Neue Anquatschversuche des „Verfassungsschutzes“

Der Inlandsgeheimdienst ist wieder auf Anwerbetour in der Region: Am 22. Januar 2026 kam es wieder zu Anquatschversuchen des sog. Verfassungsschutzes (VS), der auf der Suche nach Informant*innen ist.

Der eine Vorfall ereignete sich am frühen Nachmittag in einem Nachbarort von Heidelberg und lief nach einem recht typischen Muster dieser VS-Besuche ab. Zwei Männer klingelten an der Tür einer linken Aktivistin und stellten sich als Mitarbeiter des Landes Baden-Württemberg vor. Einer trug eine eckige blaue Brille und eine hellbraune Jacke und führte das Gespräch. Sein Kollege mit dunkelbraunem Bart und dunkelgrauer Steppjacke hielt sich eher im Hintergrund. Das Auto, mit dem sie gekommen waren, hatte Mannheimer Kennzeichen.

Mit Anspielungen auf Details aus ihren Lebensumständen machten die beiden Schnüffler deutlich, dass sie die Betroffene schon länger überwachten. Sie verwiesen auf ihr politisches Engagement und erklärten, dass sie sich gerne mit ihr über ihre politische Meinung unterhalten würden, weil sie die „Weltsicht“ von jungen politischen Aktivist*innen interessieren würde. Als die Betroffene dieses Gesprächsangebot entschieden ablehnte, boten die beiden Geheimdienst-Mitarbeiter ihr noch Bezahlung für ihre Spitzeldienste an, was die Betroffene erneut klar zurückwies und das Gespräch sofort beendete, indem sie die Tür schloss.

Die Betroffene reagierte genau richtig, indem sie diesen Anquatschversuch sofort beendete und öffentlich machte.

Wie oft bei den Umtrieben des Inlandsgeheimdiensts war dieser Besuch kein Einzelfall: Ebenfalls am 22. Januar wurde eine weitere Person im Raum Heidelberg von den Schnüfflern aufgesucht, und auch sie beendete das Gespräch sofort.

Denn egal ob Cops oder „Verfassungsschutz“: Keine Aussagen gegenüber den Repressionsorganen! Informiert eure Genoss*innen, die Rote Hilfe und die gesamte Szene, denn ein Hausbesuch kommt selten allein:

Immer wieder versuchen staatliche Behörden, politisch aktive Menschen für eine Mitarbeit anzuwerben. Ziel der Anquatschversuche ist es, Informationen über politische Initiativen und linke Strukturen zu gewinnen. Anquatschversuche kommen in der Regel unerwartet, da die Behörden es darauf anlegen, die Betroffenen zu überrumpeln und zu verunsichern. Umso wichtiger ist es, sich gezielt auf einen möglichen Kontaktversuch vorzubereiten! Einige Informationen und Tipps gibt es unter https://rote-hilfe.de/rechtshilfetipps/anquatschversuch