35. Todestag von Eberhard Arnold

Am 21.10.1990 wurde der 23- Jährige SSV Ulm Fan Eberhard Arnold nach einem Basketballspiel in einem geplanten Angriff von rechten Skinheads in Ludwigsburg getötet. Bereits Tage vor dem Spiel war der Polizei bekannt, dass mit Auseinadersetzungen zu rechnen war. Eine Gruppe rechter Skinheads verabredete sich um Ulmer Fans “aufzumischen”. Sie griffen mit einem Molotow- Cocktail, Steinen und Flaschen wartende SSV Fans auf dem Bahnsteig an. Diese ergriffen daraufhin die Flucht. Eberhard Arnold stürzte beim wegrennen auf die Gleise, ein einfahrender Zug erfasste ihn und er starb. Im Nachgang des Mordes wurden 9 Tatverdächtige ermittelt und drei wegen “gemeinschaftlichen Totschlages” angeklagt. Bei zwei der Tätern wurden NPD und Nazi-Propaganda, wie SS-Memorabilien […]

Antifaschismus auf Messers Schneide

Zur AfD-Fraktion gehörender Strausberger Stadtverordneter Nicolai Schirocki zu Geldstrafe verurteilt Strausberg solle eine Stadt sein, in der man streiten dürfe, aber nicht mit Waffen, fordert Bürgermeisterkandidat Knut Steinkopf (Linke). Die Bürgermeisterwahl ist am 15. Februar 2026. Am Mittwochmorgen ist erst einmal eine kleine Kundgebung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) vor dem Amtsgericht. Steinkopf und andere sprechen zusammen 15 Minuten lang vor knapp 30 Leuten. Dabei wird auch ein Verbot der AfD gefordert und Samuel Signer von der VVN-BdA nennt es unglaublich, dass Menschen beim Gedenken an Opfer des Faschismus angepöbelt und mit einem Messer bedroht werden. Über ein mögliches Verbot der AfD hätte das Amtsgericht nicht zu befinden. […]

Halle war kein Einzelfall

Am 9. Oktober hat ein schwer bewaffneter Terrorist versucht am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in eine Synagoge in Halle einzudringen, um dort ein Massaker anzurichten. Der antisemitische und rassistische Attentäter suchte gezielt Orte auf, an denen er migrantische Personen vermutete. Dabei erschoss er zwei Menschen, mehrere wurden schwer verletzt. Der Täter, Stephan B., radikalisierte sich zunächst im Internet, im Pool Gleichgesinnter, die dem Hitler-Faschismus frönen und rechte Attentate, wie zum Beispiel in Christchurch, glorifizieren. B. filmte seine Tat in Halle und veröffentlichte ein Manifest auf einer faschistischen Online-Plattform, das bereitwillig geteilt wurde und anderen als Vorbild dienen sollte. Dass es nicht beim Fantasieren bleibt, zeigen Statistiken deutlich: Die Zahl […]

Das wichtigste Anliegen muss der Friedenskampf sein

Über den antifaschistischen Grundkonsens nach dem Zweiten Weltkrieg und das Bewahren des Erbes der Widerstandskämpfer. Ein Gespräch mit Alice Czyborra und Silvia Gingold Ihre Eltern, die jüdischen, kommunistischen Widerstandskämpfer Ettie und Peter Gingold, bekämpften den Hitlerfaschismus bis zum Schluss. Sie überlebten die Herrschaft der Nazis. Welchen Einfluss hatten die Erfahrungen des – kommunistischen – Widerstandes auf die Entwicklung in der BRD? Silvia Gingold: Unsere Eltern wurden immer wieder gefragt, warum sie nach zwölf Jahren der Emigration in Frankreich, wo sie im Widerstand gegen Hitler täglich ihr Leben riskierten, Gefängnis und Folter durchleiden mussten, Angehörige in den Gaskammern in Auschwitz verloren, warum sie in das Land der Täter zurückkehrten. Sie taten […]

Gedenkfeier ehrt Widerstandsgrupp Lechleiter

„Für einen edlen Gedanken leben und gegen alles furchtlos kämpfen …“ Bei einer bewegenden Gedenkveranstaltung am 15.09. um 18:00 Uhr versammelten sich rund 120 Personen am Lechleiterplatz, um der Widerstandsgruppe um Georg Lechleiter zu gedenken und deren Vermächtnis für die heutige Zeit zu würdigen. Die Veranstaltung stand im Zeichen des Erinnerns an den mutigen Widerstand gegen die NS-Diktatur und der aktuellen Notwendigkeit, rechten Tendenzen entgegenzutreten. Würdigung des historischen Widerstands In den Redebeiträgen wurde das außergewöhnliche Wirken der Lechleiter-Gruppe gewürdigt, die zu den bedeutendsten kommunistischen Widerstandsgruppen gegen das nationalsozialistische System in Deutschland zählte. Die Redner*innen betonten die Bedeutung des politisch übergreifenden Widerstands, sich gemeinsam gegen die Nazi-Diktatur aufzulehnen. Zentral war dabei […]

Wir werden euch nicht vergessen

Unsere Rede zum Gedenken an die Opfer von Utøya, Oslo und München am 22. Juli 2024 Am 22. Juli 2011 ermordete ein Rechtsextremist auf der norwegischen Insel Utøya 69 Menschen, weil sie für eine offene Gesellschaft und eine gerechte Welt kämpften – die meisten der Opfer waren junge Mitglieder der Jugendorganisation Arbeidernes Ungdomsfylking (AUF). Zuvor hatte der Täter im Osloer Regierungsviertel eine Autobombe gezündet und dabei acht weitere Menschen getötet. Genau 5 Jahre später, am 22. Juli 2016, brachte ein rechtsradikaler Täter am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München neun Menschen ums Leben und verletzte fünf weitere durch Schüsse. Er beging seine Taten bewusst am fünften Jahrestag der Anschläge in Utøya. Wie […]

