „Landeszentrale für politische Bildung“.

Bereits seit Ende 2014 ist Baron AfD-Mitglied. Zudem ist er stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverbandes Hohenlohe und Schwäbisch Hall und Mitglied der Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Er teilt das geschichtsrevisionistische Weltbild der AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel., Laut einem Zeitungsbericht versuchte Anton Baron 2025

„Zehntklässlern des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums Murrhardt bei einem Besuch im Stuttgarter Landtag beizubringen, dass Adolf Hitler ein Sozialist gewesen sei“.[7]

Emil Sänze (siehe Platz 1) äußerte sich 2023 herablassend über seinen Fraktions-Kollegen:

„Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zu ihm, weil er oft intellektuell nicht folgen konnte – aber er ist ein netter Bursche.“[8]


Quellen:

[7] Peter Schwarz: AfD Rems-Murr: Ein Polizist und ein Abservierter mischen bei Landtagswahl mit, ZVW, 05.05.2025

[8] Anton Baron neuer AfD-Fraktionschef: Sänze auf Konfrontation, Die Zeit, 10. Januar 2023

4. Daniel Lindenschmid – der Zwischenrufer

Daniel Lindenschmid, Jahrgang 1992, wohnt in Backnang, ist Fachinformatiker und sitzt seit 2021 für die AfD im Landtag.

Er war 2015 Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels. Er war stellvertretender Landes- und Bezirksvorsitzender der „Jungen Alternative Baden-Württemberg“ und trat im November 2018 als Reaktion auf die Beobachtung der „Jungen Alternative“ (JA) durch den Landesverfassungsschutz von seinen Ämtern bei der JA zurück und aus der JA aus.

Auf der rechts-christlichen Demonstration „Demo für alle“ am 28. Februar 2016 in Stuttgart lief Lindenschmid im Block der „Identitären Bewegung“ mit.

Im Jahr 2023 meinte Lindenschmid: „An den Händen der Regierung klebt Blut. Für ihre Ideologie der offenen Grenzen gehen Sie über Leichen.“[9]

Lindenschmid veröffentlichte 2023 einen Facebook-Post, der eine Rede der Grünen-Abgeordneten Tuncer zum Thema „Gewalt in Freibädern“ manipulativ zusammenschnitt und löste damit eine massive Welle von Hasskommentaren, mit teils strafrechtlicher Relevanz, aus.[10]

Auf Instagram veröffentlichte Lindenschmid am 26. Mai 2025 ein Bild von mehreren blauen Plastik-Flugzeugen zusammen mit der Botschaft: „Abschiebestaffel steht bereit“.

Auf dem AfD-Landesparteitag am 1. Juni 2025 in Heilbronn posierte Lindenschmid mit einer so genannten Stolzmonat-Fahne.

Im Dezember 2025 trat Lindenschmid nach einem Ordnungsruf auf Grund des Zwischenrufs „Einmal kurz die Fresse halten“ mit einem Tshirt mit der Aufschrift „einfach mal die Fresse halten“ auf.[11]


Quellen:

[9] Ulrike Bäuerlein: Der Hohenloher Anton Baron ist das neue Gesicht der AfD-Fraktion: Netter Auftritt, rechter Kern?, „Heilbronner Stimme“, 2. März 2023

[10] red: Ermittlungen wegen Facebook-Posts des AfD-Landtagsabgeordneten Lindenschmid, „Backnanger Kreiszeitung“, 11. August 2023

[11] „Einmal kurz die Fresse halten“: Entgleisung von AfD-Mann im Landtag von Baden-Württemberg, Tagesspiegel, 04.12.2025

5. Dennis Klecker – Kandidat

Der AfD-Landtagsabgeordnete Dennis Klecker, Jahrgang 1990, wohnt in Ilsfeld und war eigentlich Gärtner im öffentlichen Dienst. Klecker ersetzte am 31. August 2023 Dr. Rainer Podeswa als Landtagsabgeordneter.

In Heilbronn betreibt er mit weiteren Abgeordneten ein AfD-Bürgerbüro.

Klecker ist seit 2013 AfD-Mitglied und seit 2014 Kreisrat im Landkreis Heilbronn und seit Juni 2018 Gemeinderat in Ilsfeld.

Im Jahr 2015 war er Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels.

6. Miquel Klauß – der Massenabschieber

Der AfD-Landtagsabgeordnete Miguel Klauß, Jahrgang 1986, aus Jettingen war vor seiner Wahl 2021 Technischer Betriebswirt bei Daimler. Möglicherweise besuchte ihn auf Grund seiner Beziehung zur Automobil-Industrie 2024 eine Gruppe der extrem rechten Betriebsratsliste „Zentrum“. Die Pseudo-Gewerkschaft begann als Betriebsratsliste bei Daimler in Stuttgart-Untertürkheim.

Klauß fiel in den letzten Jahren durch Hass-Kampagnen gegen Geflüchtete auf. Bereits 2016 verlangte er eine „Abschiebekultur“.

Ab 2024 veröffentlichte er einen Jahreskalender mit dem Titel „Die 12 schönsten Abschiebeflieger“.

Am 12. Februar 2025 schrieb Klauß von einer „Migrations-Katastrophe“.

Klauß gab am 17. September 2025 an, nicht nur 2,6 Millionen Menschen ausländische Bürgergeldempfänger/innen abschieben zu wollen, sondern „bedeutend mehr“.

Seit 2024 wurde gegen Klauß wegen Volksverhetzung ermittelt. Mitte Januar 2026 wurde bekannt dass die Staatsanwaltschaft Tübingen einen Strafbefehl wegen „Volksverhetzung, der Belohnung und Billigung von Straftaten und des § 33 Kunsturhebergesetz“ gegen ihn beantragt hat. Angelastet werden ihm drei Beiträge aus den Jahren 2023 und 2024 in unterschiedlichen sozialen Medien.[12]

Als Teilzeitkraft im Aluminiumeinkauf bei Mercedes-Benz verursachte er interne Beschwerden durch Kolleg/innen wegen diskriminierender Social-Media-Posts. Mercedes distanzierte sich öffentlich von ihm, da seine AfD-Positionen „nicht mit Unternehmenswerten vereinbar“ seien.[13]


Quellen:

[12] Roland Müller: Wegen Social-Media-Beiträgen – Strafbefehl gegen Miguel Klauß beantragt, „Schwartwälder Bote“, 12.01.2026

[13] Till Eckert, Niclas Fiegert, Stella Hesch: AfD-Abgeordneter bei Mercedes: Mitarbeiter beschweren sich, CORRECTIV, 14. März 2025

7. Bernhard Eisenhut – der mögliche Identitären-Sympathisant

Der AfD-Landtagsabgeordnete Bernhard Eisenhut, Jahrgang 1958, wohnt in Rielasingen-Worblingen. Von Beruf war er Kaufmann und Uhrmacher.

In Singen soll er ein Landtagsbüro betreiben.

Eisenhut nahm 2022 an zumindest einem der sogenannten Montagsspaziergänge in Singen teil und verteilte Werbematerial des extrem rechten Online-Fernsehsenders AUF1 aus Österreich.

Der „Südkurier“ vom 20. Dezember 2024 berichtete, dass laut einer anonymen Quelle eine Spende von Eisenhut an die Identitären-Gruppe „Wackre Schwaben“ geflossen sein soll.[14]

Eisenhut ist seit 2016 AfD-Mitglied und seit 2021 Landtagsabgeordneter. Er ist auch Schatzmeister in der AfD-Kreisverband Konstanz, Mitglied im AfD-nahen „Verein konservativer Kommunalpolitiker“ und seit 2019 AfD-Kreisrat im Kreis Konstanz.

Er stellte im März 2024 eine kleine Anfrage zugunsten der verbotenen neonazistischen „Die Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“, die man als sympathisierend interpretieren kann.

Eisenhut meinte 2023

„der überwiegende Teil derjenigen, die seit 2015 in unser Land gekommen sind, zeigen, dass sie auch vor unserem Volk, unserer Polizei und unserer Lebensweise keinerlei Respekt haben und uns auch noch verachten“.[15]

Im Oktober 2025 hetzte Eisenhut gegen Geflüchtete:

„Die tollen Fachkräfte, die wir jetzt hier haben, das wird wohl nichts. Das sind ja eigentlich nur Fachkräfte in Messerstechen und Vergewaltigen.“

Deswegen ist er derzeit wegen Volksverhetzung angeklagt.[16]


Quellen:

[14] Stephan Freißmann: Arbeiten AfD und Identitäre Bewegung wirklich nicht zusammen? Ein AfD-Insider sieht das anders, Südkurier, 20.12.2024

[15] Stephan Freißmann: Bernhard Eisenhut und die „Artgemeinschaft“: Wie rechtsextrem ist der AfD-Abgeordnete?, Südkurier, 06.03.2024

[16] Verdacht auf Volksverhetzung, SWR, 18.11.2025

8. Carmen Haug – die Schwester des Bundestagsabgeordneten

Carmen Haug, Jahrgang 1976, aus Bad Waldsee und ist von Beruf Angestellte.

Sie ist Vorsitzende des AfD-Kreisverband Ravensburg.

Ihr Bruder ist Jochen Haug, der in Köln lebt, ist seit 2017 AfD-Bundestagsabgeordneter.

9. Karlheinz Kolb – der Rentner

Karlheinz Kolb, Jahrgang 1954, aus Ketsch ist seit Mai 2018 Rentner. Davor ist er in der Versicherungswirtschaft beschäftigt gewesen.

Er ist seit 2014 AfD-Mitglied, Schatzmeister im Vorstand des AfD-Kreisverband Rhein-Neckar und ist Mitglied der AfD-Fraktion im „Verband Region Rhein-Neckar“ (VRRN).

Er war 2015 Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels.

10. Hans-Peter Hörner – der extrem rechte Publizist

Der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Hörner, Jahrgang 1951, aus Balingen-Frommern stellt sich selber als „Mann mit konservativen Ansichten“ dar.

Hörner war 1976 bis 2019 Lehrer, Oberstudienrat und Berufsschullehrer an der Kaufmännischen Schule Hechingen.

Hörner trat Ende 2016 der AfD bei, ist seit März 2021 AfD-Landtagsabgeordneter und seit September 2021 AfD-Landesschatzmeister.

An seinem Wohnort in Balingen-Frommern betreibt er sein Wahlkreisbüro.

Hörner verteidigte Gaulands Spruch, die Nazi-Diktatur sei nur ein „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte gewesen.

Für das Online-Hetz-Portal „PI-News“ ist er Verfasser einer Kolumne, die jeweils zum Monatsanfang erscheint.

Außerdem war er schon Autor für die rechten Publikation „InfoDirekt“ aus Österreich (2022) und den neurechten Blog „Blaue Narzisse“ (2023).

Ebenso wie Emil Sänze (Listenplatz 1) verteidigte Hörner den Antisemiten Wolfgang Gedeon:

„Mit Wolfgang Gedeon habe ich geredet. Er verwahrt sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus. Ich sehe ihn nicht als Antisemit. Völlig klar ist auch ihm, dass das, was vor rund 80 Jahren in Deutschland passiert ist, eine Schande für unser Land ist. Die Bundesrepublik hat sich aber seit Jahrzehnten darum bemüht, Wiedergutmachung in Israel zu leisten. Es ist sehr viel Geld in dieses Land geflossen. Ich teile die Ansicht Gedeons, dass diese Hilfe in Israel nicht anerkannt und wertgeschätzt wird.“[17]

Im Interview mit „PI-News“ vom 30. Januar 2024 sah der ehemalige Lehrer (!) Hörner einen „ausgesprochen linken Charakter“ des Nationalsozialismus:

„Indem man die AfD mit der Nazi-Keule angreift, zeigt man seine entsetzliche historische Unkenntnis und relativiert die Verbrechen der deutschen Diktaturen. Außerdem ignoriert man völlig ahistorisch den ausgesprochen linken Charakter des „National-Sozialismus“. Hier sehe ich Handlungsbedarf auch in der historisch korrekten Gestaltung von Lehrinhalten. Denn wenn alles Rechtsextremismus ist, ist nichts mehr Rechtsextremismus.“

Im selben Jahr sah Hörner Deutschland „wieder im Stalinismus angekommen“.

Über Hörners Walten in der Kreis-AfD Zollernalb berichtet der rechte AfD-Aussteiger Stefan Buck im Interview: „Insbesondere Hörner habe seine Stellung auch dazu genutzt, sagt Buck, die zuvor von der Schatzmeisterin verantwortete Aufnahme neuer Mitglieder zu übernehmen. Dies offensichtlich nicht immer korrekt: Buck berichtet von Mitgliedsanträgen, die Hörner auf Eis gelegt haben soll, weil er befürchtet habe, die Neulinge könnten seine Mehrheit innerhalb des AfD-Kreisverbands und damit seine wohl angestrebte Nominierung als Kandidat für die nächste Landtagswahl gefährden. Ein türkischstämmiger Aspirant sei in fast schon rassistischem Ton angeschrieben worden. Wegen der Aufnahmeverweigerungen und dem Schreiben habe der Kreisvorstand sogar Rügen vom Landesverband der AfD erhalten, so Buck.“[18]

Hörner trat mehrfach auf rechten Demonstrationen als Redner auf.

In seiner Rede in Balingen am 18. November 2023 forderte er:

„Und für dieses Land rentiert es sich, einzustehen – bis zum letzten Blutstropfen“.


Quellen:

[17] Hermann-Peter Steinmüller: AfD-Kandidat Hans-Peter Hörner: „Der leistende Mensch ist auf der Strecke geblieben“, Südkurier, 07.09.2017

[18] Ein Jahr AfD reicht ihm für das ganze Leben, 10.12.2019

11. Sandro Scheer – der Verschwörungs-Märchenonkel

Sandro Scheer, Jahrgang 1978, aus Göppingen ist ein ehemaliger Zeitsoldat.

Er war Büroleiter und persönlicher Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Volker Münz.

Er ist Mitglied im AfD-Landesvorstand, Vize-Vorsitzender des AfD-Ortsverbands Unteres Filstal und Mitglied des Stadt-, Kreis- und Regionalrat in Göppingen.

Seit Februar 2025 sitzt Scheer als Nachrücker für Hans-Jürgen Goßner im Landtag von Baden-Württemberg.

Ein Foto auf einer Unterseite des AfD-Kreisverbands Göppingen ist ein Bild zu finden, auf dem Sandro Scheer ein Handysymbol zeigt, welches der White-Power-Geste ähnelt.

Grundsätzlich scheint Scheer eine Menge Verschwörungsmythen zu glauben. So glaubt er aus einem Schatten auf einem pixeligen Bild zu erkennen das Selenskyj die Hose falsch herum angezogen hätte oder er teilt auf X einen Beitrag der Verschwörungsideologin Eva Herman, die andeutet Macron und Merz hätten in einem Zug Drogen konsumiert.

Auch das Märchen das die Bezeichnung Osterhase durch Sitzhase ersetzt werden soll, war er im Mai 2025 bereit zu glauben.

Scheer schloss sich 2025 der queerfeindlichen Stolzmonat-Kampagne an.

Im November 2025 forderte Scheer via sharepic „Schwarz-Rot-Gold statt Regenbogenfahne!“

Natürlich hetzte Scheer auch gegen Geflüchtete. Im November 2025 forderte er auf einem sharepic „Es ist Zeit abzuschieben, bis die Startbahn glüht.“

Inzwischen hat sich Scheer dem neurechten Vorfeld außerhalb der Partei angenäher. So besuchte er am 7. und 8. November 2025 den Jahreskongress des „Studienzentrum Weikersheim“.

