Die Instrumentalisierung des Todes von Quentin Deranque

Vom „unschuldigen Studenten“ zum „Blutzeugen“. Die Instrumentalisierung des Todes von Quentin Deranque. Der gewaltsame Tod des 23-jährigen Quentin Deranque am 14. Februar 2026 in Lyon markiert eine Zäsur in der Dynamik der politischen Auseinandersetzungen in Europa. Was sich am Rande einer Konferenz der LFI-Europaabgeordneten Rima Hassan an der Sciences Po Lyon abspielte, wird seither von einer gut geölten, transnationalen Propagandamaschinerie der extremen Rechten umgeschrieben. Das verbreitete Narrativ zeichnet das Bild eines friedfertigen, tief religiösen Mathematikstudenten, der allein wegen seiner Überzeugungen Opfer eines „linksextremen Lynchmordes“ wurde. Doch diese Erzählung ist eine bewusste Fiktion. Sie dient nicht der Trauer, sondern der strategischen Erschaffung eines neuen „Blutzeugen“ für die extreme Rechte. Sie dient […]

Rückkehr der Reaktion

In ganz Lateinamerika und der Karibik gewinnen extrem rechte Kräfte an Einfluss. Ihre Agenda: Antikommunismus, Kulturkampf und neoliberale Wirtschaftspolitik Vijay Prashad lebt in Chile und ist Direktor des Tricontinental-Instituts für Sozialforschung. Der vorliegende Text erschien zuerst im Onlinemagazin Peoples Democracy. Wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung des Autors eine redaktionell gekürzte Übersetzung. (jW) Brasiliens Jair Bolsonaro und Argentiniens Javier Milei wirken immer zornig. Sie sprechen stets laut und aggressiv. Testosteron scheint aus ihren Poren zu tropfen – ein toxischer Schweiß, der sich über die gesamte Region ausgebreitet hat. Es wäre leicht zu behaupten, dies sei die Wirkung von Donald Trumps eigener Spielart des Neofaschismus. Doch die extreme Rechte hat viel tiefere […]

Rechtem Fraiming entgegenwirken

Die heutigen (01.10.2025) ungeklärten Vorgänge in der Stadt (München) rund um die Gefahr eines möglichen Terroranschlages und die damit einhergehende vorübergehende Sperrung der Wiesn werden absurderweise mit Antifaschismus in Verbindung gebracht.Verschiedene Ereignisse in München werden reißerisch in einen Zusammenhang gesetzt. Ein heute morgen veröffentlichtes Schreiben auf der Plattform de.indymedia.org – auf der jede Person anonym Texte veröffentlichen kann – wird von verschiedenen Leitmedien unreflektiert in Verbindung zu antifaschistischer Praxis gesetzt. Rechte treiben die Verzerrung an. Nach Trumps Verbot „der Antifa” möchten auch deutsche Rechte auf dem Weg zur autoritären Umgestaltung des Staates den organisierten Antifaschismus beseitigen. Wie lange wurde gebraucht, bis die großen Medienhäuser den Rechten Terror beim OEZ-Anschlag benannt […]