In Erinnerung an die blutige Niederschlagung der Pariser Commune wurde im Jahr 1871 der „Tag der politischen Gefangen“ ins Leben gerufen. Seit über einhundert Jahren stehen am 18. März die politischen Gefangenen in den Knästen der Klassenjustiz im Vordergrund – und werden ganz praktisch, über die Mauern, die uns trennen, hinweg, gegrüßt.
2025 sitzen wieder so viele politische Gefangene in deutschen Knästen, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Besonders seit dem Antifa-Ost-Verfahren und Budapest-Komplex sitzen auch einige Antifaschist:innen für ihre konsequente Haltung wieder hinter Gittern. Aber auch Daniela Klette und unsere kurdischen Genoss:innen möchten wir an diesem Tag nicht vergessen! Wir rufen alle dazu auf sich an den verschiedenen lokalen Veranstaltungen und Kundgebungen zu beteiligen. Außerdem ist der Kontakt zur Außenwelt für die Gefangenen sehr wichtig um die Zeit gut zu überstehen deshalb schreibt den Gefangen Briefe. Wie das geht und was ihr beachten müsst erklärt die Rote-Hilfe* auf ihre Webseite:
Gefangenen Briefe schreiben
Knäste sind da, um Menschen voneinander zu isolieren. Deshalb müssen wir die Verbindung nach draußen gewährleisten. Direkter Kontakt mittels Briefverkehr ist einer der besten Wege, Gefangene nicht allein zu lassen gegenüber staatlichen Kontroll- und Disziplinierungsinstanzen.
Wie schreibe ich Gefangenen?
Es ist erstmal ungewohnt, einer fremden Person zu schreiben. Um diese Anfangshürde zu überwinden, kannst Du im ersten Kontakt z. B. schreiben, wer du bist, wie Du von dem Fall gehört hast oder was Du dazu denkst. Wie ausführlich Du bist, bleibt alleine Dir überlassen. Du musst nur immer bedenken, dass die Post auch von den staatlichen Autoritäten gelesen wird. Viele, die Gefangenen schreiben, haben Angst, über Dinge aus ihrem eigenen Leben zu sprechen, weil sie glauben, dass es die Inhaftierten deprimieren könnte oder diese gar nicht daran interessiert seien. In einigen Fällen kann dies auch mal zutreffen, aber insgesamt kann ein Brief der hellste Punkt eines Tages hinter Gittern sein.
Praktische Tipps
- Absender*in nicht vergessen: Auch bei Postkarten sollte immer eine Adresse als Absender*in geschrieben werden. Einige Gefängnisse lassen die Post sonst nicht durch und nur so haben die Gefangenen die Möglichkeit zu antworten.
- Briefmarken mitschicken: Legt nach Möglichkeit immer Briefmarken bei. So können die Gefangenen euch und anderen antworten, ohne dafür im Knast teuer bezahlen zu müssen.
- Briefe nummerieren: Um nachvollziehen zu können, ob Briefe wirklich zugestellt worden sind, ist es hilfreich, die Briefe fortlaufend zu nummerieren.
- Zusätzliches Material: Du kannst auch Fotos, interessante Texte oder Kopien aus Zeitschriften mitschicken. Die Vorgaben dazu sind in den einzelnen Haftanstalten unterschiedlich. Fragt auch das bei den jeweiligen Gefangenen oder der JVA nach.
Einen ausführlichen Artikel zum Thema Gefangenen schreiben findest du hier.
Adressen
Eine Adressübersicht gibt es u. a. hier.
Sammlung-Soli-Aktionen
„Heute Nacht haben wir in Tübingen unsere Wut darüber auf die Straße getragen, dass schon wieder elf Antifaschist:innen im Kontext des Budapest-Komplexes in Haft sitzen. Dieser Staat hört nicht auf, Antifaschismus – vor allem militanten Antifaschismus – zu kriminalisieren.
Wir stehen dagegen!
Wir sind nicht kriminell! Antifaschismus ist nicht kriminell! Kriminell ist das System!Freiheit für alle politischen Gefangenen! Glück und Kraft allen Untergetauchten!“
*Die Rote Hilfe ist eine linke Solidaritätsorganisation. Sie unterstützt strömungsübergreifend linke Aktivist:innen, die von den Repression betroffen sind durch Beratung, Vermittlung solidarische Anwält:innen und finanziell. Hier findest du eine Liste der Ortsgruppen und hoffentlich auch eine in deiner Nähe. Wie du Mitglied werden kannst, erfährst du hier – geht total easy und ist empfehlenswert. Damit unterstützt du auch andere Betroffene und erhälst außerdem quartalsweise die Rote-Hilfe-Zeitung direkt nach Hause.
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