Verfolgung, Prozesse, mögliche Auslieferungen, Haft – und Solidarität

Ein Jahr ist vergangen seit dem sich sieben Antifaschist:innen selbstbestimmt bei den Behörden gestellt haben, nachdem sie sich knapp zwei Jahre erfolgreich einem Haftbefehl entzogen haben. Seit Beginn des Antifa-Ost-Verfahrens und dem Prozess gegen Lina erleben wir, wie Antifaschist:innen als Terroristen diffamiert und verfolgt werden. Während die USA, Ungarn und die Niederlande „die Antifa“ verbieten und Antifa-Ost als terroristische Organisation einstufen, wird auch hier die Debatte um ein Antifa-Verbot mal wieder aufgerollt. Vom politischen Verfolgungswillen getrieben, werden linken Organisationen in vorauseilendem Gehorsam Bankkonten gekündigt. Wir sehen mal wieder: Wer sich tatsächlich dem Kampf gegen Faschismus stellt wird vom Staat verfolgt, während eben dieser reaktionäre, rechte und sogar terroristische Kräfte unterstützt. […]

Der Fall Gino: Frei, aber nicht frei

Jedes Mal, wenn Gino ans Telefon geht, ertönt eine sympathische Stimme auf Engisch. Die Gespräche fallen manchmal länger aus, aber die Zeit vergeht schnell, denn es ist interessant, ihm zuzuhören. Es geht viel um die aktuelle Lage der Welt, den Aufstieg von rechts, die Rolle des Antifaschismus und – selbstverständlich – um Repression. Es hat alles miteinander zu tun. Rexhino „Gino“ A. ist erst seit Ende März 2025 wieder auf freiem Fuß. Im November 2024 wurde er in Paris verhaftet und befand sich seitdem in französischer Gefangenschaft. Aufgrund eines europäischen Haftbefehls drohte ihm die Auslieferung nach Ungarn. Auch ihm werden Beteiligung an Auseinandersetzungen mit Neonazis im Rahmen des „Tags der […]