Außerdem verkündete er am 30. November 2025 auf Facebook ein Buch aus dem neurechten Antaios-Verlag zu lesen.

12. Alexsej Zimmer – der Zeitsoldat

Der Russlanddeutsche Alexsej Zimmer, Jahrgang 1988, aus Pforzheim ist von Beruf Buchhaltungs-Leiter Davor war er acht Jahre lang Zeitsoldat.

Seine Schwester ist die AfD-Bundestagsabgeordnete Diana Zimmer aus Pforzheim.

Zimmer ist seit 2017 AfD-Mitglied, stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverband Pforzheim/Enzkreis und seit 2019 AfD-Stadtrat in Pforzheim.

13. Joachim Kuhs – der christliche Rechte

Joachim Kuhs, Jahrgang 1956, wohnt in Baden-Baden und war Referatsleiter beim Staatlichen Rechnungsprüfungsamt in Freiburg.

Kuhs ist Laienprediger und Gemeindeältester einer unabhängigen Anglikanischen Kirche in Baden-Baden.

Kuhs ist seit März 2013 AfD-Mitglied und war Mitbegründer des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg.

Er war bis zum Juli 2016 Geschäftsführer der AfD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag, ist seit 2015 Schriftführer des AfD-Landesvorstandes und seit März 2017 Beisitzer des AfD-Landesverband.

Überdies war er seit Dezember 2017 Bundesschriftführer.

Von 2019 bis 2024 war Kuhs AfD-Europaabgeordneter.

Als AfD-MdEP schaltete er Online-Anzeigen auf den rassistischen Portalen PI-News (September 2020, August 2021) und „unser-mitteleuropa.com“ (Februar 2022), sowie in der neurechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (16/2022).

Außerdem ist Kuhs stellvertretender Vorsitzender der „Christen in der AfD“ (ChrAfD).

Er kommt aus der christlichen Rechten und nahm mehrfach am Berliner „Marsch für das Leben“ teil, bei dem sich christliche Rechte und sonstige Antifeminist/innen gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche positionieren.

Für den Marsch 2023 steuerte er ein Grußwort bei.

Am 8. Februar 2023 wandte sich Kuhs aus rechts-christlicher Sicht gegen die Klima-Gerechtigkeits-Bewegung und behauptete:

„Auf Panik statt auf Hoffnung gegründet: Die Klima-Ideologie als antichristliche Ersatzreligion“

Kuhs beteiligte sich an der Kampagne gegen den jüdischen Philantrophen und Holocaust-Überlebenden George Soros, z.B. indem er einen verschwörungsideologischen Artikel am 17. April 2021 auf Twitter teilte. Diese Kampagne gegen Soros hat eine antisemitische Grundierung.

14. Nikolaos Boutakoglou – der griechische Nationalist

Der gebürtige Grieche Nikolaos Boutakoglou, Jahrgang 1983, kam 1989 mit seinen Eltern von Griechenland nach Deutschland.

Von Beruf ist er Heizungsbaumeister.

Boutakoglou ist seit 2016 AfD-Mitglied und AfD-Ortsvorsitzender in Vaihingen. Boutakoglou war zeitweise Beisitzer im Vorstand der „Christen in der AfD“ (ChrAfD) Süd.

Er präsentierte sich früher als griechischer Nationalist. Alte Profilbilder zierten den Spruch „Macedonia is greek“.

Am 23. April 2017 wandte sich Boutakoglou gegen Alice Weidel, weil diese lesbische Frau ist.

Es gab auch menschenverachtende rassistische Chats, die Boutakoglou zugeschrieben wurden. Allerdings wurde er im April 2023 wegen rassistischer Äußerungen auf Facebook frei gesprochen, weil der Chatverlauf nicht gefunden wurde.[19]

Am 8. Januar 2024 trat Boutakoglou als Redner bei den rechts-offenen Bauerprotesten in Stuttgart auf.


Quellen:

[19] Frank Ruppert: Freispruch für AfD-Mann, „Bietigheimer Zeitung“, 18.04.2023

15. Andreas Auer – Kandidat

Andreas Klaus Auer, Jahrgang 1962, ist von Beruf Bankkaufmann.

Auer ist seit 2013 AfD-Mitglied, seit November 2017 Schatzmeister des AfD-Kreisverband Böblingen und war Unterzeichner der „Erklärung 2018“ gegen eine angebliche „Beschädigung Deutschlands“ durch eine „illegale Masseneinwanderung“.

16. Christian Köhler – Kandidat

Christian Köhler, Jahrgang 1968, wohnt in Stuttgart. Er ist selbständiger Statistiker, Berater und betreibt eine eigene IT-Firma „Chi Quadrat“.

Innerhalb der AfD Baden-Württemberg ist er Landesschiedsrichter. Er ist AfD-Bezirksbeirat in Stuttgart-Cannstatt und seit Juli 2019 Kreissprecher der AfD Stuttgart.

17. Chris Hegel – der Polizist

Chris Hegel, Jahrgang 2000, wohnt in Aalen und ist von Beruf Polizist.

Er ist seit Oktober 2022 stellvertretender Vorsitzender im AfD-Kreisverband Ostalb und Leiter der AfD-Ortsgruppe Aalen-Ellwangen, sowie AfD-Kreis- und -Gemeinderat.

Hegel formulierte als Ziel, den Ostalbkreis von seiner Sicht nach „linksgrünen politischen Vorgaben“ zu „entideologisieren“ und fordert einen politischen „Neuanfang“ mit Schwerpunkt auf „Politik für die eigenen Leute“.

18. Stephan Schwarz – der ehemalige Linke

Stephan Schwarz, Jahrgang 1984, wohnt in Schwaikheim. Er ist Mitarbeiter des AfD-Landtagsabgeordneten Miguel Klauss und war Büroleiter des AfD-Europaabgeordneten Lars-Patrick Berg.

Von Beruf war der Verwaltungswirt davor Sachbearbeiter im Jobcenter.

Er war stellvertretender Vorsitzender der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative Baden-Württemberg“.

Er ist Mitglied im AfD-Landesvorstand und Regionalrat für die AfD im Verband Region Stuttgart.

Er war Mitinitiator und Vorsitzender des „Landesverbands der Arbeitnehmer in der Alternative für Deutschland“ in Baden-Württemberg, dem gescheiterten Versuch eine Art Arbeiternehmer-Flügel in der AfD zu initiieren.

Schwarz war bis Februar 2011 Mitglied der Linkspartei nachdem er 2004 der PDS beigetreten war.

Obwohl er ein Mann ist, ist Stephan Schwarz Herausgeber des Buchs „Mutfrauen. Erfolgreich mit Qualität. Ohne Quote. Ohne Quatsch“, einem dünnen Sammelband mit Texten von rechten Frauen, der 2025 erschienen ist.

19. Christian Schäfer – Kandidat

Christian Schäfer, Jahrgang 1985, ist mindestens seit 2024 Sprecher des AfD-Kreisverband Rhein-Neckar und Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Mannheimer Gemeinderat.

20. Emely Knorr – Kandidat

Emely Knorr, Jahrgang 1986, ist von Beruf Medienkauffrau.

Derzeit arbeitet sie als Mitarbeiterin des AfD-Lantagsabgeordneten Anton Baron (Listenplatz 3) und Dennis Klecker (Listenplatz 5).

Knorr ist seit 2020 AfD-Mitglied und seit Juni 2021 Beisitzerin des AfD-Kreisverband Hohenlohe – Schwäbisch Hall.

Knorr ist Autorin in dem 2025 im Gerhard-Hess-Verlag erschienenen Sammelband „Mutfrauen. Erfolgreich mit Qualität. Ohne Quote. Ohne Quatsch“. In ihrem Beitrag im Buch warnt Knorr: „Was wir nun erleben ist eine sich zuspitzende, alles dominierende Genderideologie, dessen Trans-Kult sich durch alle Institutionen gefressen hat und letztendlich zur Kinderfalle wird!“[20]

Am 6. Juni 2025 schrieb Knorr auf Facebook:

„WIR BRAUCHEN EINE ALTERNATIVE! Weil wir es heute mit Politikern zu tun haben, die es zulassen, dass UNSERE KINDER als Laboratten für ideologische Genderexperimente herhalten sollen!“


Quellen:

[20] Lucius Teidelbaum: Harmonie nach außen, taz, 14.06.2025

21. Stephan Köthe – Kandidat

Stephan Köthe, Jahrgang 1966, wohnt in Esslingen und ist von Beruf Informatiker bei Bosch.

Er ist seit Oktober 2013 AfD-Mitglied, war seit März 2017 Schriftführer bzw. Beisitzer im AfD-Landesvorstand Baden-Württemberg, ist stellvertretender Sprecher des AfD-Ortsverband Esslingen und ist Regionalrat im „Verband Region Stuttgart“ (VRS). Dort ist er Kirchenbeauftrager der AfD-Fraktion im VRS.

Er ist Mitglied bei den „Christen in der AfD“ (ChrAfD).

22. Maximilian Gerner – der Trinker

Nach Rücksprache zum Teil übernommen aus dem Porträt von Tübingen-Rechtsaußen

Maximilian Gerner, Jahrgang 1998, wohnt in Reutlingen-Gönningen.

Er ist seit 2017 AfD-Mitglied und seit September 2020 stellvertretender Sprecher im Vorstand des AfD-Kreisverband Reutlingen.

Gerner hat als Nr. 22 auf der Landesliste eine gute Chance auf einen Einzug in den Landtag. Ganz unbescheiden nimmt Gerner diesen Einzug bereits in seinem neuen Instagram-Profilnamen vorweg: „hxxps://www.instagram.com/mikegrenermdl/“

Gerner stellt offenbar genau das dar, was die AfD bei anderen Parteien gerne kritisiert, nämlich einen jungen Menschen, der außerhalb seiner Partei-Karriere kaum berufliche Erfahrungen gesammelt zu haben scheint.

Er war seit 2021 Parlamentarischer Mitarbeiter des AfD-Landtagsabgeordneten Hans-Joachim Steyer und Parlamentarischer Berater der AfD-Landtagsfraktion für Umwelt. Außerdem war er vermutlich Mitarbeiter von Jörg Meuthen.

Bis heute ist er laut Wirtschafts-Auskunfteien Geschäftsführer der 2021 gegründeten „Agentur Emporia“, einer AfD-nahen Werbeagentur mit Sitz in Reutlingen.

Gerner versucht eine rechte Ökologie als sein Thema zu etablieren und empfiehlt die ökofaschistische Zeitschrift „Die Kehre“ zur Lektüre.

Im betrunkenen Zustand offenbart Gerner auch sein vulgär-rassistisches Weltbild, in dem er z.B. im Rahmen eines Biere-Testens am 29. August 2025 ein britisches Bier auf Instagram in einer Story als Produkt von „Inselaffen“ bezeichnete.

Es ist davon auszugehen dass sich Gerners Rassismus nicht auf Menschen aus Großbritannien beschränkt.

Ansonsten scheint Gerner bereits zu Mittagszeiten gerne mal das ein oder andere Bier zu trinken. Ob das ein Problem ist, wenn ein möglicher zukünftiger Abgeordneter bereits zum Mittag Bier trinkt um seine Zeit im Landtag ‚auszuhalten‘ müssen seine Wähler*innen entscheiden.

Außerdem berichtete dieser Watchblog bereits darüber, dass Gerner am 24. Oktober 2020 bei einem AfD-Info-Stand in der Reutlinger Innenstadt vermutlich ein White-Power-Handzeichen zeigte.

23. Rüdiger Ernst – Kandidat

Rüdiger Ernst, Jahrgang 1972, wohnt in Mannheim und ist von Beruf Besucherbetreuer.

Er ist seit November 2017 stellvertretender Kreisvorsitzender des AfD-Kreisverband Mannheim und seit der Kommunalwahl 2024 Kreisrat in Mannheim.

24. Hans-Peter Baur – Kandidat

Hans-Peter Baur, Jahrgang 1959, wohnt in Aulendorf und arbeitet als IT-Berater.

Er ist Schatzmeister des AfD-Kreisverband Ravensburg und Vorsitzender der AfD-Fraktion im Regionalverband Bodensee-Oberschwaben.

25. Christine Schäfer – Kandidat

Christine Schäfer, Jahrgang 1964, ist von Beruf Fachreferentin für Finanzsanktionen und Embargo und wohnt in Nufringen.

Sie ist seit 2016 AfD-Mitglied, Beisitzerin im AfD-Kreisvorstand Böblingen, AfD-Ortsbeauftragte für Herrenberg und das Gäu und seit Juni 2024 Mitglied im Kreistag Böblingen.

26. Sebastian van Ryt – der Reposter von Nazi-Inhalten

Sebastian van Ryt, Jahrgang 1987, wohnt in Schwenningen und ist von Beruf selbstständige Fliesenleger.

Er ist Schatzmeister des AfD-Kreisverbands Schwarzwald-Baar.

Auf Facebook repostete er am 20. März 2025 einen Beitrag des Neonazi-Blatt „Recht & Wahrheit“.

27. Daniel Rottmann – der christliche Rechte II

Daniel Rottmann, Jahrgang 1969, wohnt in Ulm-Söflingen und ist gelernter Buchhändler.

Er ist evangelisch-freikirchlich und der christlichen Rechten zuzuordnen.

Den Weg in die Politik fand Rottmann laut eigenen Angaben auf seiner Homepage in den 1980er Jahren über „eine Unterschriftenaktion zum Thema Lebensrecht Ungeborener“, also zum Thema Schwangerschaftsabbrüche.

So studierte er evangelische Theologie in Mittelhessen am evangelikalen „Theologischen Seminar Ewersbach“ der „Freien Evangelischen Gemeinden“.

Vor seiner AfD-Parteikarriere war Rottmann in den zwei christlich-fundamentalistischen Kleinstparteien „Partei Bibeltreuer Christen“ (PBC) und der PBC-Abspaltung „Arbeit, Umwelt, Familie – Christen für Deutschland“ (AUF).

So war Rottmann 1996 bis 1997 stellvertretender Landesvorsitzender und Wahlkampfkoordinator der PBC in Hamburg, 1998 bis 2002 stellvertretender Landesvorsitzender der PBC in Schleswig-Holstein und kandidierte 2002 in Lübeck als Bundestagskandidat für die PBC.

Dann war er 2008 bis 2012 Mitglied der AUF. In dieser Partei war er u.a. stellvertretender Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein und 2012 Beisitzer im Bundesvorstand der AUF.

Rottmann ist seit Mai 2014 AfD-Mitglied und war von 2016 bis 2021 AfD-Landtagsabgeordneter.

Nach dem Ende seiner seiner Abgeordneten-Zeit arbeitete er bei einem AfD-Landtagsabgeordneten.

Er ist auch stellvertretender Sprecher des Regionalverband Süd der Bundesvereinigung der „Christen in der AfD“ (ChrAfD).

Rottmann nahm am 20. Januar 2018 am Symposium der rechts-christlichen „Demo für alle“ im Raum Frankfurt teil.

Rottmann bezog sich 2016 auf die Anti-Nazi-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ und verglich deren Situation mit der Gegenwart:

„Diesem kämpferischen Geist sehen wir uns in Ulm verpflichtet. Damals wie heute lief in Deutschland etwas aus dem Ruder, lasst uns gemeinsam dagegen antreten.“[21]

Auch als AfD-Politiker tritt Rottmann als christlicher Rechter auf. So warb Rottmann 2020 mit einem sharepic mit einem Jesus-Zitat.

