Der AfD Kreisverband Ulm/Alb-Donau

Die AfD wächst. Im Februar 2025 wurde die AfD bei der Bundestagswahl mit 10 Millionen Stimmen als zweitstärkste Kraft in den Bundestag gewählt. Laut Parteiangaben wachse die Mitgliederanzahl deutschlandweit stetig, die AfD Baden-Württemberg verkündet Ende 2025 um die 9.000 Mitglieder zu haben. Dieser Trend ist auch in der Region Ulm feststellbar: In den letzten Jahren ist eine zunehmende Professionalisierung des AfD Kreisverbandes Ulm/Alb-Donau feststellbar. In Blaustein wurde ein erster Ortsverband gegründet und die Anzahl an Mandate und Veranstaltungen nimmt langsam zu. Trotz dieser Entwicklung, hält sich die AfD in der Region Ulm sehr bedeckt – jahrelang wurde verheimlicht, wer genau im Vorstand des Kreisverbandes ist und bis heute werden viele […]

Neuer Name, gleiches Personal, nationalististische Kader – die AfD-Jugend

Am Wochenende des 29. November 2025 kam es in Gießen zur offiziellen Gründung der Generation Deutschland. Die Gründung in den einzelnen Bundesländern folgt kurz darauf. So gibt es seit dem 14.12.25 offiziell den Landesverband Rheinland-Pfalz, am Samstag darauf den 20.12.25 folgte der Landesverband Bayern. Anfang des Jahres am 21.01.26 zogen die Landesverbände Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein nach. Gleich darauf gründeten sich am 07.02.26 die Landesverbände Berlin und Brandenburg. Ausstehend ist die Gründung des Landesverband Hessen am 28.03.26 in Fulda. In unserer Analyse wollen wir skizzieren, wie wir die Generation Deutschland politisch einschätzen. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf dem zukünftigen Führungsstab der Jugendorganisation, sowie deren Verstrickungen zu anderen rechten Organisationen. […]

Verdeckt auf der extrem rechten Buchmesse

Am 8. und 9. November 2025 fand in Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt erstmals die Buchmesse «SeitenWechsel» statt. Die Veranstaltung inszenierte sich als Gegenmodell zu etablierten Buchmessen und bot so einem breiten rechten Spektrum eine Plattform – von bürgerlich-konservativen Strömungen, über Initiativen aus der sogenannten Neuen Rechten, bis hin zu extrem rechten und neonazistischen Organisationen. Die Veranstaltung vereinte Milieus, die im öffentlichen Raum selten so offen sichtbar nebeneinander auftreten. Nach Eigenangaben besuchten mehr als 6.000 Menschen die Messe. Schon im Vorfeld entlarvte der Organisations-Kreis der Buchmesse, was sie unter Meinungs- und Pressefreiheit verstehen, denn nur in Begleitung und unter Kontrolle von Aufsichtspersonen sollten sich ausgewählte Journalist*innen in der Messehalle bewegen dürfen. […]

Stammtisch der AfD in Heidelberg aufgedeckt

In den letzten Jahren war nicht öffentlich bekannt, wo die Heidelberger AfD ihre regelmäßigen Stammtische abhält. Auf ihrer Internetseite schreibt sie: „Leider ist die Demokratie in Heidelberg in einem so schlechten Zustand, dass wir unsere Stammtische in Heidelberg nicht öffentlich bewerben können.“ Mit anderen Worten: Die Heidelberger AfD hat Angst vor antifaschistischem Gegenprotest und/oder kein*e Wirt*in ist bereit, öffentlich dazu zu stehen, dass in ihrem*seinem Lokal am Stammtisch Nazi-Propaganda gedroschen wird! Am 27.11.2025 hielt die AfD ihren letzten Stammtisch ab. Zu Gast war der EU-Abgeordnete Marc Jongen. Dieser vertritt innerhalb der AfD völkische Positionen, sympathisiert mit der Identitären Bewegung und möchte „traditionelle Familienstrukturen“ und eine „deutsche Nationalkultur“ erhalten, welche von […]

