Lorenz A.: »Du warst ein Kind dieser Stadt«

Ein Jahr nach den tödlichen Polizei­schüssen auf einen 21-Jährigen bleibt in Olden­burg vieles ungeklärt. Der Fall sorgt weiter für Protest und Kritik Die Ereignisse der Nacht zum 20. April 2025 bewegen Oldenburg bis heute. Mehr als 1000 Menschen versammelten sich am Sonntag in der Stadt – ein Jahr nach den tödlichen Schüssen auf Lorenz A. Mitten in der Fußgängerzone hatte ein 27-jähriger Polizeibeamter fünf Schüsse auf den Schwarzen 21-Jährigen abgegeben. Zuvor war dieser nach einer Auseinandersetzung vor einer Diskothek vor der Polizei geflüchtet und soll Pfefferspray in Richtung der Beamt*innen gesprüht haben. Mindestens drei der Schüsse trafen ihn von hinten: in Hüfte, Oberkörper und Kopf. Lorenz A. starb noch in derselben Nacht im […]

Ein sich selbst schützendes System

Was der Tod von Lorenz A. über die politische Struktur von Polizeigewalt, Medien und die rassismuskritische Öffentlichkeit erzählt Am 20. April erschießt ein Oldenburger Polizist den 21-jährigen Lorenz A. – einen Schwarzen Deutschen, bekannt in der ganzen Stadt, beliebt an seiner alten Schule. Die Polizei spricht von einem »bedrohlichen Einsatz« , später von »Hochstress«. Doch was bleibt, ist ein weiterer lebloser Körper, Polizeikugeln von hinten, Bodycams, die nicht liefen – und ein Diskurs, der nicht neu ist, sich derzeit aber vom Tatort mitten in der belebten Fußgängerzone Oldenburgs aus neu entzündet. In den ersten Stunden des Ostersonntags will Lorenz A. in eine diskoähnliche Bar. Ihm wird der Einlass verweigert, angeblich […]

Brandanschlag auf Oldenburger Synagoge

Oldenburg. Unbekannte haben einen Brandsatz auf eine Tür der Oldenburger Synagoge geworfen. Bei dem Anschlag am Freitag mittag [05.04.] sei niemand verletzt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Weitere Angaben – etwa zu den Hintergründen der Tat und dem Sicherheitskonzept – machten die Ermittler zunächst nicht. Ein Hausmeisterteam eines benachbarten Kulturzentrums habe das Feuer sofort entdeckt und die Flammen gelöscht. Eine Tür sei beschädigt worden. Die Polizei fahnde mit einem Großaufgebot nach den Tätern, auch der Staatsschutz ermittle. Politikerinnen und Kirchenvertreter verurteilten die Tat und zeigten sich entsetzt. Ein lokales Bündnis rief zu einer spontanen Mahnwache am Abend vor der Synagoge auf.