Seine Wahlwerbung zur Kommunalwahl 2024 versah Rottmann mit alttestamentarischen Zitaten wie dem Folgenden: „Siehe, wenn ich den Himmel verschließe, dass es nicht regnet, oder die Heuschrecken, das Land fressen oder eine Pest unter mein Volk kommen lasse und dann mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“


Quellen:

[21] Ludger Möllers: Empörung über AfD: „Vergleich mit Geschwistern Scholl völlig inakzeptabel!“, 24.02.2016, Schwäbische Zeitung

28. Carola Wolle – Kandidat

Die AfD-Landtagsabgeordnete Carola Wolle, Jahrgang 1963, wohnt in Beilstein und war vor ihrer Abgeordneten-Karriere ab 2016 Diplom-Kauffrau.

Sie ist seit März 2013 AfD-Mitglied, seit Juni 2014 Mitglied im Vorstand des AfD-Kreisverbands Heilbronn und war seit Juli 2015 Mitglied im Vorstand des Landesverbands Baden-Württemberg.

Wolle war oder ist Vorstandsmitglied des „Mittelstandsforum der Alternative für Deutschland e.V.“ in Baden-Württemberg.

Sie stimmte im September 2019 für die Wiederaufnahme von Wolfgang Gedeon in die Fraktion und war 2015 Unterzeichnerin der „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels.

Sie bewarb auf Facebook mit einem Flyer eine Demonstration des extrem rechten Netzwerks „Ein Prozent“ am 16. September 2018 in Köthen.[22]

Im Jahr 2016 fiel Wolle auf eine Märchen-Geschichte von „Die Partei“ über Demo-Geld herein.

Im Februar 2022 positionierte sich Wolle gegen Schwangerschaftsabbrüche.


Quellen:

[22] Fachstelle mobirex/ Demokratiezentrum Baden-Württemberg (Hrsg.), Ein Blick auf die Region Heilbronn, 2021 S.22

29. Andreas Grammel – der Querdenker

Andreas Grammel, Jahrgang 1961, wohnt in Besenfeld und ist Industriemechaniker.

Er ist Sprecher des AfD-Kreisverband Calw-Freudenstadt und für seine Partei ist er Kreisrat im Landkreis Freudenstadt sowie Regionalrat im Regionalverband Nord Schwarzwald.

Er stellte das Impressum der Homepage der Gruppe „Kritische Bürger Freudenstadt“, einem Ableger der rechtslastigen Corona-Proteste.

30. Christoforos Tsoulopoulos – Kandidat

Christoforos Tsoulopoulos, Jahrgang 1958, wohnt in Kornwestheim und ist ein Architekt in Rente.

Er ist seit 2022 AfD-Mitglied, Schatzmeister des AfD-Kreisverbands Ludwigsburg und seit 2024 AfD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Ludwigsburg.

31. Udo Stein – der Bewaffnete

Udo Stein, Jahrgang 1983, wohnt in Bühlertann und ist seit 2016 AfD-Landtagsabgeordneter.

Davor war er Kaufmann als Angestellter mittelständischen Modeunternehmen, im Textileinzelhandel tätig.

Stein ist Vorstandssprecher des AfD-Kreisverbands Hohenlohe/Schwäbisch Hall, Mitglied des AfD-Bundesfinanzkonventes, Vorsitzender des Vereins „AfD hilft e. V.“ und stellvertretender Vorsitzender der „Gustav-von-Struve-Stiftung e.V.“.

Er war 2015 Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels.

Zeitweise war Stein in das internationale Netzwerk der extremen Rechten stark eingebunden.

Stein reiste vom 23. bis zum 25. Juli 2016 mit Thomas Rudy (AfD-MdL Thüringen) und Manuel Ochsenreiter, damals Herausgeber des extrem rechten Magazins „Zuerst!“. Dort nahm Stein an einer „Wahlbeobachtung“ in der russisch kontrollierten Separatisten-“Republik“ Donezk teil. Organisiert wurde die Fahrt vom „Deutschen Zentrum für Eurasische Studien“, einer prorussischen Vorfeld-Organisation.

Stein war auch aktiv in dem 2015 gegründeten Pro-Putin-thinktank „Katehon“.

Kritik an dem radikalen Antisemiten und damaligen AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon kommentierte Stein am 9. Juni 2016 wie folgt:

„Hier ist das Urteil schon gesprochen! Das ist schlimmer als in der Nazi-Zeit!“[23]

Stein erlebte am 7. Juni 2023 in Bühlertann eine Hausdurchsuchung.[24] Er soll im Juni 2023 in einer Shisha-Bar in Stuttgart anderen Gästen mit einer Softair-Pistole gedroht haben und kam deswegen zeitweise in die Psychiatrie. Aus dieser floh er, was zu einem größeren Polizei-Einsatz führte.

Am 16. Juni 2023 durchsuchte die Polizei auch das Dienstzimmer von Udo Stein und fanden dort einen Rucksack mit Munition und einem Jagdmesser.[25]

Die in der Presse gegen ihn dokumentierten Vorwürf lauten: Verstoß gegen das Waffengesetz, tätlichem Angriff gegen Vollstreckungsbeamte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, versuchte Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Amtsanmaßung, Missbrauch von Notrufen, falscher Verdächtigung und Vortäuschen einer Straftat.

Anfang Juni 2024 wurden die Ermittlungen gegen Stein eingestellt, weil unklar war, ob er zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war.[26]

Angeblich war Stein zur Bundestagswahl 2013 noch am Wahlkampf für die NPD beteiligt.


Quellen:

[23] Julia Giertz: Für diesen Satz muss sich die AfD entschuldigen, Welt, 09.06.2016

[24] Alexander Roth: Gefahrenabwehr: Polizei durchsucht bei AfD-Fraktionsvize Udo Stein in Bühlertann, ZVW, 14.06.2023

[25] Munition und Jagdmesser im AfD-Büro – Landtag reagiert, Der Spiegel, 24.06.2023

[26] Ulrike Schirmer: Nach Waffenfund bei Landtagsabgeordnete, SWR, 04.06.2024

32. Kay Rittweg – das Mitglied einer rechten Betriebsratsliste

Kay Rittweg, Jahrgang 1979, ist von Beruf Lackierer.

Er ist Kassenprüfer des AfD-Kreisverband Rottweil-Tuttlingen.

Rittweg war 2022 für die rechte Betriebsratsliste „Zentrum“ Betriebsratskandidat auf Listenplatz 3 im Daimler PKW-Werk in Sindelfingen.

33. Kurt Hermann – Kandidat

Kurt Hermann, Jahrgang 1953, wohnt in Baden-Baden und ist Technischer Betriebswirt bei der IHK.

Er ist stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverbands Baden-Baden/Rastatt und seit 2019 Fraktionsvorsitzender der AfD-Fraktion im Gemeinderat von Baden-Baden.

34. Uwe von Wangenheim – der Adelige

Uwe von Wangenheim, Jahrgang 1969, wohnt in Donzdorf und soll von Beruf Büroleiter sein.

Er war Logistik-Leiter eines Brennstoffunternehmens und arbeitet aktuell für den AfD-Landtagsabgeordneten Sandro Scheer.

Von Wangenheim ist seit 2016 AfD-Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverband Göppingen.

Mit seinem Arbeitgeber Scheer besuchte er am 7. und 8. November 2025 den Jahreskongress des „Studienzentrum Weikersheim“.

35. Alexander Steblau – Kandidat

Alexander Steblau, Jahrgang 1985, wohnt in Knittlingen und ist von Beruf Projektmanager bei Bosch.

Er ist Mitglied im Vorstand des AfD-Kreisverbandes Pforzheim/Enzkreis, seit 2024 Stadtrat in Knittlingen und seit April 2025 Vorsitzender des AfD-Ortsverband Östlicher Enzkreis.

36. Paula Gulde – Kandidat

Paula Gulde, Jahrgang 1960, wohnt in Riedlingen und ist Außenhandelskauffrau.

Sie ist seit Oktober 2024 Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Biberach.

Auf der Seite des ehemaligen AfD-Bundestagsabgeordneten Thomas Seitz hetzte Gulde in einem Kommentar am 5. Juli 2023 gegen Muslime:

„Sehr geehrter Herr Seitz,

Ich schätze sehr Ihr Engagement, uns über alle möglichen Themen sachlich aufzuklären. Der Islam ist mir ein Greuel, das Schächten ist für mich unerträglich und selbst im Koran steht, dass die Tiere nicht leiden dürfen. Aber das interessiert die Barbaren nicht und Deutschland lässt es zu, dass das Tierwohl hinter deren Religion kommt, was mit Religion eigentlich nichts zu tun hat. Unseren Luxus nehmen sie gerne an.

Die Tiere haben halt keine Lobby.

Ich hoffe, Sie mal persönlich kennen zu lernen.“

37. Rouven Stolz – Kandidat

Rouven Stolz, Jahrgang 1981, wohnt in Karlsruhe und ist Bankfachwirt.

Er ist Mitglied im Vorstand der AfD Neureut und sitzt im Ortschaftsrat von Karlsruhe-Neureut.

38. Tobias Dammert – Kandidat

Tobias Dammert, Jahrgang 1984, wohnt in Heidelsheim und ist einem Familienhandwerksbetrieb tätig.

Sprecher des AfD-Kreisverbands Karlsruhe Land, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Kreistag Karlsruhe und Vorsitzender der AfD-Fraktion im Ortschaftsrat Heidelsheim.

Dammert kandidierte am 13. Juli 2025 in Bruchsal als OB. Er errang ein Ergebnis von knapp 12%.

39. Sven Geschinski – Kandidat

Sven Geschinski, Jahrgang 1970, wohnt in Heidelberg und ist persönlicher Referent des AfD-Landtagsabgeordneten Dr. Rainer Balzer. Zuvor war er Mitarbeiter von Bernd Kölmel.

Er ist seit Februar 2018 stellvertretender Sprecher der AfD Heidelberg und seit 2019 AfD-Gemeinderat in Heidelberg.

Im Jahr 2025 besuchte Karl Schwarz eine neurechte Veranstaltung[27] in Schnellroda.

In einem sharepic schwadronierte Geschinski 2025 über einen „ideologiegetriebene[n] Kampf gegen das Auto“.


Quellen:

[27] Instagram

40. Andreas Mürter – Kandidat

Andreas Mürter, Jahrgang 1981, wohnt in Stuttgart und ist Maschinenbaumeister.

Er war seit Dezember 2017 Beisitzer im AfD-Kreisvorstand Stuttgart und ist seit Juli 2019 Kreissprecher der AfD Stuttgart.

Er nahm an mehreren Querdenken-Demonstrationen und am 3. und 24. März 2018 an der extrem rechten Demonstration „Kandel ist überall“ teil.

41. Tobias Eckert – Kandidat

Tobias Eckert, Jahrgang 1986, wohnt in Seckach.

Er ist wissenschaftlicher Referent des AfD-Landtagsabgeordneten Dennis Klecker.

Für die AfD sitzt er im Kreistag des Neckar-Odenwald-Kreis.

42. Matthias Jehle – der gescheiterte OB-Kandidat

Matthias Jehle, Jahrgang 1982, wohnt in Wehr-Öflingen und ist von Beruf Wirtschaftsfachwirt.

Er ist 2. Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Waldshut.

Am 9. November 2025 trat Jehle in Wehr als OB-Kandidat an und errang knapp 17% der Stimmen.

43. Günter Rentschar – Kandidat

Günter Rentschar, Jahrgang 1968, wohnt in Heubach und ist von Beruf Unternehmer.

Er ist stellvertretende Kreisschatzmeister des AfD-Kreisverbands Ostalb.

44. Andreas Laitenberger – Kandidat

Andreas Laitenberger, Jahrgang 1987, wohnt in Bretten und ist von Beruf Immobilienvermittler.

Er ist seit 2019 AfD-Kreisrat Karlsruher Land und Sprecher der AfD-Ortsgruppe Bretten.

Laitenberger kandidierte am 24. Oktober 2021 als Parteiloser für das Bürgermeisteramt in Knittlingen, unterstützt von der AfD, und errang 4,35% der Stimmen.

45. Oliver Schnell – Kandidat

Oliver Schnell, Jahrgang 1963, wohnt in Karlsruhe und ist von Beruf Diplom-Wirtschaftsingenieur. Er ist seit April 2017 stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisvorstands in Karlsruhe und Sprecher des AfD-Ortsverbandes Karlsruhe-Neureut.

46. Reno Geisler – der Thor-Steinar-Träger

Reno Geisler, Jahrgang 1972 wohnt in Markgröningen und ist von Beruf Außenhandelskaufmann.

Er ist Beisitzer im AfD-Kreisverband Ludwigsburg und AfD-Gemeinderat in Markröningen.

Ein altes Facebook-Profil-Bild zeigt ihn in einem Tshirt der rechten Szene-Marke „Thor Steinar“.

Auf seinem Unterarm hat er die Parole „Klagt nicht, kämpft!“ tätowiert.

In Social-Media-Accounts, vor allem auf Twitter, wird Geisler häufig ausfällig und teilweise beleidigend gegenüber politischen Gegner/innen.

Auch er sieht die NSDAP als linke Partei.

47. Steffen Jahnke – Kandidat

Steffen Jahnke, Jahrgang 1968, wohnt in Steißlingen und ist Büroleiter des AfD-Landtagsabgeordneten Bernhard Eisenhut.

Er ist seit Mai 2022 Vorsitzender des AfD-Ortsverband Singen, Schatzmeister des AfD-Kreisverbands Konstanz und Mitglied im Landesfinanzrat der AfD Baden-Württemberg.

Er ist Mitglied im Kreistag des Landkreises Konstanz.

48. Maximilian Löbel – der Polizist II

Maximilian Löbel, Jahrgang 1993, wohnt in Welzenheim und ist von Beruf Polizeibeamter.

Er ist seit Juli 2024 Beisitzer des AfD-Kreisverbands Rems-Murr und sitzt seit 2024 im Kreistag des Rems-Murr-Kreises.

49. Michael Wittmann – Kandidat

Michael Wittmann, Jahrgang 1970, ist Schriftführer im Vorstand des AfD-Kreisverband Göppingen.

50. Maximilian Decker – Kandidat

Maximilian Decker, Jahrgang 1987, lebt in Kirchardt und ist von Beruf Oberbrandmeister bei der Bundeswehr.

Er ist Gemeinderat in Kirchardt und Kreisrat im Landkreis Heilbronn.

51. Thomas Nitz – Mitglied einer extrem rechten Bruderschaft

Thomas Nitz, Jahrgang 1972, wohnt in Walldorf und arbeitet als Außenhandelskaufmann

Er ist seit 2017 AfD-Mitglied und stellvertrender Sprecher im AfD-Gemeindeverband-Hardtwald.

Laut Gerichtsakten war ein Thomas Nitz 2019 ‚Seargent at arms‘ bei der extrem rechten Bruderschaft „Wodans Erben Germanien“.

Aus dieser Bruderschaft rekrutierten sich mehrere Mitglieder der so genannten „Gruppe S“, deren Mitglieder wegen Rechtsterrorismus verurteilt wurden.[28]

Er war 2020 Ordner auf Corona-Demos in Walldorf.[29]


Quellen:

[28] Konrad Litschko, Christina Schmidt, Sebastian Erb: Rechtsextremistische Terrorzelle: Großgermanen in U-Haft, taz, 16. Februar 2020

[29] Walldorf: „Verschörungsmythen raus aus den Köpfen“, 22. September 2020

52. Yasemine Cakir – Kandidat

Yasemin Cakir, Jahrgang 1991, wohnt in Gosheim und ist Betriebswirtin.

Sie war Kreistagskandidatin für den Heuberg 2024.

