Damals wie heute – Opfermythos in Budapest

Vom 10.–12. Februar 2023 war Budapest wieder Hotspot der europäischen Neonaziszene. Mit RechtsRock-Konzerten, Gedenkveranstaltungen und einem Marsch wird seit den 1990er Jahren nach Ungarn geladen. Aufhänger ist das Gedenken an den Ausbruch („Kitörès“) deutscher und ungarischer Soldaten im Februar 1945 aus dem Kessel von Budapest, den die Rote Armee errichtet hatte. Das Event begann am Freitag mit einem von „Blood & Honour“ (B&H) organisierten Konzert. Zu den Songs u.a. der Schweizer Musikerin Naomi Croset alias „Ewiger Sturm“, kamen rund 100 Neonazis im Buda­pester Zentrum zusammen. Am Samstag, dem eigentlichen „Tag der Ehre“, versammelten sich dann hunderte Neonazis im Ausflugsgebiet Norfama in den Budaer Bergen, um dort der Waffen-SS, der deutschen […]

European Fight Night – Internationales Treffen kampfwilliger Neonazis

Sattes Grün und knallgelbe Rapsfelder säumen die endlosen Landstraßen hin zu dem kleinen 1000-Seelen Ort Csókakö in Ungarn, 80km entfernt von Budapest. Kilometerweit blickt man auf Felder, am Horizont bricht sich die Sonne an kleineren Bergen. Hier und da begegnen einem Pferde, Schafe und manchmal auch Menschen. Gegenüber des Bahnhofs, mittig auf einem kleinen Platz, steht dominant ein zwei Meter hohes weißes Kreuz. Hier sollen sich die Teilnehmenden versammeln. Wenige Minuten zuvor zupft ein altes Ehepaar in gemächlicher Ruhe das Unkraut aus der trockenen Erde die das Kreuz umringt. Es ist 12.49 Uhr als der Zug aus Richtung Budapest an dem fast menschenleeren Bahnhof eintrifft und die erste Horde kampfbereiter […]