Rechter Terror in Irland – Grenzüberschreitende Gruppe

Offenbar Anschlag auf Moschee vereitelt. Mutmaßliche Bombenbauer aus Irland und Nordirland Nachdem drei Nächte lang mehrere hundert Menschen in Irland gegen die Unterbringung von Geflüchteten in einem Hotelgebäude südwestlich der Hauptstadt Dublin protestiert hatten, haben Ermittler am Mittwoch vergangener Woche zwei Männer festgenommen, die einen Anschlag auf die Moschee in der westirischen Stadt Galway geplant haben sollen. Bei ihnen seien Sprengsätze gefunden worden. Die beiden Männer im Alter von 35 und 38 Jahren leben in den nordirischen Grafschaften Down bzw. Louth und wurden am Freitag dem Richter vorgeführt. Nach Angaben der irischen Polizei, der Garda, und der nordirischen PSNI wurden im Rahmen der grenzüberschreitenden Operation gegen die beiden Männer Sprengstoff […]

Österreich: In großen Schritten zum autoritären Polizeistaat

Wie aus dem Nichts wache ich auf, mein Herz rast, ich versuche mich zu orientieren. Der Wecker zeigt 05:00 Uhr und ich merke, dass meine Mitbewohner*in nachhause gekommen ist. Ihr Schlüsselbund hat mich aufwachen lassen. Kurze Zeit später kehrt in unserer Wohnung in Graz wieder Ruhe ein, doch mein Kopf fängt an zu arbeiten. Einschlafen kann ich nicht mehr. Mich beschäftigt, was vor einigen Wochen in meiner WG passierte, mich quälen die Gedanken und ich werde panisch. Denn ich erlebe gerade, was es bedeutet, wenn (Neo)Faschist*innen in den Parlamenten sitzen und sich eine Staatsanwaltschaft (StA) politisch instrumentalisieren lässt. Österreich bewegt sich in großen Schritten auf einen autoritären Polizeistaat zu und […]

Alle unter einem Dach

Sachsen-Anhalt: Buchmesse in Halle vernetzt konservative, reaktionäre und neurechte Ideologieproduzenten mit ihrem Publikum. Hunderte protestieren dagegen. Diese Veranstaltung bloß als »rechtsextrem« abzutun, greift etwas zu kurz. Am vergangenen Wochenende hat die von einer Dresdner Buchhändlerin und AfD-Politikerin organisierte Buchmesse »Seitenwechsel« in Halle (Saale) zahlreiche Verlage und Medienprojekte versammelt. Das Spektrum der Aussteller und des Messeprogramms erstreckte sich am Freitag und Sonnabend von ehemals (links-)sozialdemokratischen Künstlern, die sich mittlerweile als Krämer der Querfront verdingen, über Nationalkonservative und Nationalromantiker bis hin zu (krypto-)faschistischen und »identitären« Akteuren. Nach Angaben der Veranstalterin Susanne Dagen, kulturpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Dresdner Stadtrat, zählte die Messe mehr als 6.000 Besucherinnen und Besucher sowie rund 70 Aussteller. […]

„Division Wien“ – junge Neonazis in alten Netzwerken

Seit 2024 ist – wie bereits in Deutschland vielfach dokumentiert – auch in Österreich die Entstehung einer extrem rechten Jugendkultur zu beobachten, die sich an der Ästhetik der Neonazi-Skinheads der 1990er-Jahre orientiert. Diese jugendkulturellen Formationen inszenieren sich nicht nur stilistisch durch den Rückgriff auf frühere Codes der extremen Rechten, sondern reproduzieren auch deren gewaltzentrierte Männlichkeitsbilder. Gemeinschaft stiftet sich hier weniger über ideologische Geschlossenheit als über geteilte Affekte, symbolische Abgrenzung und das kollektive Erleben von Gewaltausübung. In diesem Zusammenhang kam es zur Herausbildung kleiner, teils lose organisierter Gruppen, die unter Namen wie „Defend Austria“, „Division Wien“, „Rechte Faust Oberösterreich“ oder „Rechte Österreichische Jugend“ auftreten und sich inzwischen nicht mehr nur über […]