53. Karl Schwarz – „proletarisches Feigenblatt für die AfD in Freiburg“

Karl Schwarz, Jahrgang 1993, wohnt in Freiburg im Breisgau und ist von Beruf Heizungsbauer.

Er war Zeitsoldat bei der Marine, zuletzt als Stabsgefreiter.

Schwarz ist seit 2017 AfD-Mitglied und nahm am Kyffhäusertreffen des Höcke-Flügels teil

Schwarz war seit März 2019 stellvertretender Vorsitzender der AfD-Jugendorganisation „Jungen Alternative Baden-Württemberg“.

Im Mai 2019 besuchten Johannes Rausch und Karl Schwarz als Vertreter der „Jungen Alternative“ eine Wahlkampfveranstaltung von der „Rassemblement National“-Vorsitzenden Marine Le Pen im elsässischen Fessenheim.[30]

Im Jahr 2022 besuchte Karl Schwarz eine Veranstaltung des „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda.

Nach dem Ausscheiden von Dubravko Mandic aus dem Freiburger Gemeinderat im Mai 2022 rückte Karl Schwarz als AfD-Stadtrat nach, in den er dann 2024 regulär gewählt wurde.

Er nahm am 29. April 2022 am Anti-Abtreinbungsmarsch der rechtskatholischen Piusbruderschaft in Freiburg teil.
Er nahm auch an den verschwörungsideologischen Demonstrationen der Pandemie-Leugner/innen teil, beispielsweise an der am 30. Januar 2022 in Freiburg.

Bei der Gründung der Nachfolge-Organisation „Generation Deutschland“, am 29. November 2025 in Gießen posierte er mit dem neurechten Strategen Götz Kubitschek.

Mitgliedern angeblich krimineller Clans drohte Schwarz:

„Gott sei denen gnädig, wenn wir die Zügel haben, denn wir werden es nicht sein.“ [31]


Quellen:

[30] Annette Wagner, Lucius Teidelbaum: Geschichte des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg, Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg, 11. November 2020

[31] https://www.antifaschistische-linke.de/?p=6955

54. Sebastian Breitkopf – Kandidat

Sebastian Breitkopf, Jahrgang 1989, wohnt in Wildberg und ist von Beruf Projektmanager.

Er ist stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Calw/Freudenstadt.

Nach eigenen Angaben organisiert er „eine Bürgerinitiative gegen Windindustrieanlagen.“

55. Harald Bühler – Kandidat

Harald Bühler, Jahrgang 1959, wohnt in Herrenberg und ist Ebergieberater.

Er sitzt für die AfD im Kreistag von Böblingen.

56. Anna Schneider – Kandidat

Anna Schneider, Jahrgang 1977, wohnt in Mössingen und ist von Beruf Mediengestalterin und Informationsdesignerin.

Sie ist Mitarbeiterin von AfD-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Hörner, Tübinger AfD-Kreisverbandssprecherin und AfD-Kreisrätin im Kreis Tübingen.

Schneider nahm am 26. April 2025 an der extrem rechten „Gemeinsam für Deutschland“-Demonstration in Reutlingen teil.

57. Benjamin Götz – Kandidat

Benjamin Götz, Jahrgang 1998, wohnt in Ilshofen und ist von Beruf Serviceberater.

Götz ist seit Oktober 2022 AfD-Mitglied, war stellvertretender Landessprecher der „Jungen Alternative Baden-Württemberg“ und seit 2022 JA-Landesvorstands-Mitglied.

Am 28. Juni 2025 verwendete Götz in einer Instagram-Story das rechte Label „White Boy Summer“ und unterlegte das mit Musik des Neonazi-Musik-Label „Neuer Deutscher Standard“.

Auf Instagram beklagte sich Götz am 20. August 2025 darüber dass die Behörden ihm keinen Waffenschein gegeben haben.

58. Timethy Bartesch – Kandidat

Timethy Bartesch, Jahrgang 1983, wohnt in Heidelberg-Rohrbach und ist von Beruf Diplomphysiker.

Er ist seit Februar 2018 stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverband Heidelberg.

Im Juni 2025 posierte sich Bartesch unter dem Slogan „Stolz statt Pride“ queerfeindlich.

Bartesch war im Juli 2024 Teilnehmer des Sommerfests des neurechten Strategie-Magazins „Sezession“.

59. Joachim Baumann – Kandidat

Joachim Baumann, Jahrgang 1983 wohnt in Burladingen Hörschwang und ist Karosserie- und Fahrzeugbaumeister.

Er ersetzte im Dezember 2025 Joachim Steyer im Kreisrat des Zollernalbkreis und ist Sprecher des AfD-Ortsverband Burladingen.

60. Erik Wien – der Rocker-Freund

Erik Wien, Jahrgang 1971, wohnt in Baltmannsweiler und ist von Beruf Werkzeugmacher.

Auf einem Bild von 2019 posiert er hinter einer Fahne einer „MC Nomads“-Rocker-Gruppe. Die als „MC Nomads“ firmiert. Das sind in der Biker-Szene Mitglieder von Motorradclubs, die keinem festen Chapter (Ortsgruppe) angehören.

 

Direktkandidaten & Wahlkreise

1. Arthur Hammerschmidt – Stuttgart 1

Arthur Hammerschmidt, Jahrgang 2004, wohnt in Stuttgart und studiert an der Universität Tübingen Jura.

Er arbeitet seit März 2025 als Fraktionsreferent Fraktion der AfD in Konstanz.

Hammerschmidt war seit Juni 2022 Beisitzer im Vorstand der „Jungen Alternative“ (JA) Baden-Württemberg, stellvertretender Kreissprecher der JA Stuttgart und stellvertretender Kreisvorsitzender der JA Ludwigsburg.

Er ist Beisitzer im Vorstand des AfD-Kreisverbands Stuttgart.

Er hatte Kontakte zur Gruppe „Wackere Schwaben“, ein Tarnname der „ Identitären Bewegung“ in Stuttgart.

Das er ein Bild von der Gruppe „Reconquista 21“, ein Tarn-Label der „Identitären Bewegung“ in Baden-Württemberg am 11. März 2024 postete, könnte auf eine Teilnahme an dieser Wanderung hinweisen.

Außerdem treibt er sich im Milieu der Studentenverbindungen herum. So wohnte er ein Jahr lang auf dem Haus der Straßburger Burschenschaft Germania in Tübingen.

Auf Instagram verbreitete Hammerschmidt auf Instagram Mordfantasien gegen so genannte Globalisten. Unter dieser Bezeichnung verstehen Verschwörungsideologen eine geheime Elite, die angeblich die Welt beherrscht. Diese Verschwörungsideologie wird oft antisemitisch interpretiert.

2. Steffen Degler – Stuttgart 2

Steffen Degler, Jahrgang 1990, wohnt in Stuttgart und ist Mitarbeiter des AfD-Landtagabgeordneten Udo Stein.

Er war bis 2023 AfD-Stadtrat in Backnang, seit Februar 2020 Beisitzer der „Jungen Alternative Baden-Württemberg“ und seit Juni 2020 Vorsitzender Vorsitzender des AfD-Ortsverbands Backnanger Bucht.

Aktuell ist er AfD-Stadrat in Stuttgart.

Alte Facebook-Profilbilder von Degler wurden von ihm mit der Parole „ WWG1WGA“ (kurz für „Where we go one, we go all“ – auf Deutsch: Wohin einer geht, dahin gehen wir alle) der Q-Anon-Internetsekte versehen. [1]

Nach der Kritik daran reagierte er auf Facebook in einem Kommentar relativierend: „Mir ist bewusst, dass die Verschwörungserzählung von QAnon mindestens in Teilen übertrieben oder unzutreffend ist“ .

Im Jahr 2019 nahm er am sogenannten „Kyffhäusertreffen“ des Höcke-Flügels teil.

Am 23. November 2022 twitterte Degler:

„Es wird nicht ausreichen, wenn wir die Politiker vom Hof jagen, wir müssen uns auch konsequent den Heuschrecken aus der Hochfinanz in den Weg stellen, die unser Land Stück für Stück ausbluten lassen.“

Das Gerede über „Heuschrecken aus der Hochfinanz“ kann auch antisemitisch interpretiert werden.

Im Oktober 2023 begleitete er Severin Köhler, den damaligen Landesvorsitzenden der „Jungen Alternative Baden-Württemberg“ zu einem Treffen des „Patriots Network“ in Frankreich. [2]

Degler soll am 10. Dezember 2025 in Stuttgart einen Bürger angegriffen haben. [3]

Er selber versucht den Vorfall zu relativieren.


Quellen:
[1] Lorena Greppo: AfD-Stadträte sind nicht mehr in der Partei, „Backnanger Kreis-Zeitung“. 12. Mai 2021
[2] Kilian Beck: AfD-Gemeinderatskandidat Degler nahm an Gründungstreffen von Rechtsradikalen-Netzwerk teil, 30.05.2024
[3] https://x.com/LuigiPantisano/status/2001314536767226343

3. Andreas Mürter – Stuttgart 3

Andreas Mürter, Jahrgang 1981, wohnt in Stuttgart und ist Maschinenbaumeister.

Er war seit Dezember 2017 Beisitzer im AfD-Kreisvorstand Stuttgart und ist seit Juli 2019 Kreissprecher der AfD Stuttgart.

Er nahm an mehreren Querdenken-Demonstrationen und am 3. und 24. März 2018 an der extrem rechten Demonstration „Kandel ist überall“ teil.

4. Christian Köhler – Stuttgart 4

Christian Köhler, Jahrgang 1968, wohnt in Stuttgart. Er ist selbständiger Statistiker, Berater und betreibt eine eigene IT-Firma „Chi Quadrat“.

Innerhalb der AfD Baden-Württemberg ist er Landesschiedsrichter. Er ist AfD-Bezirksbeirat in Stuttgart-Cannstatt und seit Juli 2019 Kreissprecher der AfD Stuttgart.

5. Christine Schäfer – Böblingen

Christine Schäfer, Jahrgang 1964, ist von Beruf Fachreferentin für Finanzsanktionen und Embargo und wohnt in Nufringen.

Sie ist seit 2016 AfD-Mitglied, Beisitzerin im AfD-Kreisvorstand Böblingen, AfD-Ortsbeauftragte für Herrenberg und das Gäu und seit Juni 2024 Mitglied im Kreistag Böblingen.

6. Andreas Auer – Leonberg

Andreas Klaus Auer, Jahrgang 1962, ist von Beruf Bankkaufmann.

Auer ist seit 2013 AfD-Mitglied, seit November 2017 Schatzmeister des AfD-Kreisverband Böblingen und war Unterzeichner der „Erklärung 2018“ gegen eine angebliche „Beschädigung Deutschlands“ durch eine „illegale Masseneinwanderung“.

7. Stephan Köthe – Esslingen

Stephan Köthe, Jahrgang 1966, wohnt in Esslingen und ist von Beruf Informatiker bei Bosch.

Er ist seit Oktober 2013 AfD-Mitglied, war seit März 2017 Schriftführer bzw. Beisitzer im AfD-Landesvorstand Baden-Württemberg, ist stellvertretender Sprecher des AfD-Ortsverband Esslingen und ist Regionalrat im „Verband Region Stuttgart“ (VRS). Dort ist er Kirchenbeauftrager der AfD-Fraktion im VRS.

Er ist Mitglied bei den „Christen in der AfD“ (ChrAfD).

8. Markus Berthold – Kirchheim

Markus Berthold, Jahrgang 1959, wohnt in Kirchheim unter Teck und ist von Beruf Rechtsanwalt.

Im Prozess gegen die sogenannte „Gruppe S“ wegen Rechtsterrorismus ab 2021 war er der Anwalt des Angeklagten Michael B.

Ebenso ist er zusammen mit dem rechten Szene-Anwalt Dubravko Mandic aus Freiburg offenbar Anwalt im Prozess gegen die Gruppe „Sächsische Separatisten“, die wegen Rechtsterrorismus angeklagt sind.

Berthold ist mit dem rechten Szene-Anwalt Matthias Bauerfeind ebenfalls Anwalt gegen den zweiten Angeklagten im aktuellen Prozess gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Daniel Halemba. [4]

Er ist seit Juli 2022 Mitglied im Landesschiedgericht der AfD Baden-Württemberg, derzeit als Präsident.

Außerdem ist Berthold seit Juli 2024 AfD-Kreisrat im Kreistag von Esslingen, Fraktionsvorsitzender der AfD im Kirchheimer Gemeinderat sowie Sprecher des AfD-Ortsverbands Kirchheim.


Quellen:
[4] Autonome Antifa Freiburg: Halemba und die eingeschüchterten Zeugen, 19.01.2026

9. Felix Schneider – Nürtingen

Felix Schneider, Jahrgang 1994, wohnt in Nürtingen und ist Handwerksmeister für Sanitär, Heizung und Klimatechnik.

10. Sandro Scheer – Göppingen

Sandro Scheer, Jahrgang 1978, aus Göppingen ist ein ehemaliger Zeitsoldat.

Er war Büroleiter und persönlicher Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Volker Münz.

Er ist Mitglied im AfD-Landesvorstand, Vize-Vorsitzender des AfD-Ortsverbands Unteres Filstal und Mitglied des Stadt-, Kreis- und Regionalrat in Göppingen.

Seit Februar 2025 sitzt Scheer als Nachrücker für Hans-Jürgen Goßner im Landtag von Baden-Württemberg.

Ein Foto auf einer Unterseite des AfD-Kreisverbands Göppingen ist ein Bild zu finden, auf dem Sandro Scheer ein Handysymbol zeigt, welches der White-Power-Geste ähnelt.

Grundsätzlich scheint Scheer eine Menge Verschwörungsmythen zu glauben. So glaubt er aus einem Schatten auf einem pixeligen Bild zu erkennen das Selenskyj die Hose falsch herum angezogen hätte oder er teilt auf X einen Beitrag der Verschwörungsideologin Eva Herman, die andeutet Macron und Merz hätten in einem Zug Drogen konsumiert.

Auch das Märchen das die Bezeichnung Osterhase durch Sitzhase ersetzt werden soll, war er im Mai 2025 bereit zu glauben.

Scheer schloss sich 2025 der queerfeindlichen Stolzmonat-Kampagne an.

Im November 2025 forderte Scheer via sharepic „Schwarz-Rot-Gold statt Regenbogenfahne!“

Natürlich hetzte Scheer auch gegen Geflüchtete. Im November 2025 forderte er auf einem sharepic „Es ist Zeit abzuschieben, bis die Startbahn glüht.“

Inzwischen hat sich Scheer dem neurechten Vorfeld außerhalb der Partei angenäher. So besuchte er am 7. und 8. November 2025 den Jahreskongress des „Studienzentrum Weikersheim“.

Außerdem verkündete er am 30. November 2025 auf Facebook ein Buch aus dem neurechten Antaios-Verlag zu lesen.

11. Uwe von Wangenheim – Geislingen

Uwe von Wangenheim, Jahrgang 1969, wohnt in Donzdorf und soll von Beruf Büroleiter sein.

Er war Logistik-Leiter eines Brennstoffunternehmens und arbeitet aktuell für den AfD-Landtagsabgeordneten Sandro Scheer.

Von Wangenheim ist seit 2016 AfD-Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverband Göppingen.

Mit seinem Arbeitgeber Scheer besuchte er am 7. und 8. November 2025 den Jahreskongress des „Studienzentrum Weikersheim“.

12. Christoforos Tsoulopoulos – Ludwigsburg

Christoforos Tsoulopoulos, Jahrgang 1958, wohnt in Kornwestheim und ist ein Architekt in Rente.

Er ist seit 2022 AfD-Mitglied, Schatzmeister des AfD-Kreisverbands Ludwigsburg und seit 2024 AfD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Ludwigsburg.

