Meta, der Konzern hinter Instagram, Facebook und WhatsApp, sanktioniert schon seit Längerem linke Inhalte, indem er Accounts mit sogenannten „Shadowbans“ belegt: Stories und Feed Posts werden Follower*innen nicht mehr angezeigt, anderen Accounts nicht mehr vorgeschlagen und die betroffenen Accounts sind über die Suchfunktion nur noch zu finden, wenn der vollständige Name des Accounts in der korrekten Schreibweise eingegeben wird. Dies wirkt sich massiv auf die Views und die erreichten Konten aus. Nutzer*innen können dem nur sehr eingeschränkt entgegenwirken, indem sie in den Standardeinstellungen auswählen, dass sie politische Inhalte sehen möchten (Anleitung auf Slide x).
Vor einigen Monaten hat Meta die Richtlinien für Instagram und Facebook verschärft und die Nennung des Worts „Antifa“ in Kombination mit sogenannten „inhaltsbezogenen Gefahrensignalen“ oder „militärischer Sprache“ zum „Verstoß gegen die Gemeinschafsstandards“ erhoben. Das Online-Magazin „The Intercept“ berichtete auf Grund eines „Transparenzberichts“ von Meta, dass unter „inhaltsbezogene Gefahrensignale“ zum Beispiel eine „bildliche Darstellung einer Waffe“ oder ein „Verweis auf Brandstiftung, Diebstahl oder Vandalismus“ fallen können. Auch historische Inhalte, zum Beispiel über den Widerstand gegen die nationalsozialistische deutsche Schreckensherrschaft, die nicht einmal von der bürgerlichen „Mitte“ nicht als verwerflich angesehen werden, könnten betroffen sein. Und möglicherweise sogar Berichte von Antifa-Gruppen über rechte Übergriffe. „Militärische Sprache“ umfasst jegliches Reden über Kriege. Unter diesen schwammigen Kriterien könnte mensch anhand von ungefähr jedem zweiten Post einen „Verstoß“ herbeikonstruieren. Diese „Verstöße“ können zur Folge haben, dass linke Accounts nicht mehr nur unterdrückt, sondern vermehrt vollständig gesperrt werden – es gibt bereits Fälle mindestens im hohen zweistelligen Bereich. Bei der Auslegung der Gemeinschaftsstandards müssen wir davon ausgehen, dass ein Großkonzern, dessen Chef Mark Zuckerberg mit Donald Trump kuschelt, eher nach Gründen sucht, um linke Accounts zu sperren. Wie auch X unter Führung des Faschisten Elon Musk schaffte Meta 2024 eine wissenschaftliche Faktenüberprüfung auf seinen Plattformen ab, um eine angebliche „Meinungsfreiheit“ zu gewährleisten im Sinne, wie sie auch die AfD versteht: unwidersprochene Verbreitung von Fake News und diskriminierender Hetze. Dies schlägt sich auch darin nieder, dass sowohl X als auch Instagram und Facebook rechte Inhalte nicht in dem gleichen Maß unterdrücken und sperren wie linke Inhalte. Insbesondere änderte Meta Anfang 2025 seine Sprachregeln: Seitdem wird es nicht mehrsanktioniert, queere Menschen, insbesondere trans Personen, als psychisch krank zu beschimpfen, Frauen „mit Haushaltsgegenständen (…) zu vergleichen“ oder Migrant*innen zu entmenschlichen.
Achtung an alle Genoss*innen, die Accounts von linken Gruppen betreuen: Wenn ein Account gesperrt wird, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch alle anderen Accounts, die auf dem Gerät angemeldet sind, mit gesperrt. Ob mensch sich dann als Linke*r an den Meta-Support wenden möchte, der mit Sicherheit Daten an amerikanische Behörden liefert, welche eine*n als Terrorunterstützer*in führen könnten, sei zur Frage gestellt.
Daraus ergibt sich die Frage, wie wir damit umgehen: Unsere Inhalte veröffentlichen wir neben den sozialen Netzwerken auch auf unserem Blog aihd.noblogs.org sowie auf Antifa-Info.net. So sehr wir es auch allen empfehlen, regelmäßig mal auf Antifa-Info.net vorbeizuschauen und sich die interessanten Beiträge dort durchzulesen, brauchen wir uns keine Illussion zu machen, dass wir aktuell die größte Masse über Instagram erreichen. Vor allem noch nicht politisierte Menschen lesen sich keine Beiträge auf Antifa-Info.net oder Indymedia durch. Daher erachten wir die sozialen Netzwerke leider als notwendig. So schnell wird sich daran auch nichts ändern, denn alle alternativen sozialen Netzwerke, in die Menschen in den letzten Jahren Hoffnung gelegt hatten, sind früher oder später in der Bedeutungslosigkeit verpufft oder haben sich als Dreckskonzern entpuppt. Eine Strategie, den Algorithmen und dem zu großen Teilen KI-basierten Sperrwahn von Meta zu entgehen, ist, bestimmte Begriffe durch Sternchen oder „Ersatzbegriffe“ zu zensieren. Aber ganz sicher können wir uns auf diesen Plattformen nicht sein. Daher sehen auch wir nun den Zeitpunkt, uns einen Backup-Account zuzulegen: Folgt gerne alle @antifainihd, teilt den Post, weist auf unseren Backup-Account hin und unterstützt auch andere linke Gruppen, indem ihr ihren Backup-Accounts folgt, damit wir und sie im Zweifel einer Sperrung hier genug Kontakte haben, um uns neue Sprachrohre für unsere Inhalte aufzubauen.
Kampf der Zensur von rechts, Kampf dem Tech-Faschismus!