AntifaGraz25: „Kriminelle Vereinigung“ und „schwerer Raub“

Im österreichischen Graz drehen die Repressionsorgane derzeit völlig frei und ermitteln seit Anfang 2025 mit absurden Konstrukten gegen sieben Aktivist*innen. In diesem sog. AntifaGraz25-Verfahren drohen bis zu 15 Jahre Haft. Am 25. Januar 2025 fand in Graz der Akademikerball statt – ein rechtsextremes Vernetzungstreffen, bei dem Burschenschafter, Identitäre und FPÖ zusammenkommen. Wie jedes Jahr wurde der Ball von einer antifaschistischen Gegendemonstration begleitet. In derselben Nacht kam einem FPÖ-Funktionär und Mitglied der deutsch-nationalen Burschenschaft Marcho Teutonia Graz seine Couleur-Mütze abhanden. Zudem stürzte der mutmaßlich sturzbetrunkene „Alte Herr“ und verletzte sich. In der Folge begann die Polizei öffentlich nach einer beschuldigten Person zu fahnden. Lautete der Vorwurf anfangs noch „Diebstahl“ und „Körperverletzung“, […]

Schöner Wohnen ohne Burschis

Ein Text des antifaschistischen Semesterstarts „Organize“, einem Zusammenschluss verschiedener linker Gruppen aus Heidelberg, über Gründe, warum mann nicht bei einer Studentenverbindung einziehen sollte. Es ist Semesterstart – zig Studierende suchen wieder bezahlbaren Wohnraum in Heidelberg. Eine schier aussichtslose Aufgabe. In dieser Lage erscheinen die Anzeigen auf WG-Gesucht und Co. für Zimmer in Männer-WGs in schicken Villen für deutlich unterdurchschnittliche Mieten für einige Studenten als Lösung. Doch bei Einzug erhalten sie nicht nur eine Wohnung, sondern vor allem auch einen reaktionären „Lebensbund“. Burschenschaften und andere Studentenverbindungen nutzen die Wohnungsnot aktiv zur Anwerbung neuer „Verbindungsbrüder“ aus. Im folgenden Text nennen wir einige Gründe, warum du nicht bei ihnen einziehen solltest. Rassistisch, sexistisch, […]

Der Bademeister

Wie sich ein extrem Rechter als Journalist und Aussteiger inszeniert Dieser Artikel wurde am 24.10.2025 an einer Stelle leicht überarbeitet und am Ende des Textes mit einem Transparenzhinweis versehen. Jonathan Stumpf hat mit seinen 37 Jahren bereits ein bewegtes Leben in der extremen Rechten hinter sich. Heute gibt er sich als »Aussteiger«, »Libertärer« und unpolitischer Journalist. Doch bewegt er sich im Umfeld der neofaschistischen Identitären Bewegung (IB). Im September 2025 reiste er zusammen mit führenden IB-Aktivisten zu den Taliban nach Afghanistan. Stumpf wohnt in Mannheim, doch ist er häufig in Darmstadt anzutreffen, wo er arbeitet und viel Freizeit verbringt. Stumpf scheint sich im Darmstädter Alltags- und Nachtleben wohl zu fühlen. […]

Demonstration gegen die „Schwabinger Gespräche“

Demonstration und Kundgebung gegen die „Schwabinger Gespräche“ der faschistischen Burschenschaft „Danubia“ Am Wochenende vom 24. bis zum 26.10.2025 fanden in München in der Burschenschaft „Danubia“ die sogenannten „Schwabinger Gespräche“ statt. Hier treffen sich verschiedene Akteure der Rechten und faschistischen Szene, um sich zu vernetzen und zu bilden. Dies haben wir nicht einfach stattfinden lassen. Am Freitag zogen wir gemeinsam mit über 300 weiteren Antifaschist:innen als kämpferische Demonstration vor die „Danubia“ und machten einen starken Gegenprotest. Am Samstag nahmen wir uns vor der „Danubia“ nocheinmal die Straße, um mit einem Infostand die Nachbarschaft zu informieren. Hier hatten wir viele gute Gespräche. Es kam klar raus, dass weder die „Danubia“ ansich, noch […]