13. Nikolaos Boutakoglou – Vaihingen

Der gebürtige Grieche Nikolaos Boutakoglou, Jahrgang 1983, kam 1989 mit seinen Eltern von Griechenland nach Deutschland.

Von Beruf ist er Heizungsbaumeister.

Boutakoglou ist seit 2016 AfD-Mitglied und AfD-Ortsvorsitzender in Vaihingen. Boutakoglou war zeitweise Beisitzer im Vorstand der „Christen in der AfD“ (ChrAfD) Süd.

Er präsentierte sich früher als griechischer Nationalist. Alte Profilbilder zierten den Spruch „Macedonia is greek“.

Am 23. April 2017 wandte sich Boutakoglou gegen Alice Weidel, weil diese lesbische Frau ist.

Es gab auch menschenverachtende rassistische Chats, die Boutakoglou zugeschrieben wurden. Allerdings wurde er im April 2023 wegen rassistischer Äußerungen auf Facebook frei gesprochen, weil der Chatverlauf nicht gefunden wurde.[19]

Am 8. Januar 2024 trat Boutakoglou als Redner bei den rechts-offenen Bauerprotesten in Stuttgart auf.


Quellen:

[19] Frank Ruppert: Freispruch für AfD-Mann, „Bietigheimer Zeitung“, 18.04.2023

14. Reno Geisler – Bietigheim-Bissingen

Reno Geisler, Jahrgang 1972 wohnt in Markgröningen und ist von Beruf Außenhandelskaufmann.

Er ist Beisitzer im AfD-Kreisverband Ludwigsburg und AfD-Gemeinderat in Markröningen.

Ein altes Facebook-Profil-Bild zeigt ihn in einem Tshirt der rechten Szene-Marke „Thor Steinar“.

Auf seinem Unterarm hat er die Parole „Klagt nicht, kämpft!“ tätowiert.

In Social-Media-Accounts, vor allem auf Twitter, wird Geisler häufig ausfällig und teilweise beleidigend gegenüber politischen Gegner/innen.

Auch er sieht die NSDAP als linke Partei.

15. Jürgen Braun – Waiblingen

Jürgen Braun, Jahrgang 1961, wohnt in Kirchberg (Murr) und ist selbstständiger Kommunikationsberater und Jurist. Deswegen war er ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Stuttgart.

Er war von 2017 bis 2025 AfD-Bundestagsabgeordneter wurde aber nach einem verlorenen innerparteilichen Machtkampf in der AfD Baden-Württemberg als Weidel-Gegner nicht wiedergewählt. Seitdem kandidierte er erfolglos für Ämter in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Seine Höcke-Kritik dürfte ihn in der Partei einige Anfeindungen eingebracht haben. So kritisierte er 2017 den „Personenkult“ um den bisweilen „infantil“ auftretenden „Herrn aus Thüringen“, also Björn Höcke.[5]

Er ist seit 2013 AfD-Mitglied und Beisitzer im AfD-Kreisverband Rems-Murr-Kreis:

Braun war bereits in den 1980-er Jahren aktiv in der nationalistischen „Gesellschaft für Deutschlandpolitik“ und „Gesellschaft für die Einheit Deutschlands e.V.“.

Außerdem war er Mitglied im Vorstand der antikommunistischen „Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte Berlin“.

Für das rassistische Internet-Portal PI-News verfasste er zu Weihnachten 2018 eine Videobotschaft.

Außerden war er Autor für das neurechte Kulturmagazin „Tumult“ (2023, 2024).

In einem Artikel für „Tumult“ von 2024 schrieb er:

„Selbst in Orwells Dystopie 1984 oder in Nordkorea bleiben minimale unkontrollierte Reste. Aber ein totalitäres System versucht, in alle Lebensbereiche des Einzelnen einzudringen. Die grünlinke Transformation in Deutschland macht nicht an der Wohnungstür halt, greift in das private Eigentum und das Privatleben der Bürger ein. Heizungsverbote sollen in jedem Haus überwacht werden. Wenn der Schornsteinfeger seiner neuen Stasifunktion nicht nachkommen sollte, werden künftig andere Staatsdiener die grundrechtswidrige „kommunale Wärmeplanung“ durchsetzen. Für die Rettung der Welt, die natürlich, so die deutschen Transformatoren, nur vom grünen Deutschland ausgehen könne, müssen auch die Kochtopfinhalte der Bürger transformiert werden. Was noch gegessen werden darf, entscheidet die Bundesregierung.“

Am 26. Juni 2022 besuchte er das Sommerfest der neurechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“.

Im Jahr 2021 warnte Jürgen Braun vor dem ‚totalitären Klimawahnstaat‘: „Täuschen wir uns nicht, die harmlos wirkenden Gesichter der Baerbocks und Habecks, ihre kindischen bis dümmlichen Sprüche sind nur der infantile Vordergrund – dahinter verbirgt sich der totalitäre Klimawahnstaat.“ [6]

Am 13. April 2023 machte Braun tatsächlich ‚Wokeness‘ verantwortlich für ein Massaker in der Militär-Diktatur Myanmar (Burma).

Braun nannte als Redner auf einer AfD-Kundgebung gegen eine Drag-Lesung in Puchheim am 19. Februar 2025 die Bilderbuchlesung mit Drags eine „Menschenrechtsverletzung an den Kindern“. [7]


Quellen:

[5] Peter Schwarz: Jürgen Braun: Der Mann im Maschinenraum der AfD, ZVW, 30.10.2017
[6] Peter Schwarz: Die Radikalisierung des Jürgen Braun, AfD, Wahlkreis Waiblingen, ZVW, 14.05.2021
[7] Puchheim: Mit Queerfeindlichkeit über die Brandmauer, queer.de, 20. Februar 2025

16. Schwarz – Schorndorf

Stephan Schwarz, Jahrgang 1984, wohnt in Schwaikheim. Er ist Mitarbeiter des AfD-Landtagsabgeordneten Miguel Klauss und war Büroleiter des AfD-Europaabgeordneten Lars-Patrick Berg.

Von Beruf war der Verwaltungswirt davor Sachbearbeiter im Jobcenter.

Er war stellvertretender Vorsitzender der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative Baden-Württemberg“.

Er ist Mitglied im AfD-Landesvorstand und Regionalrat für die AfD im Verband Region Stuttgart.

Er war Mitinitiator und Vorsitzender des „Landesverbands der Arbeitnehmer in der Alternative für Deutschland“ in Baden-Württemberg, dem gescheiterten Versuch eine Art Arbeiternehmer-Flügel in der AfD zu initiieren.

Schwarz war bis Februar 2011 Mitglied der Linkspartei nachdem er 2004 der PDS beigetreten war.

Obwohl er ein Mann ist, ist Stephan Schwarz Herausgeber des Buchs „Mutfrauen. Erfolgreich mit Qualität. Ohne Quote. Ohne Quatsch“, einem dünnen Sammelband mit Texten von rechten Frauen, der 2025 erschienen ist.

17. Daniel Lindenschmid – Backnang

Daniel Lindenschmid, Jahrgang 1992, wohnt in Backnang, ist Fachinformatiker und sitzt seit 2021 für die AfD im Landtag.

Er war 2015 Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels. Er war stellvertretender Landes- und Bezirksvorsitzender der „Jungen Alternative Baden-Württemberg“ und trat im November 2018 als Reaktion auf die Beobachtung der „Jungen Alternative“ (JA) durch den Landesverfassungsschutz von seinen Ämtern bei der JA zurück und aus der JA aus.

Auf der rechts-christlichen Demonstration „Demo für alle“ am 28. Februar 2016 in Stuttgart lief Lindenschmid im Block der „Identitären Bewegung“ mit.

Im Jahr 2023 meinte Lindenschmid: „An den Händen der Regierung klebt Blut. Für ihre Ideologie der offenen Grenzen gehen Sie über Leichen.“[9]

Lindenschmid veröffentlichte 2023 einen Facebook-Post, der eine Rede der Grünen-Abgeordneten Tuncer zum Thema „Gewalt in Freibädern“ manipulativ zusammenschnitt und löste damit eine massive Welle von Hasskommentaren, mit teils strafrechtlicher Relevanz, aus.[10]

Auf Instagram veröffentlichte Lindenschmid am 26. Mai 2025 ein Bild von mehreren blauen Plastik-Flugzeugen zusammen mit der Botschaft: „Abschiebestaffel steht bereit“.

Auf dem AfD-Landesparteitag am 1. Juni 2025 in Heilbronn posierte Lindenschmid mit einer so genannten Stolzmonat-Fahne.

Im Dezember 2025 trat Lindenschmid nach einem Ordnungsruf auf Grund des Zwischenrufs „Einmal kurz die Fresse halten“ mit einem Tshirt mit der Aufschrift „einfach mal die Fresse halten“ auf.[11]


Quellen:

[9] Ulrike Bäuerlein: Der Hohenloher Anton Baron ist das neue Gesicht der AfD-Fraktion: Netter Auftritt, rechter Kern?, „Heilbronner Stimme“, 2. März 2023

[10] red: Ermittlungen wegen Facebook-Posts des AfD-Landtagsabgeordneten Lindenschmid, „Backnanger Kreiszeitung“, 11. August 2023

[11] „Einmal kurz die Fresse halten“: Entgleisung von AfD-Mann im Landtag von Baden-Württemberg, Tagesspiegel, 04.12.2025

18. Maximilian Decker – Heilbronn

Maximilian Decker, Jahrgang 1987, lebt in Kirchardt und ist von Beruf Oberbrandmeister bei der Bundeswehr.

Er ist Gemeinderat in Kirchardt und Kreisrat im Landkreis Heilbronn.

19. Dennis Klecker – Eppingen

Der AfD-Landtagsabgeordnete Dennis Klecker, Jahrgang 1990, wohnt in Ilsfeld und war eigentlich Gärtner im öffentlichen Dienst. Klecker ersetzte am 31. August 2023 Dr. Rainer Podeswa als Landtagsabgeordneter.

In Heilbronn betreibt er mit weiteren Abgeordneten ein AfD-Bürgerbüro.

Klecker ist seit 2013 AfD-Mitglied und seit 2014 Kreisrat im Landkreis Heilbronn und seit Juni 2018 Gemeinderat in Ilsfeld.

Im Jahr 2015 war er Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels.

20. Carola Wolle – Neckarsulm

Die AfD-Landtagsabgeordnete Carola Wolle, Jahrgang 1963, wohnt in Beilstein und war vor ihrer Abgeordneten-Karriere ab 2016 Diplom-Kauffrau.

Sie ist seit März 2013 AfD-Mitglied, seit Juni 2014 Mitglied im Vorstand des AfD-Kreisverbands Heilbronn und war seit Juli 2015 Mitglied im Vorstand des Landesverbands Baden-Württemberg.

Wolle war oder ist Vorstandsmitglied des „Mittelstandsforum der Alternative für Deutschland e.V.“ in Baden-Württemberg.

Sie stimmte im September 2019 für die Wiederaufnahme von Wolfgang Gedeon in die Fraktion und war 2015 Unterzeichnerin der „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels.

Sie bewarb auf Facebook mit einem Flyer eine Demonstration des extrem rechten Netzwerks „Ein Prozent“ am 16. September 2018 in Köthen.[22]

Im Jahr 2016 fiel Wolle auf eine Märchen-Geschichte von „Die Partei“ über Demo-Geld herein.

Im Februar 2022 positionierte sich Wolle gegen Schwangerschaftsabbrüche.


Quellen:

[22] Fachstelle mobirex/ Demokratiezentrum Baden-Württemberg (Hrsg.), Ein Blick auf die Region Heilbronn, 2021 S.22

21. Anton Baron – Hohenlohe

Auf Listenplatz 3 kandidiert der AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron, Jahrgang 1987. Der Russlanddeutsche kam im Alter von vier Jahren von Kasachstan nach Deutschland.

Der Wirtschaftsingenieur und Produktmanager wohnt seit 2018 in Öhringen.

Er ist nicht nur AfD-Landtagsabgeordneter, sondern auch Mitglied im 24-köpfigen Kuratorium der „Landeszentrale für politische Bildung“.

Bereits seit Ende 2014 ist Baron AfD-Mitglied. Zudem ist er stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverbandes Hohenlohe und Schwäbisch Hall und Mitglied der Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Er teilt das geschichtsrevisionistische Weltbild der AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel., Laut einem Zeitungsbericht versuchte Anton Baron 2025 „Zehntklässlern des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums Murrhardt bei einem Besuch im Stuttgarter Landtag beizubringen, dass Adolf Hitler ein Sozialist gewesen sei“.[7]

Emil Sänze (siehe Platz 1) äußerte sich 2023 herablassend über seinen Fraktions-Kollegen:

„Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zu ihm, weil er oft intellektuell nicht folgen konnte – aber er ist ein netter Bursche.“[8]


Quellen:

[7] Peter Schwarz: AfD Rems-Murr: Ein Polizist und ein Abservierter mischen bei Landtagswahl mit, ZVW, 05.05.2025

[8] Anton Baron neuer AfD-Fraktionschef: Sänze auf Konfrontation, Die Zeit, 10. Januar 2023

22. Udo Stein – Schwäbisch Hall

Udo Stein, Jahrgang 1983, wohnt in Bühlertann und ist seit 2016 AfD-Landtagsabgeordneter.

Davor war er Kaufmann als Angestellter mittelständischen Modeunternehmen, im Textileinzelhandel tätig.

Stein ist Vorstandssprecher des AfD-Kreisverbands Hohenlohe/Schwäbisch Hall, Mitglied des AfD-Bundesfinanzkonventes, Vorsitzender des Vereins „AfD hilft e. V.“ und stellvertretender Vorsitzender der „Gustav-von-Struve-Stiftung e.V.“.

Er war 2015 Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels.

Zeitweise war Stein in das internationale Netzwerk der extremen Rechten stark eingebunden.

Stein reiste vom 23. bis zum 25. Juli 2016 mit Thomas Rudy (AfD-MdL Thüringen) und Manuel Ochsenreiter, damals Herausgeber des extrem rechten Magazins „Zuerst!“. Dort nahm Stein an einer „Wahlbeobachtung“ in der russisch kontrollierten Separatisten-“Republik“ Donezk teil. Organisiert wurde die Fahrt vom „Deutschen Zentrum für Eurasische Studien“, einer prorussischen Vorfeld-Organisation.

Stein war auch aktiv in dem 2015 gegründeten Pro-Putin-thinktank „Katehon“.

Kritik an dem radikalen Antisemiten und damaligen AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon kommentierte Stein am 9. Juni 2016 wie folgt:

„Hier ist das Urteil schon gesprochen! Das ist schlimmer als in der Nazi-Zeit!“[23]

Stein erlebte am 7. Juni 2023 in Bühlertann eine Hausdurchsuchung.[24] Er soll im Juni 2023 in einer Shisha-Bar in Stuttgart anderen Gästen mit einer Softair-Pistole gedroht haben und kam deswegen zeitweise in die Psychiatrie. Aus dieser floh er, was zu einem größeren Polizei-Einsatz führte.

Am 16. Juni 2023 durchsuchte die Polizei auch das Dienstzimmer von Udo Stein und fanden dort einen Rucksack mit Munition und einem Jagdmesser.[25]

Die in der Presse gegen ihn dokumentierten Vorwürf lauten: Verstoß gegen das Waffengesetz, tätlichem Angriff gegen Vollstreckungsbeamte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, versuchte Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Amtsanmaßung, Missbrauch von Notrufen, falscher Verdächtigung und Vortäuschen einer Straftat.