Rechtsruck in KZ-Gedenkstätte

Die falschen Fahnen – KZ-Gedenkstätte Buchenwald rückt nach rechts Bereits in der Vergangenheit wurden in der Gedenkstätte Buchenwald Besucher mit palästinasolidarischen Symbolen des Geländes des ehemaligen KZ der Nazis verwiesen. Die Website des Erinnerungsorts listet nicht nur faschistische, sondern auch kommunistische Organisationen als »nicht willkommen«. Eine jüngst öffentlich gewordene Broschüre zeigt: Die Gleichsetzung hat System. Das Gedenken wird zunehmend politisch gefiltert – wer es nicht im Sinn der Staatsräson betreibt, ist nicht erwünscht. Mit einer »Handreichung« für ihre Bildungs- und Security-Abteilungen hat die Gedenkstättenleitung unbequeme Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Unter dem Titel »Problematische Marken, Codes, Symbole und Zeichen rechtsradikaler und antisemitischer Gruppierungen« wird Gegnern des Genozids in Gaza und Befürwortern […]

Gedenkveranstaltungen zum 8. Mai – Tag der Befreiung

Gedenken und sich mit der eigenen Geschichte zu beschäftigen ist wichtiger Teil antifaschistischer Arbeit und Praxis. Dass vielerorts nicht nur – wie an diesem 80. Jubiläum Politiker:innen und Gremien an die Orte der Erinnerung gingen – sondern wie jedes Jahr am Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg auch organisierte Antifaschist:innen das Andenken würdig begingen finden wir wichtig und möchten daher einige Impressionen mit euch teilen: Augsburg Freiburg Heidelberg (AIHD) Heidelberg (OAT Heidelberg) Koblenz Landau Mannheim München Rems-Murr-Kreis/Ludwigsburg Tübingen Villingen-Schwennigen  

80 Jahre Befreiung

Feiern, gedenken, antifaschistisch kämpfen Wie jedes Jahr werden wir uns auch dieses Jahr am 8. Mai wieder die Straßen nehmen um die Befreiung, das Aus der zwölfjährigen Naziherrschaft und das Ende des Weltkriegs in Europa zu feiern. Dass das kein Relikt aus alten Tagen ist, wird so deutlich wie schon lange nicht mehr: Der weltweite Vormarsch der Faschisten, die Zunahme an Kriegen quer über den Globus und das historische Aufrüstungsprogramm der kommenden Regierung zeichnen ein düsteres Bild. Doch von vorne: Was war am 8. Mai 1945 Mit Beginn des zweiten Weltkrieges 1939 wurde die Rassenideologie der NSDAP über die Grenzen des Deutschen Reiches hinausgetragen und besonders in bzw. nach Osteuropa […]

80 Jahre Befreiung – Eine Veranstaltungsreihe gegen das Vergessen

Am 8. Mai 1945 wurde Nazi-Deutschland durch die Alliierten besiegt – Deutschland, Europa und die Welt vom Hitlerfaschismus befreit. Doch diese Befreiung war bitter erkauft: Der von den Nazis entfesselte Zweite Weltkrieg forderte über 60 Millionen Tote. Über 17 Millionen Menschen wurden gezielt ermordet – Opfer eines Regimes, das Hass auf Minderheiten und politisch Andersdenkende zur Staatsdoktrin machte. Der Holocaust, die industrielle Vernichtung von 6 Millionen Jüdinnen, markiert den grausamen Tiefpunkt. 80 Jahre später dürfen diese brutalen Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten. Unsere Gesellschaft befindet sich in einem kontinuierlichen Rechtsruck: Radikale Rechte gewinnen Wahlen und Einfluss, Minderheiten und politisch Andersdenkende werden offen angefeindet. Politiker innen betreiben unverhohlen Geschichtsrevisionismus. Rassismus, Antisemitismus, […]

5 Jahre Gedenken an Hanau

Im Gedenken an Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin fanden auch dieses Jahr in vielen Städten am 19. Februar 2025 – dem 5. Jahrestag des rassistischen Terroranschlags Aktionen und Kundgebungen statt, denn: Hanau ist überall. Überall ist es wichtig, gemeinsam und entschlossen gegen Rassismus vorzugehen. Gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Lage ist es wichtiger denn je an die Opfer von rechtem Terror zu gedenken. Hier einige Aktionen in Süddeutschland: Landau 5 Jahre Hanau. 5 Jahre Trauer. 5 Jahre Gedenken. 5 Jahre Wut. Heute vor fünf Jahren wurden in Hanau neun Menschen bei einem rassistischen Anschlag […]

Gedenken am 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Am 27. Januar jährte sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz zum 80. Mal. Vielerorts gab es Veranstaltungen, öffentliche Gedenken und Kranzniederlegungen. An einem solchen Tag, besonders in diesem Jubiläumsjahr bekam die Erinnerung an die Shoa eine besondere Aufmerksamkeit. Wie ein antifaschistisches Gedenken aussehen kann, möchten wir mit den uns zugesandten* Beiträgen unten aufzeigen – denn wir wissen: Unsere Geschichte bedeutet Verantwortung. Sich mit der vernichtenden faschistischen Ideologie auseinanderzusetzen, lokale Geschichte zu recherchieren und sich mit ihr zu befassen und damit eine antifaschistische Erinnerungskultur zu ermöglichen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit, sie ist Mahnung und eine Grundlage für unsern Kampf heute.