Anfang Juni 2024 wurden die Ermittlungen gegen Stein eingestellt, weil unklar war, ob er zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war.[26]

Angeblich war Stein zur Bundestagswahl 2013 noch am Wahlkampf für die NPD beteiligt.


Quellen:

[23] Julia Giertz: Für diesen Satz muss sich die AfD entschuldigen, Welt, 09.06.2016

[24] Alexander Roth: Gefahrenabwehr: Polizei durchsucht bei AfD-Fraktionsvize Udo Stein in Bühlertann, ZVW, 14.06.2023

[25] Munition und Jagdmesser im AfD-Büro – Landtag reagiert, Der Spiegel, 24.06.2023

[26] Ulrike Schirmer: Nach Waffenfund bei Landtagsabgeordnete, SWR, 04.06.2024

23. Jeannette Fischer – Main-Tauber

Jeannette Fischer, Jahrgang 1958, wohnt in Assamstadt und ist Facharbeiterin für Holztechnik.

Sie ist stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverband Main-Tauber.

24. Dr. Jürgen Müller – Heidenheim

Jürgen Müller, Jahrhang 1967 , wohnt in Gerstetten und ist selbständiger Unternehmer. Er ist Geschäftsführer der „Einkaufsgemeinschaft für Sachwerte GmbH“. Diese veranstaltete am 21. August 2025 in der Voith-Arena in Heidenheim einen Vortrag mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Peter Boehringer.

Müller ist erst seit 2024 AfD-Mitglied.

Er ist mehrfacher Buchautor im rechten, verschwörungsideologischen Kopp-Verlag:

  • „Generation Gold“ (2006)
  • „Gewinnen mit Gold und Silber“ (2007)
  • „Drei Speichen Regel“ (2014)
  • „Gold 10.000 Dollar?“ (2016)
25. Günter Rentschar – Schwäbisch Gmünd

Günter Rentschar, Jahrgang 1968, wohnt in Heubach und ist von Beruf Unternehmer.

Er ist stellvertretende Kreisschatzmeister des AfD-Kreisverbands Ostalb.

26. Chris Hegel – Aalen

Chris Hegel, Jahrgang 2000, wohnt in Aalen und ist von Beruf Polizist.

Er ist seit Oktober 2022 stellvertretender Vorsitzender im AfD-Kreisverband Ostalb und Leiter der AfD-Ortsgruppe Aalen-Ellwangen, sowie AfD-Kreis- und -Gemeinderat.

Hegel formulierte als Ziel, den Ostalbkreis von seiner Sicht nach „linksgrünen politischen Vorgaben“ zu „entideologisieren“ und fordert einen politischen „Neuanfang“ mit Schwerpunkt auf „Politik für die eigenen Leute“.

27. Oliver Schnell – Karlsruhe 1

Oliver Schnell, Jahrgang 1963, wohnt in Karlsruhe und ist von Beruf Diplom-Wirtschaftsingenieur. Er ist seit April 2017 stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisvorstands in Karlsruhe und Sprecher des AfD-Ortsverbandes Karlsruhe-Neureut.

28. Rouven Stolz – Karlsruhe 2

Rouven Stolz, Jahrgang 1981, wohnt in Karlsruhe und ist Bankfachwirt.

Er ist Mitglied im Vorstand der AfD Neureut und sitzt im Ortschaftsrat von Karlsruhe-Neureut.

29. Tobias Dammert – Bruchsal

Tobias Dammert, Jahrgang 1984, wohnt in Heidelsheim und ist einem Familienhandwerksbetrieb tätig.

Sprecher des AfD-Kreisverbands Karlsruhe Land, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Kreistag Karlsruhe und Vorsitzender der AfD-Fraktion im Ortschaftsrat Heidelsheim.

Dammert kandidierte am 13. Juli 2025 in Bruchsal als OB. Er errang ein Ergebnis von knapp 12%.

30. Andreas Laitenberger – Bretten

Andreas Laitenberger, Jahrgang 1987, wohnt in Bretten und ist von Beruf Immobilienvermittler.

Er ist seit 2019 AfD-Kreisrat Karlsruher Land und Sprecher der AfD-Ortsgruppe Bretten.

Laitenberger kandidierte am 24. Oktober 2021 als Parteiloser für das Bürgermeisteramt in Knittlingen, unterstützt von der AfD, und errang 4,35% der Stimmen.

31. Thomas Markus Kastell – Ettlingen

Dr. med. Thomas Markus Kastell, Jahrgang 1976, wohnt in Ettlingen und ist von Beruf Arzt

Er sitzt seit 2024 für die AfD im Kreistag Karlsruhe und im Gemeinderat Ettlingen.

32. Philipp Helber – Rastatt

Philipp Helber, Jahrgang 1990, wohnt in Rastatt und ist Vermögensberater.

Er ist Beisitzer im AfD-Kreisverband Rastatt / Baden-Baden und seit Januar 2025 1. Sprecher des AfD-Stadtverbands Rastatt, sowie Referent in der AfD-“Akademie Schwarz-Rot-Gold“.

Er soll 2016 in Rastatt eine Bürgerwehr gegründet haben. [8]

I m Juli 2024 gründete Helber die Kleidungsmarke „Rechts und Stolz“, welche aber wieder eingestellt worden zu sein scheint.

Auf Instagram witzelte Helber in einer Story am 4. September 2024 über einen angeblich von ihm geschriebenen Aufsatz wegen dem seine Tochter zum Rektor zitiert wurde.

Das dazugehörige Bild zeigt Christopher Waltz, der einen SS-Offizier spielt.

Helber schrieb 2024 in einer Pressemitteilung drohend:

„Es wird höchste Zeit, dass die scheinheiligen ,Demokraten’ ihr böswilliges Spiel beenden und die AfD als festen Bestandteil der politischen Landschaft akzeptieren. Andernfalls werden sie früher oder später für ihre undemokratischen Machenschaften zur Rechenschaft gezogen werden.“[9]


Quellen:
[8] Egbert Mauderer: Wie rechtsextrem ist der neue AfD-Stadtrat? Badisches Tagblatt – Baden-Baden vom 11.01.2025
[9] Daniel Melcher: Beleidigung als „Nazi-Hetzer“? Rastatts AfD-Chef Philipp Helber scheitert mit Strafanzeige, „Badische Neueste Nachrichten“, 16.01.2026

33. Kurt Hermann – Baden-Baden

Kurt Hermann, Jahrgang 1953, wohnt in Baden-Baden und ist Technischer Betriebswirt bei der IHK.

Er ist stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverbands Baden-Baden/Rastatt und seit 2019 Fraktionsvorsitzender der AfD-Fraktion im Gemeinderat von Baden-Baden.

34. Sven Geschinski – Heidelberg

Sven Geschinski, Jahrgang 1970, wohnt in Heidelberg und ist persönlicher Referent des AfD-Landtagsabgeordneten Dr. Rainer Balzer. Zuvor war er Mitarbeiter von Bernd Kölmel.

Er ist seit Februar 2018 stellvertretender Sprecher der AfD Heidelberg und seit 2019 AfD-Gemeinderat in Heidelberg.

Im Jahr 2025 besuchte Karl Schwarz eine neurechte Veranstaltung[27] in Schnellroda.

In einem sharepic schwadronierte Geschinski 2025 über einen „ideologiegetriebene[n] Kampf gegen das Auto“.


Quellen:

[27] https://www.instagram.com/p/C-24WjasPTs/?img_index=1

35. Dr. Bernhard Pepperl – Mannheim I (Nord)

Bernhard Pepperl, Jahrgang 1954 , wohnt in Mannheim und ist Zahnarzt im Ruhestand.

Er ist AfD- Bezirksbeirat in Mannheim-Sandhofen .

36. Rüdiger Ernst – Mannheim II (Süd)

Rüdiger Ernst, Jahrgang 1972, wohnt in Mannheim und ist von Beruf Besucherbetreuer.

Er ist seit November 2017 stellvertretender Kreisvorsitzender des AfD-Kreisverband Mannheim und seit der Kommunalwahl 2024 Kreisrat in Mannheim.

37. Thomas Nitz – Wiesloch

Thomas Nitz, Jahrgang 1972, wohnt in Walldorf und arbeitet als Außenhandelskaufmann

Er ist seit 2017 AfD-Mitglied und stellvertrender Sprecher im AfD-Gemeindeverband-Hardtwald.

Laut Gerichtsakten war ein Thomas Nitz 2019 ‚Seargent at arms‘ bei der extrem rechten Bruderschaft „Wodans Erben Germanien“.

Aus dieser Bruderschaft rekrutierten sich mehrere Mitglieder der so genannten „Gruppe S“, deren Mitglieder wegen Rechtsterrorismus verurteilt wurden.[28]

Er war 2020 Ordner auf Corona-Demos in Walldorf.[29]


Quellen:

[28] Konrad Litschko, Christina Schmidt, Sebastian Erb: Rechtsextremistische Terrorzelle: Großgermanen in U-Haft, taz, 16. Februar 2020

[29] Walldorf: „Verschörungsmythen raus aus den Köpfen“, 22. September 2020

38. Lukas Huber – Neckar-Odenwald

Lukas Huber, Jahrgang 1997, wohnt in Walldürn. Er ist mutmaßlich parlamentarischer Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneter Johann Martel.

Er war Mitglied der „Jungen Alternative Kurpfalz“.

Huber war Autor eines Beitrag zum Thema „Was, bitteschön, soll an der deutschen Nationalmannschaft noch deutsch, national oder männlich sein“ des Schriesheimer Demokratie- und Kulturvereins e.V. im örtlichen Mitteilungsblatt.

39. Christian Schäfer – Weinheim

Christian Schäfer, Jahrgang 1985, ist mindestens seit 2024 Sprecher des AfD-Kreisverband Rhein-Neckar und Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Mannheimer Gemeinderat.

40. Karlheinz Kolb – Schwetzingen

Karlheinz Kolb, Jahrgang 1954, aus Ketsch ist seit Mai 2018 Rentner. Davor ist er in der Versicherungswirtschaft beschäftigt gewesen.

Er ist seit 2014 AfD-Mitglied, Schatzmeister im Vorstand des AfD-Kreisverband Rhein-Neckar und ist Mitglied der AfD-Fraktion im „Verband Region Rhein-Neckar“ (VRRN).

Er war 2015 Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels.

41. Patrick Bauer – Sinsheim

Patrick Bauer, Jahrgang 1995, wohnt in Sinsheim und war examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger.

Er war Büroleiter des AfD-Landtagsabgeordneten Ruben Rupp und ist nun sein parlamentarischer Assistent.

Er ist stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Rhein-Neckar, AfD-Stadtrat in Sinsheim und saß seit der Kommunalwahl im März 2016 für die AfD im Kreistag des Main-Taunus-Kreises und im Bad Sodener Stadtparlament.

Am 1. Juni 2025 kandidierte Bauer erfolglos als Bürgermeister in Helmstadt-Bargen. Er erhielt 33,61% der Stimmen.

Eine Person namens Patrick Bauer trat im April 2015 als Redner auf einer Veranstaltung der „Bürger für Deutschland“ auf, dem PEGIDA-Ableger in Frankfurt. [9]


Quellen:
[9] Danijel Majic: AfD-Mann mit rechtsextremen Kontakten, „Frankfurter Rundschau“, 10.01.2019

42. Alexsei Zimmer – Pforzheim

Der Russlanddeutsche Alexsej Zimmer, Jahrgang 1988, aus Pforzheim ist von Beruf Buchhaltungs-Leiter Davor war er acht Jahre lang Zeitsoldat.

Seine Schwester ist die AfD-Bundestagsabgeordnete Diana Zimmer aus Pforzheim.

Zimmer ist seit 2017 AfD-Mitglied, stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverband Pforzheim/Enzkreis und seit 2019 AfD-Stadtrat in Pforzheim.

43. Miguel Klauß – Calw

Der AfD-Landtagsabgeordnete Miguel Klauß, Jahrgang 1986, aus Jettingen war vor seiner Wahl 2021 Technischer Betriebswirt bei Daimler. Möglicherweise besuchte ihn auf Grund seiner Beziehung zur Automobil-Industrie 2024 eine Gruppe der extrem rechten Betriebsratsliste „Zentrum“. Die Pseudo-Gewerkschaft begann als Betriebsratsliste bei Daimler in Stuttgart-Untertürkheim.

Klauß fiel in den letzten Jahren durch Hass-Kampagnen gegen Geflüchtete auf. Bereits 2016 verlangte er eine „Abschiebekultur“.

Ab 2024 veröffentlichte er einen Jahreskalender mit dem Titel „Die 12 schönsten Abschiebeflieger“.

Am 12. Februar 2025 schrieb Klauß von einer „Migrations-Katastrophe“.

Klauß gab am 17. September 2025 an, nicht nur 2,6 Millionen Menschen ausländische Bürgergeldempfänger/innen abschieben zu wollen, sondern „bedeutend mehr“.

Seit 2024 wurde gegen Klauß wegen Volksverhetzung ermittelt. Mitte Januar 2026 wurde bekannt dass die Staatsanwaltschaft Tübingen einen Strafbefehl wegen „Volksverhetzung, der Belohnung und Billigung von Straftaten und des § 33 Kunsturhebergesetz“ gegen ihn beantragt hat. Angelastet werden ihm drei Beiträge aus den Jahren 2023 und 2024 in unterschiedlichen sozialen Medien.[12]

Als Teilzeitkraft im Aluminiumeinkauf bei Mercedes-Benz verursachte er interne Beschwerden durch Kolleg/innen wegen diskriminierender Social-Media-Posts. Mercedes distanzierte sich öffentlich von ihm, da seine AfD-Positionen „nicht mit Unternehmenswerten vereinbar“ seien.[13]


Quellen:

[12] Roland Müller: Wegen Social-Media-Beiträgen – Strafbefehl gegen Miguel Klauß beantragt, „Schwartwälder Bote“, 12.01.2026

[13] Till Eckert, Niclas Fiegert, Stella Hesch: AfD-Abgeordneter bei Mercedes: Mitarbeiter beschweren sich, CORRECTIV, 14. März 2025

44. Alexander Steblau – Enz

Alexander Steblau, Jahrgang 1985, wohnt in Knittlingen und ist von Beruf Projektmanager bei Bosch.

Er ist Mitglied im Vorstand des AfD-Kreisverbandes Pforzheim/Enzkreis, seit 2024 Stadtrat in Knittlingen und seit April 2025 Vorsitzender des AfD-Ortsverband Östlicher Enzkreis.

45. Andreas Grammel – Freudenstadt

Andreas Grammel, Jahrgang 1961, wohnt in Besenfeld und ist Industriemechaniker.

Er ist Sprecher des AfD-Kreisverband Calw-Freudenstadt und für seine Partei ist er Kreisrat im Landkreis Freudenstadt sowie Regionalrat im Regionalverband Nord Schwarzwald.

Er stellte das Impressum der Homepage der Gruppe „Kritische Bürger Freudenstadt“, einem Ableger der rechtslastigen Corona-Proteste.

46. Sebastian Ruth – Freiburg I

Sebastian Ruth, Jahrgang 2005, aus Breisach macht gerade eine kaufmännische Ausbildung.

Er wurde Ende September 2025 zum ersten Beisitzer des AfD-Kreisverband Freiburg gewählt.

Ruth ist ein Fan des neurechten Vordenkers Benedikt Kaiser und seinem Konzept des „Solidarischen Patriotismus“.

Er war laut einer Freiburger Recherche-Gruppe „Leiter“ der Gruppe „Sozialpatriotischen Bewegung Freiburg“ und nennt sich auf ‚X‘ „Sozialpatriot“. [10]

Anfang 2022 trat Sebastian Ruth in Freiburg als Querdenken-Aktivist in Erscheinung. Link 1, Link 2Am 20. August 2025 äußerte er sich auf ‚X‘ sozialdarwinistisch gegen Obdachlose.

Am 3. September 2025 forderte Ruth auf ‚X‘ die „millionenfache“ ‚Remigration‘, also Deportation, von Muslimen aus Europa.

Auf ‚X‘ forderte am 11. Oktober 2025 die Ausgrenzung und Inhaftierung von Kommunist/innen.

Am 2. November 2025 forderte er auf ‚X‘ eine ‚Entzionisierung‘ der deutschen Rechten.

Am 14. Dezember 2025 auf schrieb Ruth auf ‚X‘: „Nach dem heutigen Tag kann in der gesamten weißen Welt nur Remigration gefordert werden!

Die Völker des Westens werden bei ihrer Ersetzung, der Islamisierung und dem andauernden Terror nicht länger zuschauen“


Quellen:
[10] https://akrfreiburg.noblogs.org/gruppen/sozial-patriotische-bewegung/

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47. Karl Schwarz – Freiburg II

Karl Schwarz, Jahrgang 1993, wohnt in Freiburg im Breisgau und ist von Beruf Heizungsbauer.

Er war Zeitsoldat bei der Marine, zuletzt als Stabsgefreiter.

Schwarz ist seit 2017 AfD-Mitglied und nahm am Kyffhäusertreffen des Höcke-Flügels teil

Schwarz war seit März 2019 stellvertretender Vorsitzender der AfD-Jugendorganisation „Jungen Alternative Baden-Württemberg“.

Im Mai 2019 besuchten Johannes Rausch und Karl Schwarz als Vertreter der „Jungen Alternative“ eine Wahlkampfveranstaltung von der „Rassemblement National“-Vorsitzenden Marine Le Pen im elsässischen Fessenheim.[30]

Im Jahr 2022 besuchte Karl Schwarz eine Veranstaltung des „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda.

Nach dem Ausscheiden von Dubravko Mandic aus dem Freiburger Gemeinderat im Mai 2022 rückte Karl Schwarz als AfD-Stadtrat nach, in den er dann 2024 regulär gewählt wurde.

Er nahm am 29. April 2022 am Anti-Abtreinbungsmarsch der rechtskatholischen Piusbruderschaft in Freiburg teil.
Er nahm auch an den verschwörungsideologischen Demonstrationen der Pandemie-Leugner/innen teil, beispielsweise an der am 30. Januar 2022 in Freiburg.

Bei der Gründung der Nachfolge-Organisation „Generation Deutschland“, am 29. November 2025 in Gießen posierte er mit dem neurechten Strategen Götz Kubitschek.

Mitgliedern angeblich krimineller Clans drohte Schwarz:

„Gott sei denen gnädig, wenn wir die Zügel haben, denn wir werden es nicht sein.“ [31]


Quellen:

[30] Annette Wagner, Lucius Teidelbaum: Geschichte des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg, Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg, 11. November 2020

[31] https://www.antifaschistische-linke.de/?p=6955

48. Martina Böswald – Breisgau

Martina Böswald, Jahrgang 1966, wohnt in Pfaffenweiler und ist Rechtsanwältin für Arbeitsrecht.

Zu ihren Mandanten gehörte 2022 auch Jan Reiners, ein Bundeswehr-Soldat und Impfgegner.

Für diesen organisierte sie am 22. April 2023 in Freiburg eine Demonstration.

Sie war 2017 bis 2021 Mitarbeiterin des bayerischen AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Hebner.

Die ehemalige Meuthen-Parteigängerin sollte im November 2024 aus der AfD ausgeschlossen werden, scheint aber die Seiten im innerparteilichen Konflikt gewechselt zu haben.

Böswald ist seit 2016 AfD-Mitglied, war seit Juni 2018 Sprecherin des AfD-Kreisverband Breisgau-Hochschwarzwald und ist Sprecherin des AfD-Ortsverbund Breisgau-Süd/Markgräfler Land.

Böswald war im Juli 2025 Teilnehmerin des Sommerfests des neurechten Strategie-Magazins „ Sezession “.

49. Rolf Heckmann – Emmendingen

Rolf Heckmann, Jahrgang 1958, wohnt in Riegel am Kaiserstuhl und ist Wirtschafts-Diplominformatiker.

Er ist Beisitzer im AfD-Kreisverband Emmendingen.

50. Benjamin Rösch – Lahr

Benjamin Rösch, Jahrgang 1979, wohnt in Lahr und war seit Februar 2025 Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Michael Blos. Davor, von Ende 2017 bis 2019, war er Berater und Medienreferent des AfD-Bundestagsabgeordneten Thomas Seitz und im Anschluss daran bis Dezember 2021 in der AfD-Bundesgeschäftstelle.

Er war 2000 bis 2011 Zeitsoldat und ist Oberstleutnant der Reserve. Rösch trat 2023 aus dem „Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr“ nach zehnjähriger Mitgliedschaft wegen der Impfpflicht für Soldaten aus.

Vor seiner AfD-Mitgliedschaft war er Mitglied der FDP und der „Jungen Liberalen“. Innerhalb der FDP war er Beisitzer des nationalliberalen „Stresemann-Clubs“.

Im Jahr 2010 war Rösch Gründungsmitglied der antimuslimischen Kleinstpartei „Die Freiheit“ und war 2011 einer der Organisatoren des verhinderten Landesparteitag der Partei „Die Freiheit”. Im Dezember 2011 trat er wieder aus.

Im März 2013 wurde Rösch AfD-Fördermitglied und im Februar 2019 AfD-Vollmitglied. Er ist seit April 2023 Pressesprecher des AfD Ortsverbandes Südliche Ortenau, später des Pressesprecher des AfD-Stadtverbandes Lahr und seit Juni 2025 Sprecher des-AfD Kreisverbandes Ortenau

Seit Juni 2024 ist er Mitglied im Lahrer Gemeinderat und Nachrücker im Kreistag des Ortenaukreis, den er 2025 wieder verließ.

Rösch ist Mitglied der „Christen in der AfD“.

Benjamin Rösch entblödete sich nicht die antifaschistische Widerstands-Hymne „Bella Ciao“ der italienischen Partisanen auf die AfD umzudichten.

51. Taras Maygutiak – Offenburg

Taras Maygutiak, Jahrgang 1973, wohnt in Offenburg und ist von Beruf Monteur.

Er war vier Jahre Zeitsoldat.

Maygutiak war 2015 Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels und war Sprecher der „Patriotischen Plattform Baden-Württemberg“ sowie Vorstandsmitglied der „Patriotischen Plattform“.

Er ist AfD-Stadtrat im Offenburger Gemeinderat und Vorstandsmitglied des AfD-Kreisverbands Ortenau, sowie seit 2018 stellvertretender Sprecher des AfD-Ortsverbands Offenburg/Mittlere Ortenau.

Maygutiak hält die Neonazi-Parole „Deutschland den Deutschen“ bzw. den entsprechenden Zahlen-Code 444 für legitim.

Im Mai 2021 beteiligte er sich an der Telegram-Gruppe „Veteranenpool BaWü“, in dem sich rechte Pandemie-Leugner/innen organisierten. Hier wurde u.a. paramilitäsrische Proteste geplant.

Im Jahr 2016 beteiligte sich Maygutiak auf Facebook am rassistischen Griechen-Bashing:

„Früher leerten uns die Griechen, heute leeren sie uns die Taschen.“

Außerdem hatte er auf Facebook im Februar und März 2024 Regenbogenflaggen mit Hakenkreuzfahnen verglichen. Dafür wurde er wegen des „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“ im November 2024 vom Amtsgericht Offenburg zu einer dreimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt, zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro und muss 50 Arbeitsstunden beim Arbeitskreis Asyl ableisten. [11] Maygutiak ist gegen das Urteil in Berufung gegangen. [12]

Maygutiak war im Juli 2025 Teilnehmerin des Sommerfests des neurechten Strategie-Magazins „ Sezession“.


Quellen:
[11] Ulf Seefeldt, Paulina Flad: Regenbogenflaggen mit Hakenkreuzfahnen verglichen: Gericht verurteilt Offenburger AfD-Stadtrat, SWR, 22.11.2024
[12] Hubert Röderer: Berufung verschoben: Offenburger AfD-Stadtrat Maygutiak muss warten, „Badische Zeitung“, 02.11.2025

52. Thomas Kinzinger – Kehl

Thomas Kinzinger, Jahrgang 1966, wohnt in Rheinau und ist von Beruf Selbstständiger im Online-Marketing.

Er ist seit 2017 Sprecher des AfD-Kreisverband Ortenau, stellvertretender Sprecher im AfD-Ortsverband Ortenau Nord und AfD-Gemeinderat in Rheinau.

Kinzinger stand im Impressum der Regionalgruppe Rhein-Neckar/Mannheim der antimuslimischen Organisation „ Bürgerberwegung Pax Europa“.

53. Emil Sänze – Rottweil

Emil Sänze, Jahrgang 1950, ist Erstplatzierter der AfD zur Landtagswahl 2026. Sänze lebt im Rottweiler Ortsteil Refrizhausen. In Rottweil betreibt er auch ein Bürgerbüro.

Er ist bereits seit 2016 Landtagsabgeordneter, zudem ist er Schatzmeister der „Gustav-von-Struve-Stiftung e.V.“.

Über den Hardcore-Antisemiten und ehemaligen AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon meinte Sänze ernsthaft:

„Ich habe von Herrn Gedeon nie etwas Antisemitisches gehört“[1] Und weiter wusste er über Gedeon: „Er ist ein respektabler Mann, weil er die anderen auch respektiert.“[2]

Über die Causa Gedeon kam es kurzfristig zur Spaltung der AfD-Landtagsfraktion. Nach der Fraktions-Wiedervereinigung im Oktober 2016 wurde er zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Kaum verwunderlich stimmte Sänze im September 2019 für die Wiederaufnahme von Wolfgang Gedeon in die Fraktion.

Laut der AfD-Aussteigerin Claudia Martin soll Sänze einen Plan in Auftrag gegeben haben, der vorsieht Asylbewerber in Sonderlagern zu kasernieren und sie dort als Aufbauhelfer für die Rückkehr in ihre Heimat vorzubereiten.[3]

Bereits am 11. September 2019 verwendete Sänze den neurechten Remigrations-Begriff:

„Unsere Devise heißt: Remigration statt Integration.“

In einem Pressegespräch am Rande eines AfD-Bürgerdialogs am 9. Januar 2020 meinte Sänze: „Wir denken nicht in Parteiideologien. Wir denken völkisch.”[4]

Völkisch bezeichnet eine Variante von rassistischen Nationalismus, der sich auf die Herkunft bezieht.

Ansonsten übt er sich in dem traditionellen rechten Antikommunismus. So verbreitete er etwa 2020 ein sharepic auf dem die damalige Bundeskanzlerin dargestellt ist, die als Kommunistin nach der Weltkugel greift.

In Bezug auf den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) fabulierte Sänze im September 2021 in einem sharepic von „Der Grün/Schwarze Corona-Faschismus“.

Auch das Feindbild Islam bedient Sänze kräftig. So meinte er am 14. Oktober 2022:

„Köln gibt sich auf?! Religionsfreiheit oder Machtdemonstration des politischen Islam? […] Die Europäer verhinderten vor Wien die Islamisierung Europas, jetzt werden wir ohne Gegenwehr über Einwanderung islamisiert.“[5]

Auf Facebook beklagte sich Sänze am 19. September 2024 in Weidel-Tonlage:

„’Der Deutsche wird aus dem öffentlichen Raum gestochen!‘ […] Nirgends ist mehr Sicherheit, überall sind Messermänner. Das aufdringliche Diversitätsmarketing der Lebensmittelkrämer, Modisten oder Bewegt-Mobilitäts-Dienstleister, ja staatlicher Stellen, sehe ich als gewissenlos, opportunistisch, bedrückend und verantwortungslos. Die Realität sehen wir doch. Das tägliche mediale Aufdrängen und brutale Vergewaltigen der Normalität erinnert mich fast schon an das ‚Einheitlichkeitsmarketing‘ derjenigen Leute, die der Gesellschaft vor 90 Jahren, der Politik liebedienernd, in Geltungs- und Profitsucht einen vermeintlichen Norm-Typus aufgenötigt haben.“

Partei-intern ist Sänze zum Teil als autoritär verrufen und wird von Gegner/innen als „Kim Jong Emil“ bezeichnet.


Quellen:

[1] Rüdiger Soldt, Justus Bender: Felix Klein kritisiert die baden-württembergische AfD, FAZ, 01.08.2018

[2] Rüdiger Soldt: Die Handschrift des „Flügels“, FAZ, 27.12.2019

[3] Michael Sapper: AfD-Politikerin tritt aus Partei aus und rechnet mit ihr ab, „Der Merkur“, 18.12.2016

[4] Martin Himmelheber: AfD-Versammlung in Rottweil: Handzahm mit Verschwörungstheorien, NRWZ, 30. November 2023

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_S%C3%A4nze

54. Martin Rothweiler – Villingen-Schwenningen

Auf Listenplatz 2 folgt mit Martin Rothweiler, Jahrgang 1978, eine Person, die bisher noch nicht im Landtag sitzt. Intern wird er aber bereits als neuer Landtagsfraktionschef gehandelt.[6]

Rothweiler ist Sprecher des AfD-Kreisverband Schwarzwald-Baar und wohnt in Villingen.

Der ehemalige Betriebswirt und freiberufliche Unternehmensberater für kleine und mittlere Unternehmen „mit Schwerpunkt Italien“ ist aktuell Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Marc Bernhard.

Rothweiler ist seit 2013 AfD-Mitglied und nahm für den aus der Partei ausgetreten Jan-Christoph Uhl das Stadtrat-Mandat in Villingen-Schwenningen an.

Er trat als Gastredner beim ersten Bundesparteitag der neuen Partei „Alternative für Italien“ am 1. Oktober 2016 in Rom.


Quellen:

[6] dpa Baden-Württemberg: Das soll der neue starke Mann der AfD im Südwesten werden, Die Zeit, 20. November 2025

55. Kay Rittweg – Tuttlingen – Donaueschingen

Kay Rittweg, Jahrgang 1979, ist von Beruf Lackierer.

Er ist Kassenprüfer des AfD-Kreisverband Rottweil-Tuttlingen.

Rittweg war 2022 für die rechte Betriebsratsliste „Zentrum“ Betriebsratskandidat auf Listenplatz 3 im Daimler PKW-Werk in Sindelfingen.

56. Steffen Jahnke – Konstanz

Steffen Jahnke, Jahrgang 1968, wohnt in Steißlingen und ist Büroleiter des AfD-Landtagsabgeordneten Bernhard Eisenhut.

Er ist seit Mai 2022 Vorsitzender des AfD-Ortsverband Singen, Schatzmeister des AfD-Kreisverbands Konstanz und Mitglied im Landesfinanzrat der AfD Baden-Württemberg.

Er ist Mitglied im Kreistag des Landkreises Konstanz.

57. Bernhard Eisenhut – Singen

Der AfD-Landtagsabgeordnete Bernhard Eisenhut, Jahrgang 1958, wohnt in Rielasingen-Worblingen. Von Beruf war er Kaufmann und Uhrmacher.

In Singen soll er ein Landtagsbüro betreiben.

Eisenhut nahm 2022 an zumindest einem der sogenannten Montagsspaziergänge in Singen teil und verteilte Werbematerial des extrem rechten Online-Fernsehsenders AUF1 aus Österreich.

Der „Südkurier“ vom 20. Dezember 2024 berichtete, dass laut einer anonymen Quelle eine Spende von Eisenhut an die Identitären-Gruppe „Wackre Schwaben“ geflossen sein soll.[14]

Eisenhut ist seit 2016 AfD-Mitglied und seit 2021 Landtagsabgeordneter. Er ist auch Schatzmeister in der AfD-Kreisverband Konstanz, Mitglied im AfD-nahen „Verein konservativer Kommunalpolitiker“ und seit 2019 AfD-Kreisrat im Kreis Konstanz.

Er stellte im März 2024 eine kleine Anfrage zugunsten der verbotenen neonazistischen „Die Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“, die man als sympathisierend interpretieren kann.

Eisenhut meinte 2023

„der überwiegende Teil derjenigen, die seit 2015 in unser Land gekommen sind, zeigen, dass sie auch vor unserem Volk, unserer Polizei und unserer Lebensweise keinerlei Respekt haben und uns auch noch verachten“.[15]

Im Oktober 2025 hetzte Eisenhut gegen Geflüchtete:

„Die tollen Fachkräfte, die wir jetzt hier haben, das wird wohl nichts. Das sind ja eigentlich nur Fachkräfte in Messerstechen und Vergewaltigen.“

Deswegen ist er derzeit wegen Volksverhetzung angeklagt.[16]


Quellen:

[14] Stephan Freißmann: Arbeiten AfD und Identitäre Bewegung wirklich nicht zusammen? Ein AfD-Insider sieht das anders, Südkurier, 20.12.2024

[15] Stephan Freißmann: Bernhard Eisenhut und die „Artgemeinschaft“: Wie rechtsextrem ist der AfD-Abgeordnete?, Südkurier, 06.03.2024

[16] Verdacht auf Volksverhetzung, SWR, 18.11.2025

58. Wolfgang Koch – Lörrach

Wolfgang Koch, Jahrgang 1951, wohnt in Lörrach und ist Polizeibeamter in Rente.

Er ist seit 2019 AfD-Kreisrat im Kreistag Lörrach, seit 2019 AfD-Gemeinderat in Lörrach und seit April 2025 Vorsitzender des AfD-Stadtverband Lörrach, sowie stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverbands Lörrach.

59. Matthias Jehle – Waldshut

Matthias Jehle, Jahrgang 1982, wohnt in Wehr-Öflingen und ist von Beruf Wirtschaftsfachwirt.

Er ist 2. Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Waldshut.

Am 9. November 2025 trat Jehle in Wehr als OB-Kandidat an und errang knapp 17% der Stimmen.

60. Maximilian Gerner – Reutlingen

Nach Rücksprache zum Teil übernommen aus dem Porträt von Tübingen-Rechtsaußen

Maximilian Gerner, Jahrgang 1998, wohnt in Reutlingen-Gönningen.

Er ist seit 2017 AfD-Mitglied und seit September 2020 stellvertretender Sprecher im Vorstand des AfD-Kreisverband Reutlingen.

Gerner hat als Nr. 22 auf der Landesliste eine gute Chance auf einen Einzug in den Landtag. Ganz unbescheiden nimmt Gerner diesen Einzug bereits in seinem neuen Instagram-Profilnamen vorweg: „hxxps://www.instagram.com/mikegrenermdl/“

Gerner stellt offenbar genau das dar, was die AfD bei anderen Parteien gerne kritisiert, nämlich einen jungen Menschen, der außerhalb seiner Partei-Karriere kaum berufliche Erfahrungen gesammelt zu haben scheint.

Er war seit 2021 Parlamentarischer Mitarbeiter des AfD-Landtagsabgeordneten Hans-Joachim Steyer und Parlamentarischer Berater der AfD-Landtagsfraktion für Umwelt. Außerdem war er vermutlich Mitarbeiter von Jörg Meuthen.

Bis heute ist er laut Wirtschafts-Auskunfteien Geschäftsführer der 2021 gegründeten „Agentur Emporia“, einer AfD-nahen Werbeagentur mit Sitz in Reutlingen.

Gerner versucht eine rechte Ökologie als sein Thema zu etablieren und empfiehlt die ökofaschistische Zeitschrift „Die Kehre“ zur Lektüre.

Im betrunkenen Zustand offenbart Gerner auch sein vulgär-rassistisches Weltbild, in dem er z.B. im Rahmen eines Biere-Testens am 29. August 2025 ein britisches Bier auf Instagram in einer Story als Produkt von „Inselaffen“ bezeichnete.

Es ist davon auszugehen dass sich Gerners Rassismus nicht auf Menschen aus Großbritannien beschränkt.

Ansonsten scheint Gerner bereits zu Mittagszeiten gerne mal das ein oder andere Bier zu trinken. Ob das ein Problem ist, wenn ein möglicher zukünftiger Abgeordneter bereits zum Mittag Bier trinkt um seine Zeit im Landtag ‚auszuhalten‘ müssen seine Wähler*innen entscheiden.

Außerdem berichtete dieser Watchblog bereits darüber, dass Gerner am 24. Oktober 2020 bei einem AfD-Info-Stand in der Reutlinger Innenstadt vermutlich ein White-Power-Handzeichen zeigte.

61. Alexander Gräff – Hechingen/Münsingen

Alexander Gräff, Jahrgang 1969, wohnt in Steinhilben und ist Unternehmer, KFZ-Mechaniker und Testfahrer.

Er ist Beisitzer des AfD-Kreisvorstand Reutlingen.

62. Anna Schneider – Tübingen

Anna Schneider, Jahrgang 1977, wohnt in Mössingen und ist von Beruf Mediengestalterin und Informationsdesignerin.

Sie ist Mitarbeiterin von AfD-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Hörner, Tübinger AfD-Kreisverbandssprecherin und AfD-Kreisrätin im Kreis Tübingen.

Schneider nahm am 26. April 2025 an der extrem rechten „Gemeinsam für Deutschland“-Demonstration in Reutlingen teil.

63. Hans-Peter Hörner – Balingen

Der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Hörner, Jahrgang 1951, aus Balingen-Frommern stellt sich selber als „Mann mit konservativen Ansichten“ dar.

Hörner war 1976 bis 2019 Lehrer, Oberstudienrat und Berufsschullehrer an der Kaufmännischen Schule Hechingen.

Hörner trat Ende 2016 der AfD bei, ist seit März 2021 AfD-Landtagsabgeordneter und seit September 2021 AfD-Landesschatzmeister.

An seinem Wohnort in Balingen-Frommern betreibt er sein Wahlkreisbüro.

Hörner verteidigte Gaulands Spruch, die Nazi-Diktatur sei nur ein „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte gewesen.

Für das Online-Hetz-Portal „PI-News“ ist er Verfasser einer Kolumne, die jeweils zum Monatsanfang erscheint.

Außerdem war er schon Autor für die rechten Publikation „InfoDirekt“ aus Österreich (2022) und den neurechten Blog „Blaue Narzisse“ (2023).

Ebenso wie Emil Sänze (Listenplatz 1) verteidigte Hörner den Antisemiten Wolfgang Gedeon:

„Mit Wolfgang Gedeon habe ich geredet. Er verwahrt sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus. Ich sehe ihn nicht als Antisemit. Völlig klar ist auch ihm, dass das, was vor rund 80 Jahren in Deutschland passiert ist, eine Schande für unser Land ist. Die Bundesrepublik hat sich aber seit Jahrzehnten darum bemüht, Wiedergutmachung in Israel zu leisten. Es ist sehr viel Geld in dieses Land geflossen. Ich teile die Ansicht Gedeons, dass diese Hilfe in Israel nicht anerkannt und wertgeschätzt wird.“[17]

Im Interview mit „PI-News“ vom 30. Januar 2024 sah der ehemalige Lehrer (!) Hörner einen „ausgesprochen linken Charakter“ des Nationalsozialismus:

„Indem man die AfD mit der Nazi-Keule angreift, zeigt man seine entsetzliche historische Unkenntnis und relativiert die Verbrechen der deutschen Diktaturen. Außerdem ignoriert man völlig ahistorisch den ausgesprochen linken Charakter des „National-Sozialismus“. Hier sehe ich Handlungsbedarf auch in der historisch korrekten Gestaltung von Lehrinhalten. Denn wenn alles Rechtsextremismus ist, ist nichts mehr Rechtsextremismus.“

Im selben Jahr sah Hörner Deutschland „wieder im Stalinismus angekommen“.

Über Hörners Walten in der Kreis-AfD Zollernalb berichtet der rechte AfD-Aussteiger Stefan Buck im Interview: „Insbesondere Hörner habe seine Stellung auch dazu genutzt, sagt Buck, die zuvor von der Schatzmeisterin verantwortete Aufnahme neuer Mitglieder zu übernehmen. Dies offensichtlich nicht immer korrekt: Buck berichtet von Mitgliedsanträgen, die Hörner auf Eis gelegt haben soll, weil er befürchtet habe, die Neulinge könnten seine Mehrheit innerhalb des AfD-Kreisverbands und damit seine wohl angestrebte Nominierung als Kandidat für die nächste Landtagswahl gefährden. Ein türkischstämmiger Aspirant sei in fast schon rassistischem Ton angeschrieben worden. Wegen der Aufnahmeverweigerungen und dem Schreiben habe der Kreisvorstand sogar Rügen vom Landesverband der AfD erhalten, so Buck.“[18]

Hörner trat mehrfach auf rechten Demonstrationen als Redner auf.

In seiner Rede in Balingen am 18. November 2023 forderte er:

„Und für dieses Land rentiert es sich, einzustehen – bis zum letzten Blutstropfen“.


Quellen:

[17] Hermann-Peter Steinmüller: AfD-Kandidat Hans-Peter Hörner: „Der leistende Mensch ist auf der Strecke geblieben“, Südkurier, 07.09.2017

[18] Ein Jahr AfD reicht ihm für das ganze Leben, 10.12.2019

64. Daniel Rottmann – Ulm

Daniel Rottmann, Jahrgang 1969, wohnt in Ulm-Söflingen und ist gelernter Buchhändler.

Er ist evangelisch-freikirchlich und der christlichen Rechten zuzuordnen.

Den Weg in die Politik fand Rottmann laut eigenen Angaben auf seiner Homepage in den 1980er Jahren über „eine Unterschriftenaktion zum Thema Lebensrecht Ungeborener“, also zum Thema Schwangerschaftsabbrüche.

So studierte er evangelische Theologie in Mittelhessen am evangelikalen „Theologischen Seminar Ewersbach“ der „Freien Evangelischen Gemeinden“.

Vor seiner AfD-Parteikarriere war Rottmann in den zwei christlich-fundamentalistischen Kleinstparteien „Partei Bibeltreuer Christen“ (PBC) und der PBC-Abspaltung „Arbeit, Umwelt, Familie – Christen für Deutschland“ (AUF).

So war Rottmann 1996 bis 1997 stellvertretender Landesvorsitzender und Wahlkampfkoordinator der PBC in Hamburg, 1998 bis 2002 stellvertretender Landesvorsitzender der PBC in Schleswig-Holstein und kandidierte 2002 in Lübeck als Bundestagskandidat für die PBC.

Dann war er 2008 bis 2012 Mitglied der AUF. In dieser Partei war er u.a. stellvertretender Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein und 2012 Beisitzer im Bundesvorstand der AUF.

Rottmann ist seit Mai 2014 AfD-Mitglied und war von 2016 bis 2021 AfD-Landtagsabgeordneter.

Nach dem Ende seiner seiner Abgeordneten-Zeit arbeitete er bei einem AfD-Landtagsabgeordneten.

Er ist auch stellvertretender Sprecher des Regionalverband Süd der Bundesvereinigung der „Christen in der AfD“ (ChrAfD).

Rottmann nahm am 20. Januar 2018 am Symposium der rechts-christlichen „Demo für alle“ im Raum Frankfurt teil.

Rottmann bezog sich 2016 auf die Anti-Nazi-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ und verglich deren Situation mit der Gegenwart: „Diesem kämpferischen Geist sehen wir uns in Ulm verpflichtet. Damals wie heute lief in Deutschland etwas aus dem Ruder, lasst uns gemeinsam dagegen antreten.“[21]

Auch als AfD-Politiker tritt Rottmann als christlicher Rechter auf. So warb Rottmann 2020 mit einem sharepic mit einem Jesus-Zitat.

Seine Wahlwerbung zur Kommunalwahl 2024 versah Rottmann mit alttestamentarischen Zitaten wie dem Folgenden: „Siehe, wenn ich den Himmel verschließe, dass es nicht

regnet, oder die Heuschrecken, das Land fressen oder eine Pest unter mein Volk kommen lasse und dann mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“


Quellen:

[21] Ludger Möllers: Empörung über AfD: „Vergleich mit Geschwistern Scholl völlig inakzeptabel!“, 24.02.2016, Schwäbische Zeitung

65. Michael Scheffler – Ehingen

Michael Scheffler, Jahrgang 1984, wohnt in Blaustein und ist Projektingenieur.

66. Paula Gulde – Biberach

Paula Gulde, Jahrgang 1960, wohnt in Riedlingen und ist Außenhandelskauffrau.

Sie ist seit Oktober 2024 Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Biberach.

Auf der Seite des ehemaligen AfD-Bundestagsabgeordneten Thomas Seitz hetzte Gulde in einem Kommentar am 5. Juli 2023 gegen Muslime:

„Sehr geehrter Herr Seitz,

Ich schätze sehr Ihr Engagement, uns über alle möglichen Themen sachlich aufzuklären. Der Islam ist mir ein Greuel, das Schächten ist für mich unerträglich und selbst im Koran steht, dass die Tiere nicht leiden dürfen. Aber das interessiert die Barbaren nicht und Deutschland lässt es zu, dass das Tierwohl hinter deren Religion kommt, was mit Religion eigentlich nichts zu tun hat. Unseren Luxus nehmen sie gerne an.

Die Tiere haben halt keine Lobby.

Ich hoffe, Sie mal persönlich kennen zu lernen.“

67. Christoph Högel – Bodensee

Christoph Högel, Jahrgang 1990, wohnt in Friedrichshafen und ist Elektrotechnik-Ingenieur.

Er ist seit Frühjahr 2016 AfD-Mitglied, ist stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverband Bodenseekreis und sitzt für die AfD seit 2019 im Kreistag des Bodenseekreis

Seit 2024 ist er Vorsitzender der AfD-Fraktion im Gemeinderat Friedrichshafen.

Zeitweise war Högel stellvertretender Sprecher der „Jungen Alternative“ (JA) in Baden-Württemberg (JA BW) und war Vorsitzender der JA Ravensburg-Bodenseekreis. Allerdings trat er am 19. November 2018 aus der JA BW aus, nachdem die Beobachtung durch den Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ verkündet worden war.

68. Carmen Haug – Wangen

Carmen Haug, Jahrgang 1976, aus Bad Waldsee und ist von Beruf Angestellte.

Sie ist Vorsitzende des AfD-Kreisverband Ravensburg.

Ihr Bruder ist Jochen Haug, der in Köln lebt, ist seit 2017 AfD-Bundestagsabgeordneter.

69. Hans-Peter Bauer – Ravensburg

Hans-Peter Baur, Jahrgang 1959, wohnt in Aulendorf und arbeitet als IT-Berater.

Er ist Schatzmeister des AfD-Kreisverband Ravensburg und Vorsitzender der AfD-Fraktion im Regionalverband Bodensee-Oberschwaben.

70. Andreas Strobel – Sigmaringen

Andreas Strobel, Jahrgang 1972, wohnt in Bingen und ist von Beruf Polizeibeamter.

Er ist Sprecher des AfD-Kreisverbandes Sigmaringen.